Propolis – ein Geschenk der Bienen

Propolis ist ein Stoff, der von Bienen produziert wird und als Baumaterial, gegen Krankheitserreger und als Schutz- und Überzugsmaterial verwendet wird. Der Mensch nutzt das auch als „Bienenharz“ bezeichnete Produkt für vielfältige therapeutische Zwecke. Dabei kommt das Material an und in jedem Bienenstock vor und kann entsprechend von Imkern gewonnen werden. Qualität und Zusammensetzung der biologisch höchst wertvollen Masse variieren stark. Es wird auch als Bienenharz, Bienenkittharz, Bienenleim oder Kittwachs bezeichnet.

Das Bienenharz gilt als wertvollstes und bestes natürliches Antibiotikum und reiht sich damit in die vielen positiven Dinge ein, die Bienen Dir und dem Rest der Menschheit bescheren. Die fleißigen Insekten produzieren und tun quasi nichts, was nicht sinnvoll wäre: Sie bestäuben die Pflanzen, damit Früchte und Samen wachsen. Ohne die Bienen gäbe es daher keine Nahrungskette mehr und folglich auch keine Menschen. Die Bienen versorgen den Menschen mit vielfältigem Honig, sie produzieren biologisches Wachs und eben Propolis. Ferner findet auch das sogenannte Gelée Royal in wenigen Fällen verwendet.

Was ist Propolis genau und wie setzt es sich zusammen?

Propolis wird von Bienen gebildet. Dafür sammeln die Tierchen vor allem Harz ein, welches sie an Knospen und Baumwunden finden. Diesem werden Wachs und Pollen beigemengt, wobei die genauen Anteile stark variieren. Letzten Endes hängt die genaue Zusammensetzung vom Nahrungsangebot der Honigbienen ab. Wo mehr Bäume und weniger Sommerblüten sind, ist der Pollenanteil geringer, aber der Harzanteil höher und so weiter. Ergänzt wird die klebrige Masse, welche einen gelbbraunen bis schwarzen Farbton annehmen kann, durch ätherische Öle und den Speichel der Bienen. Dabei kann die Zusammensetzung etwa zur Hälfte aus Harz und Pollenbalsam, zu einem Drittel aus Wachs, zu etwa zehn Prozent aus ätherischen Ölen und ansonsten aus Pollen und Sekreten bestehen. Die Sekrete enthalten beispielsweise Enzyme (die auch bei der Herstellung von Honig von großer Bedeutung sind) und natürliche Feuchthaltemittel.

Allen Arten von Bienenharz ist aber gemeinsam, dass es gegen Bakterien, Pilze, Viren und andere Eindringlinge enorm wirksam ist. Wenn Du dir einmal ansiehst, wie Bienen in ihrem Bau leben, wird die Bedeutung dieser Wirkung schnell klar: Bei kuscheligen 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit vermehren sich Keime immens schnell. Umso wichtiger ist da ein wirksamer Schutz gegen diese. Im Bienenharz ist alles enthalten, was es braucht: Antibiotika, Antimykotika und Virustatika – und das ohne künstliche Chemie. Die Honigbiene nutzt, was die Natur ihr gibt.

Die Honigbiene trägt ihr Bienenkitt bevorzugt am Eingang des Bienenstocks auf und schließt damit auch Ritzen und Spalten. Daher leitet sich auch der Name ab: „Pro“ bedeutet „vor“ und „Polis“ bedeutet Statt. Es handelt sich bei der Namensgebung also um eine Beobachtung, denn das Bienenharz wird an den Toren des Bienenstocks besonders auffällig platziert.

Aber die Honigbiene nutzt es auch, um die Waben (vor allem die Brutkammern) mit einem dünnen Film zu überziehen. Da dieser Krankheitserreger bekämpft, wird so der Nachwuchs geschützt. Außerdem werden Objekte und (tote) Eindringlinge, die die Bienen nicht aus ihrem Bau schaffen können, damit überzogen und somit unschädlich gemacht. Das Bienenkittharz ist also ein sehr vielfältiges Material, das beim Aufbau des Bienenstocks eine wesentliche Rolle spielt. Dabei kann ein einziges Bienenvolk pro Jahr circa 50 bis 500 Gramm davon herstellen.

Wie wird es gewonnen?

