Warum Vitamin D für Kinder wichtig und sinnvoll ist

Warum ist Vitamin D für Kinder wichtig? Der menschliche Körper benötigt zahlreiche verschiedene Nährstoffe, um seine Funktion aufrechtzuerhalten. Von Geburt an müssen ihm wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Besonders für Kinder ist ausreichend Vitamin D wichtig und sinnvoll, da es den Knochenaufbau und folglich das Wachstum wesentlich unterstützt. Ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern kann somit nicht nur das Wachstum hemmen, sondern gesundheitliche Konsequenzen zur Folge haben.

Was ist Vitamin D?

Vitamin D gehört der Gruppe der fettlöslichen Vitamine an. Im Gegensatz zu den anderen Vitaminen nimmt Vitamin D eine Art Sonderstellung ein, da der Körper in der Lage ist, den Nährstoff selbst zu bilden. Folglich handelt es sich bei Vitamin D um kein Vitamin im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Hormon. Der Mensch ist somit nicht ausschließlich auf eine Vitamin-D-Zufuhr durch seine Nahrung und sein Trinkwasser angewiesen. Grundsätzlich produziert der menschliche Körper ausreichend Vitamin D, um den Bedarf zu stärken. Zentraler Bestandteil für die Bildung von Vitamin D ist Sonnenlicht. Aus diesem Grund sollte stets darauf geachtet werden, täglich ausreichend Zeit im Sonnenlicht zu verbringen. Ein Zeitraum von 15 Minuten genügt bereits, um die Vitamin-D-Produktion zu fördern.

Lediglich ein kleiner Teil des Nährstoffs wird über die Nahrung abgedeckt. Einen besonders hohen Vitamin-D-Gehalt besitzen dabei fettige Fischsorten wie etwa Makrele, Lachs, Hering und All. Ebenfalls weisen Butter, Leber und Eier erhöht Vitamin D auf. Bezüglich nicht tierischer Lebensmittel besitzen Speisepilze den höchsten Vitamin-D-Anteil. Der Großteil der Lebensmittel allerdings weist nur eine begrenzte Menge an Vitamin D auf.

Da der Körper Vitamin D selbst produziert, verbraucht er den Nährstoff nicht sofort. Er speichert den Anteil an produziertem und zugeführtem Vitamin D meist für mehrere Monate, wodurch ein Abbau des Vitamins nicht rasch erfolgt. Grundlegende Speicherorte für Vitamin D sind das Fett- und Muskelgewebe. Die Leber ist gleichfalls dazu in der Lage, geringe Mengen des Vitamins zu lagern. Besonders in den Wintermonaten ist der Körper aufgrund der geringen Sonneneinwirkung auf die Reserven angewiesen. In der Regel werden die Speicher ab dem Frühjahr wieder aufgefüllt, sodass nur selten ein Mangel eintritt.

Funktionen von Vitamin D

Vitamin D unterstützt sowohl bei Kindern wie bei Erwachsenen zahlreiche unterschiedliche Körperfunktionen. Vor allem wirkt es auf den Stoffwechsel und die damit verbundenen durchgeführten Prozesse ein. Im Darm hilft das Vitamin bei der Aufnahme von Phosphat und Kalzium, welches der Körper aus der Nahrung gewinnt. Knochen und Zähne werden durch Vitamin D wesentlich gestärkt, da das Vitamin den Einbau von Kalzium ermöglicht. Auch bezüglich Muskulatur ist der Mensch auf die Zufuhr von Vitamin D angewiesen. Das Vitamin versorgt die Muskulatur mit ausreichend Kalzium, sodass die Muskeln stark und belastbar werden. Im Immunsystem hingegen hilft der Nährstoff, Abwehrzellen nicht nur zu differenzieren, sondern ebenfalls zu reifen. Aus diesem Grund kann der Körper ein besseres Abwehrsystem aufbauen und wird weniger anfällig für Krankheiten. Zudem hilft das Vitamin dem Hormonsystem, indem es eine Sekretion von Schilddrüsenhormonen, Parathormon und Insulin durchführt.

Warum brauchen Kinder viel Vitamin D?

