Aminosäuren aufnehmen mit Whey Protein

Whey Protein wird vielfach im Internet als Nahrungsergänzungsmittel beworben. Die Werbung zielt in der Regel auf Sportler und sportliche Menschen ab, die von Whey Protein angeblich profitieren sollen. Der Begriff Whey Protein kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Molkenprotein. Molkenprotein kommt zu ca. 20 % in der Kuhmilch vor. Whey Protein wird aus der Milch als Konzentrat gewonnen und ist beispielsweise in Pulverform im Handel erhältlich. Das aus Ultrafiltration gewonnene Konzentrat beinhaltet Aminosäuren, wie beispielsweise L-Glutamin und L-Arginin. Aminosäuren wesentlich zur Bildung von Proteinen und ebenfalls Bestandteile von Proteinen. Was genau Whey Protein Aminosäuren sind und wozu diese notwendig sind, wird Dir nachfolgend näher erklärt.

Whey Protein Aminosäuren – was sind Aminosäuren?

Aminosäuren werden häufig AS abgekürzt und sind chemische Verbindungen, die aus einer Carbonsäuregruppe sowie aus einer Aminogruppe bestehen. Wegen ihrer chemischen Zusammensetzung werden sie auch Aminocarbonsäuren genannt. Proteine bestehen aus Aminosäuren. Die Aminosäuren stellen die Bausteine der Proteine dar und die Sequenz der Aminosäuren in einem Protein bestimmt beispielsweise die Faltung des Proteins. Die richtige Faltung des Proteins ist für die Proteinfunktion wesentlich.

Die Proteinbausteine sind am Aufbau des menschlichen Gewebes (Körpergewebe) beteiligt. Unterschieden werden beispielsweise essenzielle Aminosäuren von nicht-essenziellen und semi-essenziellen Aminosäuren. Essenzielle Aminosäuren kann der menschliche Körper nicht selbst produzieren. Diese Aminosäuren müssen durch die Nahrung dem Körper zugeführt werden. Die wichtigen Proteinbausteine kommen nicht nur im Menschen vor. Alle Lebewesen haben Aminosäuren.

Whey Protein Aminosäuren – welche Aminosäuren gibt es?

Es gibt mehrere Hundert Aminosäuren, die in verschiedene Gruppen eingeteilt werden können. Nicht alle in der Natur vorkommenden Aminosäuren sind für den Menschen essenziell. Die Aminocarbonsäuren können nach der Wichtigkeit für die Proteinsynthese in proteinogene sowie nicht-proteinogene AS eingeteilt werden. Proteinogen beschreibt Aminosäuren, aus denen die menschlichen Proteine zusammengesetzt sind. Es gibt 20 verschiedene, proteinogene Aminosäuren, die als kanonische Aminosäuren bezeichnet werden und einen bestimmten chemischen Aufbau besitzen. Die proteinogenen Aminosäuren liegen stereochemisch in der L-Form vor und tragen eine Aminogruppe am Alpha-C-Atom. Neben den 20 kanonischen Aminosäuren gibt es eine 21. Aminosäure, die ebenfalls als proteinogen bezeichnet wird, die aber nicht direkt durch die DNA codiert wird. Die Aminosäure Selenocystein wird dennoch in mehreren Enzymen im Menschen eingebaut.

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Ein in der RNA befindliches UGA-Codon sowie eine Insertionssequenz für Selenocystein (SECIS) steuern den Einbau. Nicht-proteinogene Aminosäuren gibt es in der Natur mehrere Hundert. Die nicht-proteinogenen Varianten sind für die Proteinsynthese im Menschen nicht wichtig. Dennoch können nicht-proteinogene AS für wichtige Funktionen im menschlichen Körper notwendig sein. So sind sie beispielsweise an diversen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Aminosäuren haben in verschiedenen Spezies unterschiedliche Funktionen. Die nicht-proteinogenen Aminosäuren sind beim Menschen beispielsweise Citrullin, Ornithin, GABA, Thyroxin und Homocystein. Ornithin und Citrullin spielen im Harnstoffzyklus eine Rolle. GABA ist ein wichtiger inhibitorischer Neurotransmitter im menschlichen Gehirn. Thyroxin ist vielen Menschen als L-Thyroxin bekannt und stellt ein Schilddrüsenhormon dar. Aminosäuren, die beim Menschen als nicht-proteinogen gelten, können in anderen Spezies wiederum proteinogen sein. Ein Beispiel ist die Aminosäure Pyrrolysin. Aminosäuren können zudem nach ihrer Verfügbarkeit in essenzielle, nicht essenzielle und semi-essenzielle AS eingruppiert werden. Auf diese Gruppen kommen wir später noch einmal zurück.