Propolis wird in der Imkerei gewonnen, wobei hier verschiedene Möglichkeiten zur Gewinnung zur Verfügung stehen. Es kann direkt aus der Beute herausgekratzt werden, insofern der Imker auf Magazin-Beuten (genormte Kastensysteme für die Imkerei) setzt. Es besteht auch die Möglichkeit, die Waben mit einem engmaschigen und feinen Netz zu überziehen. Die Honigbienen werden dann damit beginnen, dieses durch das Anbringen von Bienenharz zu glätten. Das Netz muss lediglich abgezogen und gefroren werden. Dadurch wird das begehrte Material spröde und lässt sich vom Netz abklopfen.

Für die weitere Verwendung wird das Bienenkittharz in der Regel gereinigt, denn es befinden sich Pflanzenteile und Teile von Bienen in ihm. Dafür wird es in Alkohol aufgelöst und anschließend gefiltert. Das Resultat ist wirkliches reines Bienenharz mit einer Qualität, die auf dem Markt für Gesundheitsprodukte Verwendung finden kann. Dabei kommt es als ölige Tinktur und in Kapseln häufig vor. Es gibt aber auch andere Darreichungsform, beispielsweise als Spray oder Salbe. Da das Material sehr ölig ist, ist es nur bedingt wasserlöslich. Für die Verarbeitung bedeutet dies aber keinen nennenswerten Nachteil, da die Portionierung des Stoffes meist gering ausfällt. Es werden keinen großen Mengen an Bienenkittharz benötigt, um von seiner Wirkung zu profitieren. Dabei wird es beispielsweise in Alkohol verdünnt oder gepresst oder gemahlen.

Die Inhaltsstoffe, die Propolis so wertvoll machen

Das Bienenharz ist nicht einfach nur ein spezielles Wachs. Es ist sehr reich an sekundären Pflanzenstoffen, die unter anderem oxidativen Stress reduzieren – also freie Radikale einfangen und binden können. Zudem ist in dem Material auch eine Vielzahl an Vitaminen und Spurenelementen enthalten, darunter zum Beispiel Biotin (ein hoch wirksames Stoffwechsel-Enzym), Eisen, Kalzium, Kalium und Magnesium.

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Die vielen Flavonoide in Bienenharz zeigen sich für die antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkung verantwortlich. Sie kommen in allen Pflanzen vor und sind für die Farbgebung und den Schutz der Pflanzenzellen verantwortlich. Ihre Wirkung entfalten sie auch beim Menschen.

Die enthaltenen ätherischen Öle sowie einige Fettsäuren tragen zum spezifischen Geruch und Geschmack von Propolis bei. Der Naturstoff riecht süßlich (ähnlich wie Honig), schmeckt allerdings scharf, bitter und nur leicht nach Honig. Der Geschmack kann zuweilen als unangenehm empfunden werden, was vor allem bei Tinkturen auftritt. Dies ist auch dem Alkohol geschuldet, mit welchem die Tinkturen hergestellt werden.

Wirkungen im Körper und bei der äußeren Anwendung

Da Propolis so reich an biologisch aktiven Stoffen ist, kann es Dich und Deinen Körper auf zahlreiche Arten unterstützen. Das wussten auch schon längst vergangene Kulturen zu nutzen. Im antiken Griechenland wurde das Material etwa bei Zahnbehandlungen zur Desinfektion benutzt. Aristoteles nutzte es zur Wundversorgung und die Ägypter verwendeten das wachsartige Material zur Einbalsamierung. Seit mehreren Jahrtausenden ist bekannt, dass das Material der Bienen die Gesundheit erhalten kann. Diese Erkenntnis kam schon vor dem Wissen um Viren und Bakterien auf.

Heute wird das Kittharz hingegen als Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetikprodukt verkauft. Es wird nicht als Arzneimittel gesehen, weil es den Regularien aufgrund seiner Natürlichkeit nicht genügt: Diese schreiben vor, dass die Zusammensetzung einer Arznei immer gleich sein muss. Bei dem Bienenharz ist dies nicht möglich, weil das Sammelverhalten der Bienen sowie das Nahrungsangebot über die genaue Zusammensetzung entscheiden.