Der menschliche Körper benötigt Vitamin D vor allem, um Kalzium in den Knochen und Muskeln zu binden, wodurch sie stärker werden. Folglich ist der Nährstoff unabdingbar für das Körperwachstum, welches vor allem im Säuglings-, Kleinkinder- und Kinderalter teils rasant vor sich geht. Zugleich besitzt Vitamin einen Schutzfaktor gegenüber verschiedenen Krankheiten. Die aktive Form von Vitamin D, Calcitriol, hilft dem Immunsystem, indem es die Umwandlung von Monozyten fördert. Diese werden zu Makrophagen bzw. Fresszellen, welche Bedrohungen im Immunsystem aktiv bekämpfen. Werden Kinder mit ausreichend Vitamin D versorgt, senkt sich dadurch das Risiko für Erkrankungen wie Atemwegsinfekte sowie grippale Infekte.

Des Weiteren besitzt Vitamin D eine immun modulierende Wirkung, wodurch Kinder eine höhere Schutzfunktion gegenüber Autoimmunerkrankungen wie etwa Diabetes Typ-1 oder Multiple Sklerose besitzen. Besonders wichtig ist Vitamin D für Kinder in Bezug auf die Gehirnentwicklung. Die Nervenzellen des Gehirns besitzen Vitamin-D-Rezeptoren. Zugleich existieren im Gehirn Enzyme, welche nachweislich die Bildung von Calcitriol fördern. Dadurch werden die Funktion und die Entwicklung des Gehirns im gesamten Kindesalter wesentlich unterstützt.

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Warum ist Vitamin D für Kinder gerade im Winter wichtig?

Rund zwei Drittel der Drei- bis 17-jährigen Kinder und Jugendliche werden laut einer Umfrage des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey bzw. KiGGS aus dem Jahr 2007 mit unzureichend Vitamin D versorgt. Da der Körper den Nährstoff vor allem durch Sonneneinwirkung auf der Haut selbstständig bildet und nur ein geringer Anteil über die Nahrung zugeführt wird, sind Kinder und Jugendliche aufgrund des angeregten Stoffwechsels und Knochen- sowie Muskelwachstums auf eine regelmäßige Zuführung von Sonnenlicht angewiesen. Während der Herbst- und Wintermonate ist dies jedoch nur bedingt aufgrund der verminderten Sonnenstunden und den schwächeren Sonnenstrahlen möglich. Lediglich im Sommer kann der menschliche Körper durch Sonneneinstrahlung genügend Vitamin D herstellen, um die Speicher wieder zu füllen und den Körper ausreichend zu versorgen. Damit im Winter kein Vitamin-D-Mangel eintritt, sind Kinder und Jugendliche in diesem Zeitraum auf eine gesonderte Zufuhr des Nährstoffs über Vitamin D reiche Lebensmittel oder eigene Nahrungsergänzungsmittel angewiesen.

Die richtige Dosierung von Vitamin D für Kinder

Grundsätzlich ist der menschliche Körper selbstständig in der Lage, ausreichend Vitamin D zu bilden, sodass nur ein geringer Teil des Nährstoffs über die Nahrung zugeführt werden muss. Ist der Körper allerdings aufgrund verminderter Sonneneinwirkung oder einer anderen Ursache nicht in der Lage, Vitamin D zu produzieren, müssen häufig Nahrungsergänzungsmittel oder Präparate verabreicht werden. Die Tagesdosis Vitamin D für Kinder sollte dabei stets bei 20 Mikrogramm liegen, wobei zunächst versucht werden sollte, den Bedarf durch Nahrung zu decken. Möchten Eltern vor allem Kleinkinder mit Vitamin-D-Präparaten versorgen, sollten sie darauf achten, dass die Supplementierung durch eigene Präparate bei etwa 400 bis 500 Internationale Einheiten Vitamin D3 pro Tag liegt. Chronisch kranke oder früh geborene Kinder besitzen hierbei einen anderen Bedarf, welcher zuvor mit einem Arzt abgeklärt werden muss. Ab dem zweiten Lebensjahr wird empfohlen, die Supplementierung mit 400 Internationale Einheiten Vitamin D3 durchzuführen und darauf zu achten, dass die Kinder ausreichend Bewegung an der frischen Luft und in der Sonne erhalten.

