Sellerie – Wurzelgemüse und Heilpflanze

Das wunderbare Sellerie Kraut gehört zur Familie der (meist zweijährigen) Doldengewächse. Den Ursprung fand die Heilpflanze an den Mittelmeerküsten, als Vorfahre gilt der Wildsellerie. Die recht bitter schmeckende Pflanze wuchs und wächst auch heute noch auf feuchten, salzreichen Böden an der Nord- und Ostsee. In gemäßigten Gebieten wird die Heilpflanze weltweit auf allen bewohnten Kontinenten angebaut. Drei bekannte Arten wurden aus der Wildform gezüchtet.

Was ist Sellerie?

Im Volksmund wird der Sellerie gerne auch Knollensellerie, Wurzelsellerie, Stielsellerie oder Bleichsellerie genannt. Die Pflanzenfamilie der Heilpflanze sind die Apiaceae (Doldenblütler). Die Wuchshöhe des Wurzelgemüses beträgt zwischen 30 und 100 Zentimeter. Du kannst die Heilpflanze äußerlich und innerlich verwenden.

Die Heilpflanze ist in Italien schon ziemlich lange als Gemüse bekannt. Bis zum 17. Jahrhundert wurde das Wurzelgemüse nur als Gewürzkraut verwendet. Die medizinischen Eigenschaften der gezüchteten Selleriearten sind denen des Sumpfselleries sehr ähnlich. Bei den gezüchteten Arten ist die Pflanze mit deutlich geringeren heilkräftigen Wirkstoffen versehen und sie schmecken milder und weniger würzig. Stärkend und appetitanregend wirken jedoch alle Sellerieunterarten. Das Wurzelgemüse ist gekocht sehr gut bekömmlich, im rohen Zustand ist die Heilpflanze ziemlich schwer verdaulich.

Das Wurzelgemüse hat zweifelsfrei einen starken Eigengeruch. Du solltest es jedoch häufiger beim Zubereiten von Mahlzeiten verwenden. Die Pflanze kann nicht nur helfen, dich vor Gicht und Rheuma zu bewahren, sie gibt auch den Speisen kulinarisch betrachtet das gewisse Etwas. Als Gemüse ist Dir der „Echte Sellerie“ sicher geläufig, als das sogenannte klassische Suppengrün. Als willkommener Bestandteil eines Suppengemüses oder in einer anderen Varietät. Du kannst vom Bleichsellerie prima die Stängel verwenden und vom Schnittsellerie die Blätter vorteilhaft in deine Kochkunst einbringen und gezielt einsetzen.

Der starke Geruch des Wurzelgemüses entsteht dadurch, dass es in allen Pflanzenteilen einen hohen Anteil an ätherischen Ölen enthält. Die darin enthaltenden Phtalide prägen das typische und allen bekannte Selleriearoma. Der Knollensellerie hat fleischige, faustgroße Wurzelknollen und ist eine gezüchtete Form des Selleries. Im deutschen Sprachraum ist das Wurzelgemüse nach der Möhre das am häufigsten verwendete Gemüse. Der hohe Gehalt an Apiol, einem ätherischem Öl, regt den Stoffwechsel an. Der hohe Phosphoranteil im Wurzelgemüse ist gut für Deine Nerven.

Du kannst den Knollensellerie natürlich gut als Suppengrün einsetzen. Andere Verwendungen bieten sich in der heimische Küche aber ebenso an. So kannst Du ihn für Schmorgerichte perfekt als Wurzel- oder Röstgemüse verwenden, aber auch sehr gut in Form von Salaten oder als ideale Beilage zum geliebten Kartoffelpüree. Die Kulturpflanze wird sehr gerne als geschmacksgebende Zutat herangezogen, beispielsweise für Fonds oder für Fleischgerichte. Der Knollensellerie ist kalorienarm und der enthaltene Mineralstoffanteil an Natrium und Kalium wirkt auf den menschlichen Organismus entwässernd.

Was steckt in diesem Wurzelgemüse?

Viele Jahrhunderte galt das Wurzelgemüse als wirksame Heilpflanze, die gegen Bluthochdruck und Rheuma effizient eingesetzt wurde. Ohne Zweifel gehört der Sellerie zu den gesündesten Gemüsearten. Grund dafür sind die vielen verschiedenen Nährstoffe und Vitamine. Du hast die Möglichkeit, die Stangen, die Blätter und die Knollen vielfältig zuzubereiten. Lange Zeit war die Heilpflanze als simples Suppengemüse verrufen. Doch in den Stängeln und in der Wurzel steckt sehr viel Kraft, zudem sorgen die Knollen und Stängel für einen intensiven Geschmack.