Whey Protein Aminosäuren – was ist Whey Protein?

Whey Protein ist Molkenprotein. Molkenprotein kommt in der Milch vor und kann, beispielsweise durch Ultrafiltration, aus der Milch gewonnen werden. Das gewonnene Konzentrat ist in Pulverform erhältlich. Neben der Ultrafiltration werden auch andere Verfahren genutzt, um Whey Protein herzustellen. So kann ein Whey Protein Isolat beispielsweise durch Mikrofiltration gewonnen werden. Durch die Mikrofiltration kann hauptsächlich das Molkenprotein aus der Milch herausgefiltert werden. Andere Bestandteile, wie Fett und Laktose, bleiben in der Milch zurück. Daher weisen Whey Protein Isolate nur einen kleinen Fett- und Laktoseanteil auf. Der Anteil an Fetten und Laktose in Whey Protein Konzentraten liegt bei unter einem Prozent. Whey Protein Isolat ist für Menschen interessant, die Laktoseunverträglichkeiten aufweisen oder eine Low-Carb-Diät machen möchten. Im Gegensatz zum Whey Protein Konzentrat ist in Whey Protein Isolat in der Regel mehr Protein enthalten. Des Weiteren soll das Whey Protein Isolat, laut Internetangaben, schneller vom Körper aufgenommen werden. Die Whey Protein Aminosäuren des Isolats sollten bereits nach ca. 30 Minuten im Blut angekommen sein. Das Whey Protein Isolat weist, wie das Whey Protein Konzentrat, einen hohen Aminosäuregehalt auf. Whey Protein Konzentrat wird ebenfalls schnell vom menschlichen Körper aufgenommen. Nach ungefähr 1,5 Stunden soll es bereits verdaut sein und nach ungefähr 45 Minuten sollen die Whey Protein Aminosäuren zum maximalen Teil bereits im Blut vorhanden sein. Die genannten Zeiten sind der biologischen Wertigkeit entnommen, die für Whey Protein Konzentrat auf mindestens einer Internetseite angegeben wird.

Whey Protein Aminosäuren – welche AS sind enthalten?

Das Whey Protein ist das Molkenprotein und kommt, neben Casein, als Milchprotein in der Kuhmilch vor. Zu unterscheiden ist hierbei das natürliche Vorkommen in der Milch von den im Handel erhältlichen Supplementen. Whey Protein Konzentrate und Whey Protein Isolate besitzen nicht unbedingt die identische Zusammensetzung an Inhaltsstoffen. So sind beispielsweise Mischungen auf dem Markt erhältlich, die viele Kohlenhydrate enthalten und für Low-Carb-Diäten nicht unbedingt geeignet sind. Es werden Supplemente angeboten, die mit Muskelmasseaufbau werben und in denen nicht nur Whey Protein vorhanden ist. Es können weitere Aminosäuren künstlich hinzugesetzt sein. Geworben wird auch mit sogenannten Pre-Workout-Supplementen, die, neben Whey Protein, Koffein oder Kreatin enthalten.

Im Whey Protein sind beispielsweise die BCAA enthalten. BCAA heißt Branched-Chain Amino Acids und beschreibt verzweigtkettige Aminosäuren. Zu den BCAA zählen essenzielle Aminosäuren wie Leucin, Valin und Isoleucin. Die Whey Protein Aminosäuren sind häufig in Supplementen enthalten, die Sportlern angeboten werden. Neben den genannten Whey Protein Aminosäuren kann in Whey Protein Supplementen auch L-Arginin und L-Carnitin vorhanden sein. Nachfolgend wird näher auf essenzielle Aminosäuren und nicht-essenzielle sowie semi-essenzielle AS eingegangen.

Whey Protein Aminosäuren – Eingruppierung nach der Verfügbarkeit

Essenzielle Aminosäuren kann der menschliche Körper nicht selbst produzieren, sondern diese müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Die nicht-essenziellen AS können vom menschlichen Körper selbst synthetisiert werden. Die nicht-essenziellen AS müssen auch nicht als Supplement (Nahrungsergänzungsmittel) eingenommen werden. Die dritte Gruppe bilden die semi-essenziellen Aminosäuren. Diese müssen nur in ganz bestimmten Situationen zugeführt werden. Beispielsweise bei extremen Belastungen oder chronischen Krankheiten. Wenn die Gefahr besteht, dass eine semi-essenzielle AS dem Körper nicht im ausreichenden Maße zur Verfügung steht, dann kann eine Supplementierung in Betracht gezogen werden, um eine Unterversorgung zu vermeiden.

