Wissenswertes rund um die Karotten

Karotten haben eine lange Tradition als Nahrungsquelle und Heilpflanze vorzuweisen. Die in unseren Breitengraden meist orange eingefärbte Rübe ist Dir sicher unter der Bezeichnung Möhre oder seltener als Gelbe Rübe geläufig. Die knackige Wurzel gilt als äußerst gesund und liefert zahlreiche Vitamine und Nährstoffe. Besonders der hohe Beta-Carotin-Gehalt, der maßgeblich für die markante Färbung verantwortlich ist, besitzt einen heilsamen und schützenden Einfluss auf den Körper. Dieser Bestandteil verhilft Dir zu einer intensiveren Sonnenbräune und widerstandsfähigeren Haut. Darüber hinaus verbessern Carotinoide Deine Sehfähigkeit in Dunkelheit. Sogar die Herzgesundheit soll von dem häufig mit Hasen in Verbindung gebrachten Gemüse profitieren. Und das Beste: Karotten besitzen kaum Brennwert und eignen sich daher für Diäten. Außerdem gibt es sie in verschiedenen Farbvarianten. Neben Weis, Schwarz, Gelb sind sie auch in Lila erhältlich.

Der Siegeszug der Wildmöhre bis zum Gartengewächs

Vor ihrer massenhaften Kultivierung als Nutzpflanze dominierte in ferner Vergangenheit die wilde Möhre das europäische Festland. Den für sie typischen, schirmähnlichen Grünwuchs offenbart sie an der Oberfläche. Ihre eigentliche Pracht verbirgt sie jedoch im Erdinneren. Als zweijährige Pflanze entwickelt sie erst im zweiten Jahr einen weisen Blütenspross aus zahlreichen, winzigen Blütenständen und Blättern. Häufig ist sie heute noch an Weg- und Feldrändern anzutreffen und scheint auf den ersten Blick mit der handelsüblichen Ware am Gemüsestand nicht viel gemein zu haben. Über deren exakten Ursprung besteht immer noch Unklarheit. Mutmaßlich stammt die schmackhafte Wurzel aus Vorderasien. Sie gehört genauso wie der Koriander oder Dill einer gemeinsamen Familie, den Doldenblütlern (Apiaceae), an. Als markantes Alleinstellungsmerkmal weist sie einen schwarzen Punkt inmitten ihrer hellen Blütenpracht auf. In ihrer dicken Wurzel speichert sie wertvolle Nährstoffe als Reserve für unwirtliche Zeiten. Auch in der Form zeigt das Gemüse äußerst vielfältige Ausprägungen: Von kugelförmig, länglich, kurz, zylindrisch mit spitz oder abgerundet zulaufendem Ende ist alles vertreten. Schon vor langer Zeit, als der Homo Sapiens noch in Höhlen hauste, war sie als Lebensmittel ein gern gesehener Gast auf der Speiseplan. Trotz oder gerade vielleicht wegen dieser Eigenschaft erlangte die Wurzel auch hohes Ansehen als Symbol der Fruchtbarkeit. In der Antike erfreute sie sich als Zuchtgewächs zum Zweck der Selbstversorgung oder des Handels hoher Beliebtheit. Zugleich wusste der Mensch sehr früh von der heilsamen Kraft dieser Gemüseart zu schätzen. Blätter dienten zur schonenden Abdeckung von offenen Wunden. Samen dienten hingegen zur Schwangerschaftsverhütung. Die Vermählung mit anderen Arten zielte vor allem auf eine größere, nährstoffreichere Wurzel ab. Erste Belege für die heut stark verbreitete Karotte, wie Du sie kennst, gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Der Künstler Pieter Aertsen verewigte die orangene Rübe in einer seiner Werke und hinterließ somit ein Zeugnis. Mit einer stärkeren Rinde, süßerem Geschmack und einem reduzierten Holzanteil ist die Gartenmöhre schlicht wirtschaftlicher und auch für Dich als potenzieller Käufer attraktiver. Die modernen, typisch orange gefärbten Karotten sind das Resultat einer gezielten Kreuzung mehrere Sorten. Als Gartenmöhre schlägt sie ihre Artverwandten in Sachen Bekanntheitsgrad um Längen.