Die Wirkungen des Bienenharzes sind äußerst divers und lassen sich in innere und äußere Wirkungen einteilen. So wirkt es innerlich vor allem als Stärkung für Dein Immunsystem. Die sekundären Pflanzenstoffe mit ihrer Krankheitserreger bekämpfenden Wirkung unterstützen dein Immunsystem aktiv. Viele der Stoffe haben die Eigenart, beispielsweise Viren dabei zu behindern, an Wirtszellen anzudocken. Andere können den Stoffwechsel von Pilzen oder Bakterien blockieren. So kann bei regelmäßiger Einnahme das Immunsystem unterstützt werden. Diese Wirkung lässt sich direkt aus dem Nutzen, den die Bienen selbst aus ihrem Bienenkittharz ziehen, ableiten. Gerade die äußere Anwendung von Bienenharz ist besonders dazu geeignet, von den antiseptischen Eigenschaften zu profitieren.

Da Propolis antiseptisch wirkt, kann es äußerlich für viele Dinge verwendet werden. So kann es etwa als Salbe oder Creme bei äußeren Verletzungen, Ekzemen, Entzündungen (beispielsweise bei Pickeln) und vielem mehr angewendet werden. Zudem kann eine oberflächliche Behandlung der Haut diese widerstandsfähiger machen. So wirkt eine Salbe etwa auch prophylaktisch gegen das Aufkommen von verschiedenen Hautpilzen. Du kannst das Mittel also äußerlich zum Wundschutz, zur Unterstützung der Desinfektion sowie zur Stärkung der Haut nutzen.

Der potente Naturstoff kann auch bei Entzündungen eingesetzt werden. Gerade bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich kannst Du auf Bienenharz zurückgreifen, um Deinen Körper bei der Genesung zu unterstützen. Insgesamt sind auch die Vitamine und Spurenelemente von Wert, denn sie können Die Erneuerung deiner Zellen sowie Deinen Stoffwechsel unterstützen und anregen. Die antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften wirken entsprechend auch direkt auf den Schleimhäuten. Als besonders effektiv haben sich Mittel auf Propolisbasis bei Herpesviren und Influenza-Viren gezeigt – also bei zwei besonders häufigen Krankheitserregern, welche für Herpes-Infektionen und Erkältungen verantwortlich sind. Die Mischung aus sekundären Pflanzenstoffen, Enzymen und Ölen verhindert das Eindringen von Viren in die jeweiligen Wirtszellen.

Außerdem kannst Du es auch zur Bekämpfung von Akne, Neurodermitis, Warzen und sonstigen Hautirritationen verwenden. Da es sich bei den Salben und Cremes aus Bienenharz um sehr ölige Produkte handelt, kann die Haut die wertvollen Inhaltsstoffe direkt aufnehmen, indem sie aus dem Fett gezogen werden. Die antimykotischen Eigenschaften können dir zudem dabei Helfen, Fußpilz und andere Hautpilze zu bekämpfen. Der besonders häufig vorkommende Hefepilz lässt sich ebenfalls damit behandeln.

Die antioxidative Wirkung von Propolis verdient eine besondere Betrachtung: Werden die freien Radikale eingefangen, wird indirekt ein Risikofaktor für die Entstehung für Krebs beseitigt. Freie Radikale sind häufig verantwortlich für Schäden am Erbgut und infolgedessen für das Entarten von Zellen. Du kannst Dein Erbgut in deinen Zellen also durch die Einnahme von Mitteln, welche Propolis enthalten, zusätzlich schützen.

Weiterhin lässt sich das Bienenharz auch gut bei spezielleren Entzündungen und Wunden einsetzen, beispielsweise bei Aphthen, Wunden im Mund und auch bei Schleimhautverletzung (leichte Analfissuren, aufgeplatzte Lippen und so weiter). Dabei wirkt es desinfizierend, schützt die Wunde durch das enthaltene Öl und vitalisiert gleichzeitig das Gewebe durch die Vitamine und Mineralstoffe. Entsprechend kannst Du hiermit Deine Wundheilung verbessern und das Risiko für das Aufkommen von Folgeinfektionen verringern.

Vorbeugend wirkt das Bienenharz zum Schutze der Atemwege, sodass Du deine Resistenz gegen Infektionen in diesem Bereich stärken kannst. Gleichzeitig fördert die innere Anwendung im Mundraum auch die Zahngesundheit und kann Deine Zähne widerstandsfähiger machen. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass sich Plaque auf diese Art leicht reduzieren lässt.