Essenzielle Aminosäuren

Zu den essenziellen Aminosäuren zählen beispielsweise die verzweigtkettigen Aminosäuren L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin. Aber auch L-Lysin, L-Methionin, L-Threonin, L-Tryptophan und L-Phenylalanin sind essenzielle AS.

Nicht-essenzielle Aminosäuren

Zu den nicht-essenziellen AS zählen L-Asparagin, L-Arginin, L-Alanin, L-Asparaginsäure, L-Cystein, L-Glycin, L-Glutaminsäure, L-Glutamin, L-Histidin, L-Prolin, L-Tyrosin und L-Serin. L-Tyrosin ist eine nicht-essenzielle Aminosäure bei Erwachsenen. Für Kinder ist L-Tyrosin essenziell.

Semi-essenzielle Aminosäuren

Semi-essenzielle Aminosäuren, die nur in bestimmten Situationen supplementiert werden müssen, sind beispielsweise L-Histidin und L-Arginin. Wenn ein gesteigerte Proteinbedarf vorhanden ist, dann kann die Aufnahme von L-Arginin und L-Histidin mit der Nahrung notwendig sein.

Whey Protein Aminosäuren – Carnitin

Carnitin ist keine Aminosäure und kann vom menschlichen Körper selbst produziert werden. L-Carnitin spielt eine Rolle in wesentlichen Stoffwechselprozessen und wird aus den Aminosäuren Methionin und Lysin synthetisiert. L-Carnitin wird als Aminosäure-Verbindung charakterisiert und ist in der Energiegewinnung des menschlichen Körpers involviert. Das Carnitin ist für den Transport sogenannter langkettiger Fettsäuren zwischen dem Zytosol und den Zellorganellen (Mitochondrien) essenziell. Die Mitochondrien sind die „Energiemotoren“ der menschlichen Zelle. Beispielsweise beim Ausdauersport spielt die Energiegewinnung eine bedeutende Rolle. L-Carnitin wird vom menschlichen Körper in der Leber gebildet. Die Aminosäure-Verbindung wird in der Muskulatur gespeichert (20 mg bis 25 mg). Es wird schätzungsweise 16 mg L-Carnitin pro Tag vom menschlichen Körper benötigt. Wird mehr Carnitin aufgenommen, dann kann es mit dem Urin ausgeschieden werden. Der menschliche Körper synthetisiert die Substanz bedarfsgerecht.

Whey Protein Aminosäuren – L-Arginin

L-Arginin ist eine proteinogene Aminosäure, die ebenfalls in Proteine eingebaut wird. Die Aminosäure gehört zu den semi-essenziellen AS und kann mit der Nahrung aufgenommen werden. L-Arginin kommt in Fleisch und anderen Lebensmitteln vor. Als semi-essenzielle Aminosäure wird L-Arginin vom Körper selbst produziert. Die AS ist für Körperfunktionen, wie beispielsweise Blutdruck, Spermienproduktion und Erektion, wichtig. L-Arginin spielt im Muskelaufbau eine Rolle und ist für Blutgefäße und Herz wichtig. Die semi-essenzielle AS wird vom Körper im Harnstoffwechsel gebildet. Sie stellt eine Vorstufe zu Stickstoffmonoxid dar. Stickstoffmonoxid ist ein Botenstoff, der beispielsweise im Gehirn eine Rolle spielt.

Whey Protein Aminosäuren – wenn Aminosäuren dem Körper fehlen

Fehlen Aminosäuren dem Körper, dann kann es, beispielsweise im Falle von essenziellen AS, zu gesundheitlichen Problemen kommen. Wer gesundheitliche Probleme hat, der sollte allerdings keinen Selbstversuch unternehmen und einfach zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Es ist wichtig, dass ein Arzt die Ursache der Probleme abklärt und wirkungsvolle Therapien in die Wege leitet.

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Mangel an L-Arginin

Die Aminosäure Arginin übernimmt im menschlichen Körper viele Funktionen. Sie ist beispielsweise am Aufbau der Muskelmasse und an der Körperentgiftung beteiligt. Arginin soll durchblutungsfördernd wirken (Muskeln, Gehirn) und für das Immunsystem sowie den Hormonstoffwechsel wichtig sein. Des Weiteren hat L-Arginin gefäßerweiternde Wirkung. Die AS wirkt zudem positiv auf die Erektion ein. Wenn die semi-essenzielle Aminosäure L-Arginin nicht ausreichend vorhanden ist, dann kann es zu Wundheilungsstörungen, Durchblutungsstörungen, Erektionsstörungen, Arteriosklerose-Erscheinungen sowie zu allgemeiner Infektanfälligkeit kommen. Des Weiteren kann die Libido nachlassen.