Welche Nährstoffe stecken in einer Karotte?

Hauptbestandteil ist Wasser mit einem Anteil von bis zu 90 Prozent. Der verbleibende Rest besteht aus etwa 0,2 g Fett, 4,8 g Kohlenhydraten (2,08 g Zucker) und 1 g Eiweiß. Zusammen ergibt dies einen Energiewert von 26 kcal. Trotz ihrer leicht süßlichen Note, beschert Dir die Gelbe Möhre daher garantiert Sorgen bezüglich Deines Bauchumfanges. Gleichzeitig sorgen die enthaltenen Ballaststoffe für eine ungewöhnliche gute Verträglichkeit selbst bei empfindlichen Menschen. Eine optimale Zusammensetzung aus löslichen und festen Bestandteilen gestatten eine reibungslose Passage durch den Magen-Darm-Trakt. Nebenbei kurbeln diese den Stoffwechsel an, halten den Darm in Bewegung und senken sogar die Blutfettwerte. Als abführendes Mittel taugen sie allerdings wenig, bieten dafür aber Durchfall wie Verstopfung Paroli und erweisen sich daher bei krankhaftem Stuhlverhalten als ein echter Retter in der Not.

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Vitamin- und Mineralstoffbunker

Sofern Du großen Wert auf eine gesunde Ernährung legst, sollten Karotten in regelmäßigen Abständen auf dem Teller landen. Diese enthalten nämliche einen wertvollen Mix an Mineralstoffen und Vitaminen. Allerdings weichen diese Werte je nach Unterart und Anbaubedingungen voneinander ab. Die folgenden Werte dienen Dir daher mehr als Richtlinie. Die orangenen Karotten verfügen mit 7,8 mg über reichhaltige Reservoirs an Carotinen, welche vorwiegend als Alpha- sowie Beta-Carotin vorkommen und später vom Körper in Pro Vitamin A umgewandelt wird. Auch diese Mengenangabe unterliegt je nach Züchtung Schwankungen zwischen 5 und 30 Milligramm pro 100 Gramm. Zusätzlich beinhalten sie pro 100 Gramm Eigengewicht 15 % Kalium (320 mg), welches die Muskelfunktion und den Blutdruck reguliert. Auch einige Vitamine der B-Familie (B1, B2, B6) kommen vor. Des Weiteren liefert die Gelbe Rübe Vitamin C sowie Vitamin K, das vor allem als Hemmer als Radikale den Organismus vor Erkrankungen schützt. Außerdem unterstützt es die Gerinnung vom Blut und trägt so zu einer besseren Wundheilung bei. Zu guter Letzt stärkt ein Biotin-Anteil von 5 µg Nägel, Haare, Haut und die Konzentrationsfähigkeit bei mentalen Aufgaben.

Damit Dein Körper all diese Nährstoffe auch aufnehmen kann, bleibt ein kleiner Schuss an ungesättigten Fettsäuren beim Verzehr notwendig. Übrigens: Die Einnahme von gebrauchsfertigen Vitaminen und Nahrungsergänzungsmittel geht nicht immer ohne Risiko einher. Der Körper reguliert seinen tatsächlichen Bedarf oft über sogenannte Vorstufenverwertung. Besteht keine Nachfrage mehr, wandelt er die aufgenommenen Stoffe nicht mehr zu den benötigten Vitaminen um. Die dafür verantwortlichen Enzyme stellen ihre Arbeit ein und erwachen erst bei einem verringertem Versorgungsstand. Ebenso verhält es sich bei den Carotinen und der Verstoffwechselung zu Vitamin A. Eine Überdosierung in Form einer Hypervitaminose ist beim Verzehr von reinen Karotten somit schlicht unmöglich.