Vitamin-D-Bedarf bei Erwachsenen und Kindern

Menschen jeden Alters benötigen Vitamin D für die unterschiedlichen Körperfunktionen. Der tägliche Bedarf liegt hierbei bei 20 Mikrogramm Vitamin D. Der Tagesbedarf setzt allerdings voraus, dass der Körper kein eigenes Vitamin D bildet. Ab einem Alter von 65 Jahren wird eine gesonderte Zufuhr des Vitamins über die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Schwangere besitzen außerdem einen erhöhten Vitamin-D-Bedarf, damit der Fötus gesund und ordnungsgemäß wachsen kann. Die Tageszufuhr von Vitamin D bei Schwangeren beträgt ungefähr 2,1 bis 3,3 Mikrogramm. Säuglinge im ersten Lebensjahr sollten laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung täglich 10 Mikrogramm Vitamin D zu sich nehmen. Die Tageszufuhr ist unabhängig von der Tatsache, ob der Säugling gestillt und somit über die Muttermilch mit dem wichtigen Vitamin versorgt oder ihm der Nährstoff durch eigene Säuglingsnahrung zugeführt wird. Zwischen dem 12. Und 18. Lebensmonat weisen Säuglinge einen besonders hohen Bedarf an Vitamin D auf, da der Körper in diesem Zeitraum rasant wächst. Um den Bedarf zu decken, kann den Kindern ein Tropfen Vitamin-D-Öl gegeben werden. Ob die Zufuhr notwendig ist, entscheidet dabei häufig der Geburtszeitraum des Kindes. Kinder, welche im Frühling oder Sommer geboren werden, werden durch die Sonneneinstrahlung im Regelfall mit ausreichend Sonnenstrahlen und somit selbst gebildeten Vitamin D versorgt. Endet das erste Lebensjahr des Säuglings allerdings im Herbst oder Winter, sollte eine Vitamin-D-Zufuhr durch spezifische Präparate erfolgen. Ab dem zweiten Lebensjahr entspricht der Vitamin-D-Bedarf von Kindern und Jugendlichen jenen von Erwachsenen.

Welche Kinder benötigen mehr Vitamin D?

Besonders erhöht ist der Bedarf an zugeführten Vitamin D bei Kindern und Jugendlichen, welche sich hauptsächlich im Inneren aufhalten. Aufgrund der Tatsache, dass diese Kinder und Jugendlichen nur vermindert Sonnenstrahlung abbekommen, kann der Körper teils nur eine ungenügende Menge an Vitamin D produzieren. Ebenfalls zählen Kinder mit einer dunkleren Hautfarbe in Mitteleuropa zur Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel, da sich bei ihnen die Sonnenstrahlen schwächer auswirken und der Körper länger benötigt, um den Nährstoff zu produzieren. Des Weiteren wirkt sich eine vegetarische oder vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen eher negativ bezüglich der Vitamin-D-Zufuhr aus, da nur wenige pflanzliche Lebensmittel einen hohen Vitamin-D-Anteil besitzen.

Auswirkungen eines Vitamin-D-Mangels bei Kindern

Vitamin D für Kinder ist vor allem während der ersten beiden Lebensjahre notwendig. Doch auch in der späteren Entwicklung sollten Eltern darauf achten, ihre Kinder mit ausreichend Vitamin D zu versorgen, um einen Mangel und die daraus resultierenden Krankheiten und Symptome zu vermeiden. Insbesondere im ersten Lebensjahr ist eine Zugabe von Vitamin D für Kinder nahezu unentbehrlich, da der Organismus sonst nicht in der Lage ist, genügend Kalziumphosphat in die Knochen einzubauen. Aus dem Mangel resultiert eine unzureichende Verkalkung des Knochengewebes bzw. eine Rachitis, welche gravierende Folgen für das fortlaufende Knochenwachstum besitzt. Typisch für eine Rachitis im Säuglings- und Kleinkindeskalter ist eine spätere Verkrümmung der Wirbelsäure, O- oder X-Beine, ein verformter Brustkorb, ein abgeflachter, weicher Hinterkopf oder eine vorgewölbte Stirn sowie verspätetes Zahnen und Karies. Bezüglich Muskulatur können die Kinder oder einer Muskelschwäche mit wiederkehrenden Muskelkrämpfen oder einer schwachen Bauchmuskulatur leiden. Außerdem treten Gelenkschwellungen, chronische Verstopfungen sowie eine motorische Entwicklungsverzögerung auf.

