Spirulina – die gesunden Algen

Spirulina gehören zu den Cyanobakterien und werden deshalb in der Umgangssprache auch als Blaualgen bezeichnet. Insgesamt gibt es 35 unterschiedliche Arten der Alge. Die bekannteste ist Spirulina platensis. Beheimatet sind die Algen vor allem in Salzseen in Australien, Mittelamerika, Afrika und Südostasien.

Spirulina Algen gelten seit vielen Jahrzehnten als wertvolle Quelle besonders gut verfügbarer Nährstoffe. In ihren Herkunftsregionen ist sie seit dem Altertum ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. So wussten beispielsweise bereits die alten Azteken, dass ein Mensch sehr gut mehrere Wochen nur von Wasser und dieser besonderen Alge leben kann.

Wissenswertes

Die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung für Spirulina ist Arthrospira. Die Art ist nur 1 bis 5 μm groß und verfügt weder über einen Zellkern noch über feste Zellwände. Damit ist sie auch keine Pflanze, sondern ein Bakterium und gehört zur Gattung der Cyanobakterien. Für die typisch blau-grünliche Färbung sorgt der Farbstoff Phycocyan. Gemäß der auffälligen Farbgebung wurden Arthrospira und verwandte Arten früher auch als Blaualgen bezeichnet.

Insgesamt sind 35 Unterarten bekannt, wobei bis heute nicht ganz klar ist, ob es sich dabei wirklich um eigene Arten handelt. Die Mikroalge bildet je nach Standort und Wasserqualität sehr unterschiedliche Varietäten aus. Spirulina platensis, Spirulina fusiformis oder Spirulina maxima gehen im Grunde genommen alle auf dieselbe Art zurück und unterscheiden sich nur unwesentlich. Für Dich als Kunden sollte der tatsächliche Nährwertgehalt eines Produktes ausschlaggebend geben sein. Die genaue Art oder eine korrekte lateinische Bezeichnung spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Natürliches Vorkommen

Spirulina gilt als eine Süßwasseralge, gedeiht aber auch in Mischwässern aus Salz und Süßwasser. Überall dort, wo Flüsse auf das Meer treffen oder Seen sehr nah am Meer liegen, wächst das nahrhafte Bakterium hervorragend. Selbst stark alkalische Salzseen dienen als Habitat. Verbreitet ist Athrospira in subtropischen und tropischen Regionen in Mittelamerika, Südostasien, Australien und Afrika.

In den meisten dieser Länder ist die Mikroalge schon sehr lange ganz normaler Teil der menschlichen Ernährung. Wissenschaftler nehmen sogar an, dass die Alge bereits vor 3 Millionen Jahren an entscheidenden Umwandlungsprozessen auf der Erde beteiligt war. Mikroorganismen begannen zu dieser Zeit im großen Stil CO2 in Sauerstoff umzuwandeln. Auf diese Weise wurde die heutige Atmosphäre geschaffen und der Grundstock für weiteres organisches Leben gebildet.

Der moderne Anbau

Der Einzeller wird heutzutage meistens in großen Aquakulturen angebaut. Das sind große Behältnisse und Becken, die eine Aufzucht unter hygienischen Verhältnissen und jederzeit gleichbleibender Qualität garantieren. Bis heute besteht die Hauptaufgabe der Mikrolage in der Umwandlung von CO2 in Sauerstoff. Wird den Becken extra viel Kohlenstoff zugeführt wächst und gedeiht sie prächtig. Während des Wachstums nimmt sie eine Vielzahl an Mineralien aus dem Wasser auf und wandelt diese in besonders hochverfügbare organische Verbindungen, sogenannte Chelate um. Der Mensch profitiert von diesem Nebeneffekt in ganz besonderer Weise, da Chelate meistens Regel besser verstoffwechselt werden können als rein mineralische Verbindungen.

Der Unterschied zu Chlorella, AFA und Nori

Chlorella ist ebenfalls eine in Süßwasser gedeihende Mikroalge. Sie ist etwas weiter entwickelt als Arthrospira, gehört bereits zum Pflanzen-Reich und dort zu den Eukaryoten. Der Nährwert ist vergleichbar. Chlorella kann zudem für Menschen verwertbares Vitamin B12 liefern und ist als reine Süßwasseralge stets jodarm.

AFA oder auch die Grüne Spanalge (Aphanizomenon flos-aquae) ist ebenfalls eine Süßwasseralge und ein Cyanobakterium. Sie ist Arthrospira sehr ähnlich. Der größte Unterschied liegt in der Gewinnung aus Wildwuchs und das fast ausschließlich aus dem Klamath-See im US-Bundesstaat Oregon.

Nori sind zu hauchdünnen Platten gepresste Blau- und Rotalgen, die hauptsächlich in Mündungsgebieten von Flüssen gedeihen. Sie finden Verwendung in der Küche als Zutat zu Sushi oder auch als gesunder Snack.