Übersicht aller Mineralien und Vitamine in der Karotte:

  • Calcium (35 mg), Eisen (3,8 mg), Magnesium (13 mg)
  • Kalium (328 mg), Zink (0,27 mg), Phosphor (36 mg)
  • Vitamin B1 (69 µg), Vitamin B2 (53 µg), Vitamin B6 (0,27) mg
  • Vitamin C (500 µg) und Vitamin E (46,5 µg)

Beta-Carotin: Licht und Schatten beim Krebsrisiko

In einer veröffentlichten Studie im Magazin Journal of the National Cancer Institute (2003) wurde der intensive Konsum von Beta-Catorin bei Rauchern und intensiven Trinkern überprüft. Tatsächlich zeichnete sich ein unerfreuliches Bild ab: Versuchspersonen mit langjährigem Konsum von hochdosiertem Carotin neigten zu einer stärkeren Ausprägung vom Tumorvorstufen in der Lunge sowie im Dickdarm. Allerdings trat dieser verheerende Effekt nur in Kombination mit regelmäßigem Alkoholgenuss auf täglicher Basis auf. Der gleiche Zusammenhang wurde auch bei Zigarettenverbrauch beobachtet. Unmittelbare Vergiftungserscheinungen blieben aber in jedem Fall aus. Allerdings solltest Du anhand dieser ernstzunehmenden Resultate keine falsche Schlussfolgerung ziehen. Eine weitere Gruppe zur Gegenkontrolle wies mit beeindruckenden 44 % eine verminderte Ausbildung von Krebserkrankungen der Lunge und des Magen-Darm-Traktes auf. Diese Personen nahmen jedoch ebenfalls Beta-Carotine in gleicher Menge zu sich, verzichteten aber auf das bekanntermaßen ungesunde Rauchen und regelmäßige Trinken von hochprozentigen Genussmitteln. Aus diesem Grund tragen viele Carotin-Ergänzungsmittel wegen einer Verordnung des Bundesinstitutes für Arzneimittel in Deutschland einen Warnhinweis für Raucher und Alkoholkonsumenten. Bedeutet dies automatisch das Ende für Karotten auf der Speisekarte dieses Personenkreises? Übermäßige Bedenken bezüglich eines hohen Krebsrisikos sind dennoch unangebracht. Die in den Experimenten zugeführte Menge überstieg den natürlichen Gehalt des Carotins von Mohrrüben deutlich. Ein derartig hoher Verzehr von Karotten über Jahre hinweg auf täglicher Basis gilt als vollkommen unrealistisch. Einseitige Ernährung ist bekanntermaßen noch nie der Gesundheit zuträglich gewesen. Zudem lässt sich den Erkenntnissen auch positives abgewinnen. Offenbar treten Krebsleiden bei einer ohnehin schon gesünderen Lebenseinstellung noch seltener dank des Einflusses der antioxidativ wirkenden Karotten auf.

Karotte und ihr gesundheitlicher Nutzen

Obwohl der Hase sich als sinnbildlicher Verehrer der Möhre etabliert hat, wachsen Dir als Konsument keine langen Ohrenlöffel. Vitamin A fördern nicht das Gehör, sondern steigern in erster Linie die Fähigkeit in der Dunkelheit zu sehen. Eine gute Versorgung durch Carotinoide beugt der sogenannten Nachtblindheit vor. Es steigert die Produktion sowie Einlagerung von Sehpurpur (Rhodospin) in den Stäbchenzellen des Auges, die speziell bei schlechten Lichtbedingungen für eine noch akzeptable Sicht sorgen. Studien bezüglich von Augenerkrankungen haben ermittelt, dass zudem der Grüne Star und die im Alter auftretende Makuladegeneration (AMD) deutlich seltener auftreten. Die Gelbe Rübe als Saft oder Rohkost stellt damit erwiesenermaßen einen natürlichen Schutzschirm vor Augenerkrankungen dar. Besonders bei stressiger Bildschirmarbeit oder tendenziell empfindlichen Augen dient Dir die Karotte daher als verlässliche Präventionsmaßnahme vor langfristigen Folgeschäden. Die physikalische Beschaffenheit der Mohrrübe sorgt außerdem beim Knabbern für einen mechanischen Reinigungseffekt der Zähne. Ähnlich wie durch Kaugummis fördert das intensive Kauen die Durchblutung des Zahnfleisches und Speichelbildung. Als natürlicher Vitamin-A-Quell fördern Karotten zudem Aufbau sowie Regeneration der Haut. Die Bindung freier Radikale hemmt nicht nur die Bildung von entarteten Zellen, sondern führt zu einer glatten und langsamer alternden Oberfläche. Ganz ohne auffällige Konsequenzen bleibt der übermäßige Genuss der Mohrrübe jedoch nicht. Schon nach wenigen Wochen zeigt sich eine markante Veränderung der Hautfarbe hin zu einem leichten gelblichen oder orangenen Ton. Immerhin bleibt der neu gewonnene Teint nicht ganz ohne Nutzen: Ebenso wie das körpereigene Melanin bieten die Verfärbungen zusätzlichen Schutz vor langfristigen Schäden bei zu intensiver Sonnenexposition. Sogar Herzgefäßerkrankungen und Stoffwechselproblemen (Diabetes Typ 2) beugt eine carotinhaltige Ernährung nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vor. Lycopin hält zudem dauerhaft die Gefäßwände frei vor Ablagerungen.