Der frische Knollensellerie ist reich an: Kalzium, Vitamin K, Vitamin B1, B2 und B6 sowie Ballaststoffen. Die Knollen enthalten zudem Pantothensäure, Eisen, Magnesium und Kalium sowie Phosphor und Natrium. Auch im Stangensellerie sind in etwa dieselben Inhaltsstoffe enthalten, jedoch ist der Vitamin C-Gehalt doppelt so hoch. Dafür ist der Anteil an Phosphor nur halb so hoch. Die Hauptkomponenten des ätherischen Öls sind Selina und Limonen.

Doch nicht nur für die Köche dieser Welt ist das Wurzelgemüse wertvoll, auch die kosmetische Industrie und die pharmazeutischen Produkthersteller verwenden gezielt die Pflanzeninhaltsstoffe.

Die berühmte Nymphe Kalypso war bekannt für ihre Zaubertränke. Laut dem antiken Dichter Homer wuchs der Sellerie auf den Wiesen der Nymphe, daher stammt wohl der legendäre Ruf des Selleries als Aphrodisiakum. Die Wirkung blieb unerwiesen, trotzdem zählen die Inhaltsstoffe als durchaus wohltuend und stimulierend. Das Wurzelgemüse enthält einen sehr hohen Prozentsatz an Vitaminen, vor allem an Vitamin E, und das wirkt sich auf Menschen mit sexuellen Störungen günstig aus. Der Echte Sellerie dient seit mehreren Tausend Jahren als Nahrungsmittel und als heilende Pflanze.

Die Nährwerte des Wurzelgemüses sind auf 100 Gramm bezogen: Fett – 200 Milligramm, Eiweiß – 1.100 Milligramm, Ballaststoffe – 2.000 Milligramm, Salz – 165 Milligramm und Mineralstoffe – 1.063 Milligramm. Doch in der Heilpflanze steckt noch so viel mehr, wie zum Beispiel Fettsäuren und wichtige Spurenelemente, wie etwa Mangan, Zink, Kupfer, Iodid, Kupfer und Fluorid. Zudem sind in den Sellerieblättern Kohlenhydrate und Aminosäuren enthalten. Sofern Du nicht zu den Allergikern zählst, ist der Verzehr bzw. der Gebrauch der Blätter, Stängel und der Knollen vollkommen unbedenklich.

Welche Selleriearten gibt es?

Beim passionierten Zubereiten von Mahlzeiten solltest Du natürlich wissen, dass der Echte Sellerie in drei Arten eingeteilt wird. Doch für den Konsum sind die Selleriesorten für Dich wesentlich interessanter. In den heimischen Gärten werden hauptsächlich Stangensellerie und Knollensellerie angebaut. Hinter dem wohlklingenden lateinischen Namen „Apium graveolens“ steckt die aromatische Wildpflanze, die weltweit vorkommt und aus den Ostgebieten des Mittelmeerraumes stammt.

Stauden- oder Stangensellerie

Den Namen hat diese Art von Wurzelgemüse von seinen fleischigen und langen Blattstielen erhalten. Du kannst die Stängel gekocht oder roh verzehren. Bei manchen Selleriesorten bleichen die Stängel von allein aus, dadurch werden sie zarter. Die Erntezeit des Stangenselleries beginnt im Juni und endet im Oktober. In dieser Zeit kannst Du Dir den feinsten Staudensellerie auf dem Biomarkt in Deiner Wohngegend besorgen und die Delikatesse genießen.

Der Staudensellerie hat sehr saftige, dicke, knackige sowie zarte Stiele. Besonders geschätzt an dieser Sellerieart werden zudem die gute Konsistenz und natürlich das milde Aroma. Solltest Du gerne asiatische oder italienische Gerichte kochen, eignet sich der Stangensellerie bestens. Auch bei japanischen Suppen oder pfannengerührten Wokgerichten ist der Einsatz von Stangensellerie ideal.