Die Inhaltsstoffe der Spirulina-Algen

Da es sich bei Spirulina-Algen um ein Naturprodukt handelt, schwanken die Inhaltsstoffe leicht je nach Herkunftsland. Mit 65 % haben die Algen einen hohen Anteil an Proteinen. Alle acht essenziellen Aminosäuren haben die Spirulina-Algen an Bord. Essenzielle Aminosäuren sind lebenswichtig, können aber vom Körper nicht selbst hergestellt werden, sondern müssen von außen zugeführt werden. Auffällig ist, dass außer Vitamin C und Cholin sämtliche wichtige Nährstoffe in den Algen enthalten sind. So sind Spirulina reich an Provitamin A, Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B6 und Vitamin B12. Auch Vitamin E ist enthalten, eine wahre „Nährstoff-Bombe“. Wichtige Wirkstoffe der Blaualgen sind auch die Pflanzenfarbstoffe, die in Form von Xantophyllen und Chlorophyll enthalten sind. Ebenso enthält die Alge Gamma-Linolensäure, eine ungesättigte Fettsäure. Auch Kalium, Eisen, Jod, Selen, Zink und Natrium sind Bestandteil der grünen Algen. Die Zellwände von Spirulina sind nicht mit Zellulose aufgebaut. Deshalb sind sie besonders leicht verdaulich und die Nährstoffe können gut vom Körper aufgenommen werden. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass sie im Vergleich zu anderen Algen einen sehr geringen Jodgehalt haben.

Zudem ist ein wichtiger Bestandteil der Farbstoff Chlorophyll. Dieser ähnelt in der Zusammensetzung unserem rotem Blutfarbstoff, dem Hämoglobin. Chlorophyll soll sich positiv auf die Bildung des menschlichen Blutes ausbilden auswirken und zudem die Zellatmung unterstützen. Die Mirkoalge beinhaltet zudem kaum Zucker und wenig Fett.

Spirulina und Vitamin B12

Lange galt die Alge als eine zuverlässige Quelle für Vitamin B12. Studien finnischer Forscher proklamierten 1991 ein fast schon fantastisch hohes Vorkommen des Super-Vitamins in einer pflanzlichen Nahrungsquelle. Spätere Forschungsergebnisse widerlegten diese Meldungen. Fehlgeschlagene Studien und erneute Forschungen ergaben das Vorkommen eines Pseudo-Vitamins, das auch als Vitamin-B12-Analoga bekannt wurde. Dieses Analoga sieht dem normalen Vitamin B12 von der Molekül-Struktur her täuschend ähnlich, kann aber vom menschlichen Körper nicht verwertet werden. Suchst Du eine zuverlässige pflanzliche Quelle für Vitamin B12, kannst Du alternativ auf die Chlorella Alge zurückgreifen. Allerdings muss das Vitamin auch hier nicht zwingend und in größeren Mengen enthalten sein. Ein Blick auf die Nährwertangaben verrät Dir einmal mehr die tatsächliche Qualität eines Produktes.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4042564/

Studien und Forschung zur Wirksamkeit

In den 1970er Jahren kam Arthrospira in den Fokus der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aufgrund der leichten Verfügbarkeit und dem wahrhaft ungewöhnlichen Nährwert wurde dem Bakterium der Titel „Bestes Nahrungsmittel der Zukunft“ verliehen. Seit 2003 existiert in Zusammenarbeit mit den United Nations die Organisation IImsam (http://iimsam.org/eng/), die sich der Lösung weltweiter Mangelernährung mittels Spirulina widmet.

Die Alge wurde mehrfach untersucht und erforscht. Dabei kamen teils erstaunliche Ergebnisse heraus. Folgestudien widerlegten aber auch viele dieser Erkenntnisse bald wieder. So kann bis heute zu den meisten Krankheiten keine verbindliche Aussage zur Heilung oder Linderung durch Spirulina getroffen werden.

Die Wirkung von Spirulina

Spirulina-Algen gehören zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Beta-Carotin-Gehalt. Das Beta Carotin und die enthaltenen Vitamine E und A sowie das Chlorophyll wirken stark antioxidativ. Freie Radikale stehen in Verdacht eine Rolle bei rheumatischen Erkrankungen zu spielen. Auch für vorzeitige Alterungsprozesse sind sie verantwortlich. Die Algen liefern zahlreiche wichtige Aminosäuren. Diese werden innerhalb des Körpers als Bausteine genutzt. Sie übernehmen wichtige Aufgaben im Energiestoffwechsel, unterstützen die Hirnfunktion oder erfüllen Funktionen im Haut- und Knochenstoffwechsel.

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Die in den Algen enthaltenen Mineralstoffe wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und das Nervensystem aus. Eine positive Wirkung auf das Immunsystem zeigen auch die Fettsäuren der Spirulina-Algen. Sie dienen der Zellerneuerung und der Produktion von Abwehrzellen.

Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit der Alge Schwermetalle zu binden. Da sie insbesondere Quecksilber gut aufnehmen, werden die Algen häufig im Rahmen einer Amalgam-Sanierung verabreicht. Nebenwirkungen, die bei einer Entgiftung des Körpers auftreten können, werden durch Spirulina abgemildert.