Ein Propolis-Shampoo kann Deine Kopfhaut unterstützen. Es hält Krankheitserreger fern und fettet die Talgdrüsen, was diesen wiederum die Arbeit erleichtert. Gut funktionierende Talgdrüsen bedeuten gesundes und glänzendes Haar. Ergänzt wird die Wirkung durch die enthaltenen Vitamine, die auch bei trockener Kopfhaut unterstützend wirken. Insgesamt kann eine gelegentliche Propoliskur Deinem Haar zu mehr Stärke verhelfen. Zudem kann der Naturstoff das Haarwachstum beschleunigen, gekürzte Haare also schneller nachwachsen lassen.

Du siehst, dass Du von den vielen guten Eigenschaften des Bienenproduktes profitieren kannst. Generell gilt, dass die prophylaktischen Eigenschaften sich nur bei einer regelmäßigen Einnahme von Propolis-Produkten entfalten können. Schließlich braucht auch Dein Körper ein wenig Zeit, um den Stoffwechsel anzupassen. Für kosmetische Zwecke gilt ähnliches: Es kann einige Zeit dauern, bis Effekte auftreten.

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Der akute und kurzfristige Gebrauch von Bienenkittharz empfiehlt sich hingegen bei Wunden, Entzündungen oder zur kurzfristigen Stärkung des Immunsystems, beispielsweise während der Grippesaison. Bei allen Propolis-Produkten ist auf die Dosierung zu achten.

Was ist bei der Dosierung, Einnahme und bezüglich eventueller Nebenwirkungen zu beachten?

Propolis hat kein bisher bekanntes toxisches Potenzial, weshalb Du es bedenkenlos einnehmen kannst. Es ist jedoch noch nicht feststehend, ob es nicht doch eine letale Dosis geben könnte, wenngleich dies fast ausgeschlossen ist. Es wird allgemein angeraten, nicht mehr als 100 Gramm von dem Stoff pro Tag aufzunehmen. In Anbetracht der üblichen Portionierung und Dosierung von Propolis-Produkten, wirst Du in diese Verlegenheit allerdings auch nicht kommen.

Soll von den inneren Wirkungen profitiert werden, solltest Du am Tag zwischen zehn und einem Tropfen pro Kilogramm Körpergewicht zu dir zu nehmen. Da musst Du dich selbst herantasten. Nimmst Du zum Beispiel 65 Tropfen zu Dir, verteile diese auf den Tag (beispielsweise fünfmal 13 Tropfen).

Die Dosierung von Pulver oder Kapseln kann hingegen an dieser Stelle nicht genau angegeben werden. Dies hängt davon ab, wie diese selbst dosiert sind und wie viel Du wofür einnehmen möchtest. Zudem ist es in jedem Falle wichtig, dass Du mit einer kleinen Menge Propolis beginnst.

Dies ist damit begründet, dass Propolis-Produkte ein allergisches Potenzial besitzen und Du entsprechend stark darauf reagieren kannst. Da in diesen Produkten so viele verschiedene Stoffe enthalten sind, kommen auch sehr viele Allergene infrage. Du kannst zum Beispiel allergisch auf bestimmte Enzyme der Biene oder bestimmte ätherische Öle reagieren. Entsprechend kann es bei der äußeren Anwendung (die zum Test vor einer möglichen inneren Anwendung erfolgen sollte) zu Hautirritationen, Ausschlägen oder Juckreiz kommen.

Schwerere allergische Reaktionen (fast ausschließlich bei einer inneren Anwendung, insbesondere im Mundraum, zu befürchten) umfassen Atemnot, Kreislaufprobleme, Übelkeit und einen anaphylaktischen Schock. Solltest Du also nach der Aufnahme von Bienenharz feststellen, dass Du dich unwohl fühlst, ist von einer weiteren Einnahme abgeraten. Zudem sollte ein Allergietest folgen.

Äußerlich wird Propolis nach Bedarf dosiert. Bei Wunden und anderen Hautleiden erfolgt dies am besten mit Kompressen oder durch eine dünne Aufpinselung. Auf Pflegeprodukten mit dem Bienenstoff ist eine Dosierung oftmals angegeben.

Insgesamt musst du alle Objekte, die mit den Propolis-Produkten in Kontakt kamen, danach gut reinigen. Zudem hinterlassen Propolis-Produkte oftmals Flecken in Behältnissen, die sehr schwierig zu reinigen sind. Du solltest also beim Aufnehmen und Auftragen von Bienenkittharz keine Hilfsmittel verwenden, deren Verunreinigung Du nicht ertragen kannst.