Soja bei Wechseljahrsbeschwerden

Soja, oder auch Sojabohne, ist eine Pflanze. Sie gehört zu den Schmetterlingsblütlern, was wiederum eine Unterfamilie der Hülsenfrüchte ist. Die Sojabohne wird schon seit tausenden Jahren als Nutzpflanze verwendet und kommt ursprünglich aus Nordostchina. Heutzutage gehört die Sojabohne zu den wichtigsten Ölsaaten. Sie enthalten etwa 20 % Öl, welches vor allem in der Lebensmittelindustrie verwendet wird. Zudem enthalten Sojabohnen ca. 37 % Eiweiß. Verwendet werden können aber auch die Sojasprossen. Diese können als Zutat in der Küche genommen werden. Aber auch in der Medizin spielt Soja eine Rolle. So ist Soja bei Wechseljahrsbeschwerden ein beliebtes Mittel.

Soja ist ein einjähriges Kraut. Die Pflanze zeigt bräunliche Haare und wird zwischen 20 und 80 cm groß. Einige hochwüchsige Sorten können sogar bis zu 2 m groß werden. Die Sojapflanze entwickelt zwischen 20 und 80 Prozent Blüten. Ihren Ursprung hat die Sojabohne in der Glycine soja. Nachdem sie ihren Ursprung in China hat, wurde sie anschließend auch nach Europa, genauer nach Holland und Frankreich überführt. Später gelangte sie auch nach Amerika. Soja besteht vor allem aus den Bestandteilen Wasser, Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Zusätzlich sind noch zahlreiche Mineralstoffe, Vitamine und essentielle sowie semi-essentielle Aminosäuren enthalten. Soja wird auch als Futtermittel genutzt für Geflügel, Rinder und Schweine. Auch findet es seine Verwendung in der vegetarischen Küche in Form von Tofu, Sojasauce, Sojajogurt oder Sojamilch. Durch einen hohen Anteil von Stachyose und Raffinose ist die Verdaulichkeit von Soja relativ schwer. Es entstehen häufig Gase. In der Pharmazie werden entweder das gereinigte Sojaöl, das hydrierte bzw. partiell hydrierte Sojaöl oder das Sojalecithin verwendet. Zudem wird Sojaöl als Speiseöl genutzt oder als Badezusatz gegen trockene Haut. Auch in der Lebensmittelindustrie wird Soja zur Herstellung bestimmter Lebensmittel wie Schokolade oder Backwaren genommen. Weitere Anwendungsbereiche sind die Technik. Hier findet man Soja in Biodiesel, Farben sowie auch in der Kosmetikindustrie.

Wo werden Sojabohnen angebaut?

Soja gehört zu den meist verbreiteten Nutzpflanzen direkt nach Mais und Weizen. Den größten Exportanteil können die USA und die südamerikanischen Länder verbuchen. Über die Hälfte der weltweiten Sojaproduktion findet in Südamerika statt. Hierunter seien vor allem Argentinien und Brasilien erwähnt. Über 30% der Bohnen stammen aus Nordamerika bzw. Kanada und den USA. Immerhin noch knapp 7,5% der Ernte stammen aus China. Europa liegt mit etwa 3% abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Wie werden sie geerntet?

Die Ernte der Sojabohne erfolgt in der Regel in der Zeit zwischen Mitte September und Oktober. Ist die Sojabohne reif für die Ernte, so erkennt man dies an den abfallenden Blättern. Zusätzlich setzt eine Verfärbung der Pflanze ein in ein Rotbraun. Danach dauert es nur noch wenige Tage, bis die sogenannte Druschfeuchte der Körner einsetzt. Der Feuchtigkeitsgehalt sollte unter 20% liegen. Sobald die Bohnen fest und hart geworden sind, können sie geerntet werden. Man erkennt dies daran, dass die Bohnen in den Hülsen beim Schütteln klappern. Zur Ernte werden die Körner mit Hilfe eines Mähdräschers aus den Hülsen gelöst. Hierzu muss eine spezielle Dreschereinstellung gewählt werden, da die Körner schnell brechen können. Auch ein flexibles Schneidwerk ist wichtig, da die Hülsenansätze sehr tief sind. Auch sollte der Untergrund eben und trocken sein und nicht zu viel Gestein enthalten. Direkt nach der Ernte müssen die Körner gereinigt werden. Es folgt eine Trocknung, wobei eine Restfeuchte von maximal 12 bis 14% angestrebt wird. Dadurch wird ein Faulen des Ernteguts verhindert.