L-Carnitin – ist ein Mangel möglich?

Carnitin ist eine Aminosäureverbindung, die vom menschlichen Körper ausreichend synthetisiert wird. Das Carnitin, das nicht benötigt wird, wird mit dem Urin wieder ausgeschieden. Eine zu hohe Dosierung an Carnitin kann zu Durchfall führen. Des Weiteren kann eine L-Carnitin-Einnahme in hohen Dosen über eine längere Zeit sogar zu Herz- und Arterienschäden führen. Wird L-Carnitin über einen längeren Zeitraum als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, dann kann sich die körpereigene Produktion senken. Mehr L-Carnitin führt nicht zu einem höheren Muskelgehalt. Des Weiteren kann es auch nicht die Fettverbrennung fördern oder Muskelschäden vorbeugen. Auch bei Sportlern reicht die L-Carnitin-Eigenproduktion in der Regel aus. Vor der Einnahme von L-Carnitin als Nahrungsergänzungsmittel sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.

Whey Protein Aminosäuren – was ist bei der Einnahme zu beachten?

Wenn Du Whey Protein Aminosäuren zur Nahrungsergänzung nehmen möchtest, dann solltest Du die Inhaltsstoffe genau studieren und nur hochwertige Substanzen erwerben, die Dein Körper wirklich benötigt. Sind Aminosäurekombinationen enthalten, wie beispielsweise nicht-essenzielle Varianten, die der Körper selbst produzieren kann, dann ist Vorsicht geboten. Wenn Du gesundheitliche Probleme hast, solltest Du nicht zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, sondern einen Arzt zurate ziehen. Vor der Einnahme von Whey Protein sollten die Herstellerhinweise gelesen werden. Des Weiteren sollte genau nach Herstelleranweisung dosiert werden.

L-Arginin – wann wird die Aminosäure besonders benötigt?

Bei einseitiger Ernährung, in der Schwangerschaft, bei geschwächtem Immunsystem sowie bei Erektionsstörungen kann L-Arginin besonders benötigt werden. Auch Sportler und Raucher können einen bestimmten L-Argininbedarf aufweisen. Vor der Einnahme von L-Arginin in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sollte ein Arzt zurate gezogen werden.

L-Carnitin – wann kann es zu einer geringeren Versorgung kommen?

Carnitin wird in ausreichender Menge vom menschlichen Körper selbst synthetisiert. In der Regel weisen auch Sportler keinen Mangel an der Aminosäureverbindung auf. Des Weiteren wird L-Carnitin, zusätzlich zur Synthese im menschlichen Körper, über die Nahrung aufgenommen. Lediglich Leistungssportler, die rein vegetarisch leben, können eine geringere L-Carnitin-Versorgung aufweisen. Um eine ausreichende L-Carnitin-Zufuhr zu gewährleisten, sollten vegetarische Leistungssportler sich ernährungstechnisch sowie ärztlich beraten lassen.

Whey Protein und Muskelaufbau

Werden Proteine gesondert betrachtet, kann allgemein gesagt werden, dass Proteine für den Muskelaufbau gut sind. Proteine sind in vielen Lebensmitteln enthalten, weswegen es bei den meisten Menschen nicht zu einer Unterversorgung kommt. Whey Protein ist das Molkenprotein der Kuhmilch und wird in diversen Nahrungsergänzungsmitteln beworben. Molkenprotein kann für Leistungssportler oder Bodybuilder interessant sein, die sich vegetarisch ernähren. Es ist ratsam, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln den Arzt zu fragen, ob ein Mangel bei Sportlern auftreten kann und ob das jeweilige Whey Protein dem Körper etwas bringt. Sportmediziner können weiterführende Informationen zu Muskelaufbaustudien und dem Ernährungszusammenhang geben.

Whey Protein – Fazit

Whey Protein ist das Molkenprotein aus der Kuhmilch, das als Nahrungsergänzungsmittel in diversen Formen erhältlich ist. Whey Protein enthält essenzielle sowie semi-essenzielle Aminosäuren (L-Arginin), die bei erhöhtem Bedarf an entsprechenden Aminosäuren eingenommen werden können. Beim Kauf von Whey Protein sollte auch auf qualitativ hochwertige Produkte geachtet werden, die wirklich nur die wichtigen Aminosäuren und keine gefährlichen Zusatzstoffe enthalten. Vor der Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.