Paranüsse – so gesund sind sie wirklich

Paranüsse sind eine nussige Delikatesse und zugleich stecken sie voller wertvoller Inhaltsstoffe, welche Deiner Gesundheit dienen können. Die „brasilianische Nuss“ ist in den Tropen beheimatet. Botanisch betrachtet, handelt es sich eigentlich um keine Nuss, sondern um die in der Kapselfrucht des Paranussbaumes befindlichen Kapselfrüchte. Warum diese Nüsse so gesund sind, welche Strapazen bei der Ernte auf sich genommen werden müssen und welchen Einfluss die schmackhaften Nüsse auf die Gesundheit der Schilddrüse nehmen, kannst Du im Folgenden nachlesen.

Vorkommen, Anbau und Ernte

Die Heimat des Paranussbaumes liegt in den südamerikanischen Regenwäldern. Die Bäume wachsen vom Westen des Landstriches hin bis an die Ausläufer der Anden in Peru, Kolumbien und Bolivien. Nach Norden hin erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis nach Suriname, Venezuela und Französisch-Guayana.

Der Anbau des Paranussbaumes ist eine komplizierte Angelegenheit. Es vergehen bis zu zehn Jahre, bis sich aus einer kleinen Pflanze ein ansehnlicher Baum entwickelt hat. Erst nach dieser Zeit trägt der Baum auch Früchte und es können folglich Paranüsse geerntet werden. Daher werden die Gewächse kaum gezielt kultiviert. Die Bäume vermehren sich auf natürlichem Wege jedoch recht gut.

Ganze 14 Monate vergehen, bis sich aus der Blüte die Nuss entwickelt. Die eigentliche Nuss verbirgt sich in den 10 bis 15 Zentimeter großen Kapselfrüchten. Diese ähneln einer Kokosnuss und können bis zu drei Kilogramm wiegen. In einer Kapsel können zwischen 15 und 40 Nüsse enthalten sein. Die reifen Kapseln fallen zwischen Januar und Juni von den Bäumen. Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, werden die stachligen Kapseln zu gefährlichen Wurfgeschossen, wenn sie nach der Reife einfach zu Boden fallen und sich die Erntehelfer buchstäblich davor in Acht nehmen müssen. Da die Bäume bis zu 60 Meter hoch wachsen können, kann die Steinnuss durchaus zu einem tödlichen Geschoss werden. Aber die als Catsanheiros bezeichneten Erntehelfer wissen um diese Gefahr und überstehen die Ernte daher meist unbeschadet.

Nach etwa zehn Jahren lohnt es sich dann also so richtig. Die Ernte der Nüsse steht an. An einem Baum erscheinen bis zu 500 Fruchtkapseln. So können pro Baum bis zu 8.000 Nüsse geerntet werden. Die Nüsse können nicht herkömmlich gepflückt werden. Die Kapseln hängen dafür viel zu hoch in den Bäumen. Während der Regenzeit dauert es mehr als ein halbes Jahr, bis alle Nüsse geborgen wurden. Dabei gilt es, die Kapseln auf dem Boden aufzuspüren und zu den Sammelstellen zu transportieren. Dort werden die Paranüsse aus den Kapselfrüchten gelöst, weiterverarbeitet und für den Export rund um die Welt vorbereitet.

Die Kerne selbst sind von einer harten Schale umgeben. So mancher Nussknacker kapituliert. Während man noch vor wenigen Jahren hilflos diesen harten Kernen gegenüber stand, kommen die Nüsse heute meist bereits geschält und damit verzehrfertig in den Handel. Davon kannst Du profitieren, weil sich häufig unter der Schale Schimmelpilze versteckt halten. Es dürfen daher nur noch Nüsse, die frei von Schimmelpilzen sind exportiert werden. Dies lässt sich aber nun mal kaum nachweisen, wenn die Schale nicht entfernt wird, daher gibt es die „Pots“ genannten Kerne meist ohne Schale zu kaufen.

Paranussbäume selbst anbauen – geht das?

Ein Paranussbaum für den eigenen Garten? Manch einer wird jetzt vielleicht auf den Geschmack gekommen sein und sich denken, warum nicht aus dem Kern ein Bäumchen ziehen. Theoretisch spricht nichts dagegen. Wer einen unbehandelten Nusskern besitzt, kann natürlich versuchen, ein Bäumchen zu ziehen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Paranussbäume in den südamerikanischen Regenwäldern wachsen und damit ein subtropisches Klima benötigen.