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Was steckt in der Sojabohne: Was sind Isoflavone?

Die Sojabohne enthält viele wichtige Inhaltsstoffe. Unter anderem sind auch die sogenannten Isoflavone enthalten. Diese werden auch als Isoflavonoide bezeichnet. Hierbei handelt es sich um Pflanzenstoffe, die meist gelblich verfärbt sind. Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe, also Pflanzenstoffe, die keinen Nährwert besitzen und somit nur anutritive Inhaltsstoffe beinhalten. Die höchste Konzentration von Isoflavonen enthält die Schale der Sojabohen. Diese ist hier um bis zu 5 – 6 mal so hoch wie im Kotyledon. Die bekanntesten Isoflavone sind Genistein, Glycitein und Daidzein. Eine Funktion dieses Pflanzenstoffes ist die Abwehr sogenannter Pathogene. Isoflavone haben aufgrund ihrer Struktur und Zusammensetzung eine große Ähnlichkeit mit 17-Ketosteroiden, wozu auch Östrogene und Androgene gehören. Bei einer größeren Aufnahme dieses Stoffes kann eine leichte geschlechtshormonelle Wirkung eintreten. Aus diesem Grund werden die Isoflavone auch als Phytoöstrogene bezeichnet. Dies steht auch in dem Zusammenhang, den Sojabohnen bei Wechseljahrsbeschwerden aufzeigen.

Weshalb hat Soja bei Wechseljahrsbeschwerden einen guten Ruf?

Irgendwann im Laufe des Lebens hat fast jede Frau einmal mit Wechseljahrsbeschwerden zu kämpfen. Diese treten dann auf, wenn bei der Frau die Menopause eintritt bzw. in der Zeit vor der letzten Regelblutung. Dies beginnt häufig ab Mitte 40. Die Eierstöcke gehen dazu über, langsam weniger Geschlechtshormone zu produzieren. In dessen Folge bleibt der Eisprung immer häufiger aus und Fruchtbarkeit sinkt. Tritt die letzte Regelblutung ein, so spricht man von der Menopause. Begleitet wird dieser Prozess häufig von sogenannten Wechseljahresbeschwerden. Dabei kann es zu unterschiedlichsten Symptomen kommen. Besonders häufig äußert sich dies in Hitzewallungen und Schweißausbrüchen oder Nachtschweiß. Dies kann einige Minuten dauern. Aber auch Schlafstörungen, eine Trockenheit der Scheide sowie Stimmungsschwankungen und eine innere Unruhe begleiten diesen Prozess regelmäßig. Die Blutung kann sich verändern und das Gewicht kann steigen. Auch steigt das Risiko für Osteoporose und Herzkreislauferkrankungen. Bei manchen Frauen zeigen sich die Wechseljahre auch durch Phasen depressiver Verstimmung. Hinzu kommt zudem auch häufig ein Verlust der Libido bzw. ein vermindertes Bedürfnis nach Sex. Einige Frauen sind während dieser Zeit der Hormonumstellung zudem besonders reizbar.

Die Wechseljahrsbeschwerden ziehen sich meist über einen Zeitraum von etwa 5 Jahren hin. Da die vorgenannten Symptome unter Umständen sehr unangenehm sein können, suchen viele Frauen medizinische oder natürliche Hilfsmittel, dem entgegenzuwirken. Ein Mittel sind Sojabohnen bei Wechseljahrsbeschwerden. Das die Ernährung grundsätzlich eine große Rolle für die Gesundheit spielt ist bekannt. Viele Nahrungsmittel und Pflanzen enthalten wichtige Inhaltsstoffe, die dem Körper gut tun. Eine sojareiche Ernährung soll bei Wechseljahrsbeschwerden besonders hilfreich sein. Hierzu kann zum Beispiel Sojamehl oder Sojamilch eingenommen werden. Auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel enthalten die Wirkstoffe der Sojabohne. Besonders auffällig ist, dass die Symptomatiken der Wechseljahre besonders häufig Frauen aus der westlichen Welt treffen. In Asien beispielsweise sind deutlich weniger Frauen betroffen. Hierzu ist hinlänglich bekannt, dass dort besonders viel Soja verzehrt wird. Dies liegt vor allem an den in der Sojabohne enthaltenen Isoflavonen, welche im Körper ihre hormonähnliche Wirkung entfalten. Allgemein wird zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden häufig eine sogenannte Hormonersatztherapie angestrebt. Der Verzehr der Sojabohnen bei Wechseljahrsbeschwerden mit den hormonähnlichen enthaltenen Isoflavonen bietet eine natürliche Alternative zu chemischen Hilfen. Sie entfalten ihre Wirkung in erster Linie dadurch, dass sie den Mangel und Schwund an Östrogenen im Körper ausgleichen. Auch Hormonspitzen werden abgefedert und geschwächt. Die Einnahme von Sojabohnen bei Wechseljahrsbeschwerden ist sowohl bei akuten Beschwerden angezeigt als auch zur Vorbeugung.