Die verschiedenen Stangenselleriesorten haben verschiedene Vorzüge und Eigenschaften. Sie unterscheiden sich jedoch nur gering voneinander, was das Aussehen, die Konsistenz und den Geschmack betrifft. Mit der Zeit lernst Du die Vorzüge der einen oder anderen Sorte kennen. Wie überall im Bereich der Küche hängt auch viel vom persönlichen Geschmack ab. Die bekanntesten Sorten sind: Spartacus F1, Elne und Tango. Goldener Sellerie und die Sorte Gigante Dorato könnten auch auf Deiner Einkaufsliste stehen.

Knollensellerie

Apium graveolens ist verwandt mit dem Kümmel, dem Fenchel und den Karotten. Die Sellerieknolle ist geschmacklich sehr nahe an der Wurzelpetersilie und den Pastinaken. Der Knollensellerie ist zwar weniger süß, dafür umso würziger. Du kannst die Knolle sehr gut lagern, sie wird häufig als das ideale Wintergemüse bezeichnet. Vor allem an den kalten Wintertagen ist der Einsatz der famosen Knolle bei der Zubereitung einer köstlichen Gemüse- oder Fleischbrühe ein absoluter kulinarischer Gewinn. Hierbei ist die weiße Knolle, die Du beim Aufbrühen verwendest, das sogenannte Suppengrün. Du kannst aber natürlich auch problemlos zum Aromatisieren Deiner Suppe das grüne Kraut mitverwenden.

Die Ernte des einheimisch angebauten Knollenselleries beginnt Mitte bis Ende August und dauert bis Dezember. Du kannst beim Kauf des Knollenselleries auf dem Biomarkt sowohl das Kraut als auch die Knolle hervorragend in Deinen Kochplan einbauen. Somit kannst Du das gesamte eingekaufte Produkt konsumieren und rein gar nichts landet auf dem Biokomposthaufen. Auf dem Markt hast Du nicht selten die Qual der Wahl. Die beliebtesten Knollenselleriesorten sind mit Abstand: Bianco del Veneto, Ibis, Prinz und Mars.

Schnittsellerie

Als Würzkraut eignet sich der Schnittsellerie bestens. Du kannst die Blätter getrocknet, frisch oder gefroren verwenden. Baust Du in Deiner grünen Oase den Schnittsellerie selbst an, dann kannst Du mit einem Folientunnel die köstliche Kulturpflanze über den Winter bringen. Im Handel sind getrocknete Sellerieblätter überall erhältlich und zwar als Sellerieflocken. Zwei der bekannten Sorten sind Amsterdamse Donkergroene/Safir und Gewone Snij.

Im Handel findest Du auch die gemahlenen Samen aller drei Selleriesorten, angeboten werden die Selleriesamen als Selleriepulver. Die Samen werden auch in Kräutersalzen bzw. im Selleriesalz verwendet.

Welche gesundheitsbezogenen Eigenschaften hat die Heilpflanze?

Die Vorzüge des traditionellen Naturheilmittels sind unbestritten. Du kannst Dir aus dem Sellerie auch einen Tee oder Saft zubereiten, dieser wird auch im Handel als spezielles Getränk zur Entschlackung angeboten. Die vitaminreiche Selleriepflanze gilt als entwässernd, harntreibend und stoffwechselanregend. In der Pflanzenheilkunde wird das Wurzelgemüse äußerlich und innerlich angewendet.

Die Heilpflanze wird noch heute in der Volksmedizin als probates Mittel gegen Verdauungsstörungen und zur Blutdrucksenkung genutzt. Die ätherischen Öle in der Selleriepflanze wirken sich positiv auf die Sekretion der Verdauungssäfte und auf die Nierenfunktion aus. Somit fördert das Wurzelgemüse die Verdauung und beruhigt sie gleichermaßen. Der Selleriepflanze wirkt der Übersäuerung entgegen. In der Naturmedizin wird die Heilpflanze auch eingesetzt, um den Speichel- und den Gallenfluss anzuregen. Der Selleriesaft ist auch bei Entzündungen des Rachens und der Mundhöhle hilfreich. Damit eine Heilkräuteranwendung auch nützt und somit bei Beschwerden eine positive Wirkung zeigt, solltest Du mit Deinem Hausarzt oder Naturheilpraktiker immer Rücksprache halten.

Die Heilpflanze wird in der traditionellen Volksmedizin gegen Rheumabeschwerden genutzt und auch bei neurologischen Altersbeschwerden erfolgreich eingesetzt. Weitere Heilwirkungen des Selleries sind: harntreibend, erweichend, tonisch, wundheilend, antirheumatisch, hustenbekämpfend, appetitanregend, wundreinigend und Narben bildend.