Symptome eines Vitamin-D-Mangels bei Kindern

Ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern zeigt sich bereits früh in der Entwicklung. Ungefähr ab dem dritten Lebensmonat treten die Symptome hervor, da die Kinder sehr schreckhaft sind, viel weinen, schlecht schlafen oder einen niedrigen Muskeltonus besitzen. Zusätzlich schwitzen manche Säuglinge stark am Hinterkopf. Als weiteres Krankheitsstudium zeigt sich Kraniotabes bzw. ein weicher Knochen am Hinterkopf, welcher sich eindrücken lässt. Zugleich ist die Fontanelle auffällig weit. Des Weiteren treten Auftreibungen an der Knorpel- und Knochengrenze des Brustkorbs der Säuglinge auf. Im Fachjargon wird dieser Zustand rachitischer Rosenkranz genannt. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium leidet das betroffene Kind unter einem glockenförmigen Brustkorb.

Zu wenig Vitamin D im Säuglingsalter zeigt sich ebenso an den Fuß- und Handgelenken. Diese sind sichtbar verbreitet und treten gelegentlich mit Beindeformierungen auf. Aufgrund der aufgetriebenen Schädelnähte und der Abflachung des Hinterkopfes bildet sich ein Quadratschädel. Eine Rachitis besitzt jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Skelettstruktur. Lebensgefährliche Bedrohungen in Form von Stimmritzenkrämpfen, generellen Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen sind ebenfalls möglich. Werden die Symptome und Krankheiten nicht rechtzeitig behandelt, können je nach Schwere und Dauer dauerhafte Schäden an der Wirbelsäule, den Gliedmaßen sowie dem übrigen Skelett entstehen. Außerhalb des Säuglings- und Kleinkindalters zeigt sich an ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern durch einen sogenannten Froschbauch, bei welchen die Bauchmuskulatur schlaff ist. Zudem sind die Kinder anfälliger für Infekte vor allem an den Atemwegen. Liegt ein Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern vor, kann der behandelte Arzt einen Bluttest durchführen, welcher eine genaue Einsicht auf das Krankheitsbild ermöglicht.

Einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern vorbeugen

Vitamin D für Kinder ist unentbehrlich, da es das Wachstum und die Entwicklung wesentlich beeinflusst. Möchten Eltern einen Mangel und die daraus resultierenden Krankheiten vorbeugen, können sie entweder auf eigene Präparate und Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke zurückgreifen oder eine Lebensumstellung durchführen. Vor allem ausreichend Sonneneinwirkung gilt als zentrales Mittel, um einen Mangel vorzubeugen und Vitamin D für Kinder und Jugendliche bereitzustellen. Insbesondere Risikogruppen sollten sich das gesamte Jahr über im Freien aufhalten. Als Minimum gilt eine Stunde täglich. Der Körper ist in der Lage, den Nährstoff zu bilden und durch die Bewegung den Knochenaufbau zu fördern. Zusätzlich zur Bewegung an der frischen Luft sollten Kinder und Jugendliche zwischen April und September darauf achten, zweimal wöchentlich im Zeitraum von 10 bis 15 Uhr für ungefähr fünf bis dreißig Minuten draußen zu sein und Sonnenlicht zu tanken. Damit die Sonnenstrahlen die Vitamin-D-Produktion anregen können, sollte dies mit unbedecktem Kopf sowie freien Beinen und Armen geschehen. Ein Sonnenbrand sollte allerdings durch die Verwendung von milden Sonnenblockern vermieden werden.

Vitamin D für Kinder in Form von Präparaten

Ist der Körper nicht in der Lage, ausreichend Vitamin D für Kinder zu produzieren und kann der Nährstoffbedarf ebenso nicht über die Ernährung gedeckt werden, bietet sich die Zugabe von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln an. Lediglich sehr große Mengen des Vitamins können eine Überdosierung hervorrufen, wodurch die Präparate nach Absprache mit einem Arzt gegeben werden können. Besonders ratsam ist die Supplementierung aufgrund der geringeren Sonneneinwirkung zwischen Oktober und März. Vitamin D für Kinder in Form eines Präparats existiert hierbei in Form von Tabletten, Kapseln, Tropfen oder Ölen. Das Alter des Kindes bestimmt letztendlich die Art der Supplementierung. Während ältere Kinder eigene Lutschtabletten oder Kapseln mit einem erhöhten Vitamin-D-Inhalt einnehmen können, werden Säuglingen und Kleinkindern in der Regel Tropfen oder Öle gegeben. Ebenfalls ist es bei Säuglingen möglich, Tabletten aufzulösen und diese zu verabreichen.