Welche Studien gibt es, die Soja eine Wirkung bei Wechseljahrsbeschwerden zuschreiben?

Um die Wirkung von Soja bei Wechseljahrsbeschwerden zu bestätigen werden regelmäßig unterschiedlichste Studien durchgeführt. Eine Studie wurde von niederländischen Forschern durchgeführt und im British Journal of Pharmasology veröffentlicht. Hier wird die Wirkung sogenannter Phytoöstrogene in Bezug auf Wechseljahrsbeschwerden bestätigt. Da diese Phytoöstrogene auch in Soja enthalten sind, kann eine Übertragung der Wirkung von Sojabohnen bei Wechseljahrsbeschwerden verzeichnet werden.

Wieviel Soja sollte man zu sich nehmen?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Orientierungswerte für die Einnahme von Soja und somit auch für Soja bei Wechseljahrsbeschwerden in Übereinstimmung mit der EFSA herausgegeben. Demzufolge solltest du täglich maximal 100mg Isoflavone einnehmen. Die maximale Anwendungsdauer sollte einen Zeitraum von 10 Monaten nicht überschreiten. Vorsicht geboten ist für Frauen, die an östrogenabhängigem Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind. Hier solltest du vor der Einnahme von Isoflavonen zunächst Rücksprache mit dem zuständigen Arzt halten. Das gleiche gilt, sofern eine Einnahme des Schilddrüsenhormons Thyroxin besteht. Wird Soja über die Nahrung eingenommen, so besteht keine Gefahr, sofern eine übliche Verzehrmenge nicht drastisch überschritten wird. Ein Verzehr von 100 bis 200 Gramm Soja pro Woche wird als unbedenklich angesehen.

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Gibt es Nebenwirkungen bei Überdosierung?

Die Einnahme von Soja kann unter Umständen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich hervorrufen. So kann es zum Beispiel zu Übelkeit oder Durchfall kommen. Untersucht wurde auch die toxikologische Wirkung von Sojalecithin. Hierbei kann grundsätzlich eine gute Verträglichkeit bestätigt werden. Bei einer Einnahme von bis zu 18g pro Tag treten keinerlei Nebenwirkungen auf. Die oben genannten Unverträglichkeitserscheinungen sind eher selten festzustellen. Es kann allerdings bei manchen Menschen eine Soja-Allergie vorliegen. Ein weiteres Problem von Soja bei Wechseljahrsbeschwerden ist die erhöhte Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Aus diesem Grund sollte die Aufnahme von Soja nur im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung stattfinden und nicht übertrieben werden. Auch steigt mit zunehmendem Alter der Frau die Gefahr, eine Schilddrüsenunterfunktion zu entwickeln. Zudem steigt bei einer Überdosierung das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder einen Schlaganfall zu bekommen.

Fazit

Bislang gibt es keine vollständig aussagekräftigen Studien darüber, ob Soja bzw. die darin enthaltenen Isoflavone tatsächlich bei Wechseljahrsbeschwerden helfen und die Symptome lindern können. Ein deutliches Indiz dafür ist allerdings die in Asien stark verminderte Symptomatik von Wechseljahrsbeschwerden bei einem gleichzeitig hohen Konsum von Sojaprodukten. Da auch jeder Körper unterschiedlich reagiert, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert Soja bei Wechseljahrsbeschwerden zu testen, bevor eine Hormonbehandlung erfolgt. Bei einer bewussten und kontrollierten Einnahme konnten bislang keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt werden, so dass einer versuchsweisen Behandlung keine Hinderungsgründe im Wege stehen.