Polyphenole und OPC – wichtige Stoffe, die dem Körper helfen, gesund zu bleiben

Polyphenole und OPC sind in aller Munde, zumindest bei gesundheitsbewussten Menschen. Denn in den einschlägigen Fachpublikationen finden sich immer wieder Hinweise auf die gesundheitsfördernde Potenz dieser Stoffe. Was muss man sich darunter vorstellen?

Sekundäre Pflanzenwirkstoffe

Unter diesem Begriff oder dem Begriff Phytamine werden ganz unterschiedliche in Pflanzen, auch in Nahrungspflanzen, vorkommende Stoffe zusammengefasst. Sie liefern dem Körper weder Energie, noch zählen sie zu den bisher bekannten Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Lange Zeit wurden diese Pflanzenstoffe nicht beachtet. Inzwischen sind ca. 100000 dieser Stoffe bekannt. Besonders interessant für uns sind solche, die in Nahrungsmitteln vorkommen. Die Stoffgruppe der Polyphenole gehört ebenso wie die Phytoöstrogene, die Carotinoide und die Alkaloide (z.B. Nikotin) zu den sekundären Pflanzenwirkstoffen.

Als sekundär werden diese Stoffe bezeichnet, weil sie nicht direkt notwendig für die Lebensvorgänge der Pflanze sind. Manche dieser Stoffe geben den Pflanzen ihre Farbe, die sie vor der UV-Strahlung schützt oder die Insekten anlockt. Andere wiederum sind Bitterstoffe, die Pflanzen vor Fressfeinden, Bakterien und Pilzen schützt. Deshalb haben Pflanzen, die unter widrigen Bedingungen aufgewachsen sind, oftmals einen höheren Gehalt an diesen Stoffen. So bilden Obst und Gemüse aus biologischem Anbau und solches aus dem Freiland meistens deutlich mehr Wirkstoffe, als solche aus konventionellem Anbau und aus dem Gewächshaus. Aus dem gleichen Grund ist die Konzentration der sekundären Pflanzenstoffe meistens unter der Schale am höchsten.

Polypenol, Flavonoid, OPC

All diese Bezeichnungen wirken leicht verwirrend. Im Prinzip ist Polyphenol der Oberbegriff für Pflanzenstoffe mit einer bestimmten chemischen Struktur, die wir als Farb-, Geruchs- oder Geschmacksstoffe wahrnehmen. Flavoniode bilden eine Untergruppe, die hauptsächlich aus wasserlöslichen Farbstoffen besteht. Das OPC gehört zu dieser Untergruppe. Es kommt vorwiegend in rötlich gefärbten, bitter schmeckenden Bestandteilen von Nahrungspflanzen, aber auch in Baumrinden (Zeylon-Zimt) vor. OPC wurde als Vitamin P bereits 1947 von Jack Masquelier im Rahmen einer Studie entdeckt.

So wirken Polyphenole im Körper

Besonders hervorzuheben ist die Wirkung als Antioxidans oder als Radikalenfänger. Dadurch verhindern sie, dass Zellstrukturen durch chemisch aktive Sauerstoffverbindungen geschädigt werden. Das stärkt die Immunabwehr. Polyphenole und Vitamine scheinen sich gegenseitig in ihrer Wirkung zu verstärken. Studien deuten außerdem darauf hin, dass sie das Arteriosklerose-Risiko senken und das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Auch konnte ein positiver Effekt auf den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel beobachtet werden. Deshalb wird eine Ernährung, die reich an sekundären Pflanzenstoffen ist und zur Stärkung des Immunsystems empfohlen. Das gilt besonders für Personen, die unter Stressbelastung stehen, Raucher und Leistungssportler. Eine gute Versorgung mit Quercetin, das in Zwiebeln, Heidelbeeren und Grünkohl vorkommt, konnte beispielsweise bei Sportlern die Ausdauer erhöhen. Aber auch hier ist die Dosis entscheidend, denn eine längerfristige erhöhte Aufnahme kann giftig wirken.

Diese Pflanzen sind besonders reich an Polyphenolen

Polyphenole kommen in den meisten Pflanzen vor. Pflanzen mit besonders hohem Gehalt sind leicht zu erkennen. Sie sind entweder kräftig gefärbt oder sie haben einen leicht herben Geschmack. Beim Obst stehen Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren und Äpfel ganz oben auf der Liste. Beim Gemüse sind Grünkohl, Brokkoli und Tomaten (Lycopin) hervorzuheben. Aber auch Kakao, Grüner Tee (Catechin) und rote Trauben (Reservatol) weisen einen hohen Polyphenol-Gehalt auf.

Empfehlungen für die Zubereitung

Die Zubereitung der Lebensmittel ist mitentscheidend für die Aufnahme der gesunden Substanzen. So kann beispielsweise die Milch im Kaffee oder Tee Polyphenole neutralisieren. Umgekehrt verbessert Zitronensaft die Wirkung. Aus Rotwein wird oft mehr Reservatol aufgenommen, als aus frischen roten Trauben. Das liegt daran, dass der Stoff bei der Maischegärung gut aus den Schalen herausgelöst wird. Ähnlich verhält es sich mit frischen Tomaten und Tomatensoße oder Tomatenmark.