Zwei einfache Rezepte: Vitamin-Burger und Karotten-Ingwer-Suppe

Der Biss in die rohe Mohrrübe oder der Genuss von mit Honig gesüßtem Saft wäre auf Dauer etwas fade. Dir stehen zum Glück viele Möglichkeiten offen, Karotten einfach und dennoch ansprechend zuzubereiten. Zwei kleine Beispiele sollen Dir einen kleinen Anreiz für Experimente oder weitere Recherchen liefern.

Vitamin-Burger:

Der Burger als berühmtester Vertreter des Fastfood besitzt nicht unbedingt den besten Ruf bezüglich seines Gesundheitswertes. Aber es geht auch anders: Für einen vegetarischen Vitamin-Burger benötigst Du Zucchini und Gemüsekarotten in geschälter und grob gerissener Form. Hinzu fügst Du etwas Ei, Mehl, Petersilie hinzu und würzt mit etwas Pfeffer und einer Prise Salz nach. Die Mischung brätst Du beidseitig in einer Pfanne mit Olivenöl an – danach in Alufolie warmstellen und in Scheiben geschnittene Auberginen und Tomaten in die Pfanne geben. Etwas Oregano sowie Knoblauch runden das Aroma zusätzlich ab. Angetoastete Hamburgerbrötchen halten den Inhalt zusammen. Tomaten und Auberginen schließen dabei Karotten und Zucchini ein. Auf Wunsch kannst Du den Leckerbissen mit ein paar Salatblättern aufhübschen.

Zutaten:

  • 2 Hamburgerbrötchen
  • 100 Gramm Karotten
  • 100 Gramm Zucchini
  • Ei
  • 1 EL Mehl und Petersilie
  • Tomaten- und Auberginenscheiben
  • Knoblauch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl

Möhren-Ingwer-Suppe

Eine Suppe ist immer leicht bekömmlich und erfordert nur wenig Aufwand bei der Zubereitung. Ungefähr zwanzig Minuten genügen für dieses einfache und dennoch schmackhafte Rezept. Den Ingwer zerstückelst Du in kleine Würfel, um diese im Anschluss sehr fein zu pürieren. Die Gelbe Rübe schälst Du gründlich und zerschneidest Sie in hauchzarte Scheibchen. Beides zusammen sollte bei geringer Hitze und wenig Fett mit Butter leicht gegart werden. Hinzugegebener Zucker karamellisiert sich unter gleicher Temperatur. Als nächsten Schritt folgt die Gabe von Gemüsebrühe und Kokosmilch. Beides lässt Du eine Weile bei nun mittlerer Hitze kochen. Am Ende führt der Einsatz eines Stabmixers für eine äußerst cremige Konsistenz. Etwas Salz und Pfeffer verleihen der Suppe zudem eine schärfere Note. Als kleines Extra eignet sich die Beilage eines Baguettes oder Brotes.

Zutaten:

  • Ingwer, Karotten, Zucker, Butter, Brühe, Kokosmilch, Salz und Pfeffer, Baguettes