Das Wurzelgemüse selber anbauen lohnt sich nur bedingt

Leider wird in der Landwirtschaft viel mit Pestiziden gearbeitet, so wird auch in konventionell geführten Betrieben das Wurzelgemüse gespritzt, damit sogenannte „Unkräuter“ schnell und effektiv eliminiert werden können. Biobauern und Gemüseanbauer der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) greifen jedoch auf mechanische Methoden zurück, um beim Sellerieanbau die schneller wachsenden Konkurrenten zu bekämpfen. Der Preis mag beim Biowurzelgemüse zwar etwas höher liegen, doch dafür erhältst Du ein sauberes und pestizidfreies Produkt. Für eine gesunde Ernährung ist einwandfreies Gemüse ausschlaggebend. Beim Kauf von Gemüse solltest Du stets auf die Qualität achten. Lieber weniger Wurzelgemüse kaufen, als viel billiges und mit Pestiziden verseuchtes Grünzeug.

Hast Du genügend Anbaufläche im Garten, dann lohnt sich der Sellerieanbau immer. Das Wurzelgemüse braucht viel Feuchtigkeit und einen humusreichen Boden. Die zweijährige Pflanze wird jedoch als Gemüse nur einjährig angebaut. Die eigene Anzucht könnte sich unter Umständen als schwierig erweisen, da die Selleriesetzlinge auf Kältereaktionen ungünstig reagieren. Das Wurzelgemüse wird erst nach dem Spätfrost gepflanzt. Die Heilpflanze ist empfindlich gegen gewisse Krankheitserreger. Damit sich ordentliche Knollen bilden können, solltest Du darauf achten, dass die Selleriepflanzen während der gesamten Wachstumszeit nicht zu tief in der Gartenerde stehen. Gelingt Dir der Sellerieanbau, dann kannst Du ab dem Hochsommer die ersten kleinen Selleriepflanzen ernten und frisch verzehren. Den gesamten Knollenselleriebestand kannst Du dann im Herbst ernten.

Zwei schnelle und köstliche Rezepte mit Sellerie

Das köstliche Haselnusssellerie-Schnitzel: Du benötigst hierfür eine ganze Sellerieknolle, zwei Esslöffel Kokosöl, Salz und Pfeffer sowie etwas Milch und 150 Gramm Haselnüsse (gemahlen). Du schälst die Knolle und schneidest sie dann in große Scheiben, die Du anschließend halbierst. In einem mit Wasser gefüllten Topf lässt Du die Scheiben ein paar Minuten lang köcheln. Zehn bis 15 Minuten reichen meistens. Dann erhitzt Du eine Pfanne mit Kokosöl. In eine Schüssel gibst Du etwas Milch und eine andere Schüssel füllst Du mit den gemahlenen Haselnüssen. Sind die Selleriestücke bereit, dann wälzt Du sie zuerst in die Milch und anschließend in den Haselnüssen, alles auf beiden Seiten. Dann kannst Du die Selleriestücke ca. fünf bis zehn Minuten anbraten. Beide Seiten der Selleriestücke müssen angebraten werden, und zwar bei einer mittleren bis hohen Hitze. Bei Bedarf kannst Du die fertigen Haselnusssellerie-Schnitzel ein wenig mit Pfeffer und Salz würzen. Das fertige Selleriegericht kann hervorragend zu Quinoa oder grünem Salat serviert werden.

Das leckere Selleriepüree: Die Zutaten für die Beilage sind auf vier Personen bezogen. Du benötigst eine Zwiebel, eine Sellerieknolle, 20 Gramm Butter, 1/8 Liter süße Sahne und gleich viel helle Brühe. Dazu braucht es ein wenig Zitronensaft, Salz, Muskat und Pfeffer. Nachdem Du die Zwiebeln gepellt und fein gewürfelt hast, wasche und schäle das Wurzelgemüse. Reibe die Selleriestücke mit Zitronensaft ein und schneide sie dann in kleine Stücke. Dünste kurz die Zwiebel an in der Butter und gib die Sellerieknollenstücke dazu. Dann gieße die Sahne und Brühe dazu und lass die Sellerieknollen darin weich garen. Ist die Flüssigkeit fast verdunstet, kannst Du die übrig gebliebene Masse pürieren. Abschließend kannst Du die fertige Beilage mit etwas Muskat, Pfeffer und Salz nach Belieben abschmecken.