Mehrfach und zuverlässig bestätigen konnte sich bisher nur eine positive Wirkung bei der

  • Stabilisierung des Immunsystems, insbesondere bei allergischen Reaktionen, die mit einem Schnupfen einhergehen
  • Erhaltung der körperlichen Leistungskraft von Sportlern
  • Rekonvaleszenz von Schlaganfallpatienten, Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15817266

Spirulina kann das Immunsystem balancieren

Im Frühjahr 2005 veröffentliche die Fachzeitung Journal of Medicinal Food eine Studie zur Einnahme von Arthrospira bei Patienten mit nasalen Allergien.

Untersucht wurde die Wirkung des Bakteriums auf die Bildung und das Verhalten bestimmter Botenstoffe des Immunsystems. Wann immer das Immunsystem eine Bedrohung durch eindringende Fremdkörper wie Bakterien oder Viren meldet, sendet die Körperabwehr diese Botenstoffe aus. Bei der allergischen Rhinitis kommt den Zytokinen eine besondere Bedeutung zu. Das sind Proteine, die körpereigene Abwehrzellen herbeirufen, sobald ein Eindringling ermittelt wurde. Interferonen bilden eine Unterart der Zytokine und sitzen als Wächter direkt auf der Zellmembran. Sie benachrichtigen die Zellen, ab wann ganz bestimmte Abwehrstoffe gebildet werden müssen, um das direkte Umfeld der Zelle durch eine Veränderung der Protein-Struktur zu schützen.

Bei Allergien aller Art sorgt eine Dysbalance dieser Botenstoffe für eine übertriebene Abwehrreaktion auf eigentlich harmlose Reize. Wie diese Fehlinformationen zustande kommen, ist bis heute nicht bekannt. Die Behandlung zielt immer auf eine Linderung der allergischen Reaktion ab und war im Fall des allergischen Schnupfens mit Spirulina erfolgreich.

Die besten Ergebnisse zeigte die Gruppe, die über zwölf Wochen 2000 mg Spirulina erhalten hatte. Die Vergleichsgruppe, die entweder ein Placebo oder nur 1000 mg Spirulina täglich erhalten hatte, blieb dagegen ohne deutlichen Befund.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11962722

Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit

2010 erforschte eine Gruppe Sportmediziner die Wirksamkeit der Mikroalge in Bezug auf die Leistungsfähigkeit und das Durchhaltevermögen von Ausdauersportlern.

Über vier Wochen hinweg bekamen neun körperlich völlig gesunde Männer entweder ein Placebo oder Spirulina. Die Probanden mussten täglich zwei Stunden auf einem Laufband trainieren. Gemessen wurden die Atemfunktion, Herzschlag sowie weitere Werte der allgemeinen körperlichen Leistungskraft. Es zeigte sich dabei ganz deutlich, dass die Vergleichs-Gruppe mit Spirulina nach den zwei Stunden deutlich weniger Belastungen und eine schnellere Regenerationsfähigkeit aufwies. Außerdem konnte eine um 11 Prozent erhöhte Fettverbrennung nachgewiesen werden.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20010119

Spirulina ist auf jeden Fall ein wertvolle Nahrungsergänzung!

Studien hin oder her, die Nährwertangaben des Bakteriums sprechen für sich. Nur wenige Bestandteile unserer alltägliche Nahrung bieten auch nur annähernd eine vergleichbare Konzentration an wertvollen Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren. Wer seine Depots auffüllen und den eigenen Speiseplan sinnvoll ergänzen möchte, ist mit Spirulina-Produkten sicher gut beraten. Schließlich stellt ein gut versorgter Körper die Grundlage für Wohlbefinden, Leistungskraft und im Falle einer Erkrankung eben auch die Basis der Heilung dar.

Ernährungsexperten betonen zudem seit Jahrzehnten die Vorzüge möglichst natürlicher Quellen für unsere Nährstoff-Versorgung. Das Gesamtpaket der Wirkstoffe aus einer Pflanze oder in diesem Fall einem Bakterium ist einzeln zugeführten oder künstlich hergestellten Vitaminen und Mineralien immer deutlich überlegen.

Darreichungsformen und Dosierung

Nach der Ernte werden die blau-grünen Mikrolagen getrocknet und zu Pulver vermahlen. Angeboten wird Spirulina als reines Pulver, Kapseln oderd Presslinge. Das Pulver wird mit etwas Wasser angemischt und dann langsam getrunken. Der Vorteil liegt nach Meinung einiger Anwender darin, dass Wirkstoffe so bereits über die Mundschleimhaut optimal aufgenommen werden können. Kapseln und Presslinge lösen sich dagegen erst später im Magen oder im Darm auf.

Da die genauen Inhaltsstoffe der Produkte stark voneinander abweichen können, solltest Du Dich bei der Dosierung stets an die Angaben der Hersteller halten.