Dies bedeutet zum einen hohe Temperaturen und des Weiteren eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, wie sie in unseren Breiten nicht herrscht. Du kannst diese Wachstumsbedingungen nur künstlich schaffen und zwar im Gewächshaus. Von dem Gedanken letztlich Nüsse zu ernten, wirst Du Dich wohl verabschieden müssen, denn es vergehen Jahrzehnte bis der Baum die ersten Früchte tragen wird. Dann passen die bis zu 50 Meter hoch wachsenden Bäume längst nicht mehr in Dein Gewächshaus.

Auch bis zur Keimung der Kerne brauchst Du eine Menge Geduld. Es können mehrere Monate vergehen. Manchmal dauert es sogar Jahre, bis die Nuss zu keimen beginnt. Willst Du es dennoch versuchen, dann lege den Nusskern in ein mit Kakteenerde gefülltes Pflanzgefäß. Halte den leicht mit Erde bedeckten Kern gleichmäßig feucht und stelle das Pflanzgefäß an einen hellen und warmen Ort auf. Dein kleines Treibhaus schaffst Du Dir, wenn der Pflanztopf mit einer Plastikhaube abgedeckt wird. Dabei darfst Du aber nicht vergessen, die Abdeckung regelmäßig zu lüften, damit es nicht zur Bildung von Schimmel kommt.

In der natürlichen Heimat der Paranussbäume macht sich diese Mühe allerdings niemand. Es wird auf die natürlichen Bestände in den Regenwäldern zurückgegriffen. Künstlich geschaffene Plantagen existieren nicht. Findet das Bäumchen ideale Wachstumsbedingungen vor, wird es jedes Jahr etwa einen halben Meter größer, bis die Wuchshöhe von 50 Metern erreicht ist. Paranussbäume können übrigens ein stolzes Alter von 300 bis 500 Jahren erreichen.

Was steckt in der Steinnuss – die Inhaltsstoffe

In 100 Gramm Paranüssen stecken 655 Kalorien. Weitere essentielle Bestandteile sind im Folgenden aufgeschlüsselt.

  • Selen – 1,9 mg
  • Zink – 4,0 mg
  • Eisen – 2,4 mg
  • Kalium – 659 mg
  • Phosphor – 725 mg
  • Vitamin E – 5,7 mg
  • Vitamin C – 0,7 mg
  • Vitamin B6 – 0,1 mg

Der hohe Fettgehalt von 66 Gramm macht die Nuss zu einem nahrhaften Lebensmittel. Wenn Du 100 Gramm Nüsse zu Dir nimmst, hast Du bereits beinahe den gesamten Tagesbedarf an Magnesium gedeckt, die Hälfte der täglichen Verzehrmenge an Vitamin E zu Dir genommen und Dich komplett mit Phosphor versorgt. Mit Selen bist Du dann quasi überversorgt und konsumierst über 500% der Verzehrmenge. Dies ist jedoch nicht schlimm, wenn es gelegentlich vorkommt, denn Selen kann viel für die Gesundheit tun, wie wir noch erfahren werden.

Neben Kokosnüssen sind Steinnüsse die Hauptquellen für die Aufnahme von Selen, welches natürlich in einem Lebensmittel vorkommt und damit gut verwertet werden kann. Selen spielt bei der Schilddrüsengesundheit eine Rolle und stärkt das Immunsystem. Tritt ein Selenmangel auf, können Arthritis oder Grauer Star die Folge sein.

Besonders Sportler lieben die Früchte des Paranusbaumes, welche die Regeneration der Muskeln nach dem Training unterstützen können.

Was können diese Nüsse gegenüber Hashimoto ausrichten?

Als Hashimoto-Thyreoiditis wird eine chronische Schilddrüsenentzündung bezeichnet. Durch die fortwährende Zerstörung von Drüsengewebe kommt es zu deutlichen Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Erkrankung zählt zu den am häufigsten vorkommenden Autoimmunerkrankungen. Obwohl es sich um eine Erbkrankheit handelt, sind die äußeren Umstände weitgehend dafür verantwortlich, ob die Krankheit letztlich ausbricht oder ob man sie nur in sich trägt. Befinden sich Entzündungsherde im Körper oder man steht dauernd unter Stress, kann dies den Ausbruch von Hashimoto begünstigen.

Mangelt es Deinem Körper an Selen, kann die Krankheit ebenfalls zum Ausbruch kommen und genau hier kommt die Nuss ins Spiel. Wird Selen zugeführt, wird die Produktion der Schilddrüsen-Antikörper gesenkt und zwar um beinahe die Hälfte.

Studien haben bestätigt, dass man nicht Unmengen an Nüssen zu sich nehmen muss, um eben diesen Effekt zu erreichen, sondern schon zwei Nüsse täglich genügen, um die Selenkonzentration im Körper anzuheben.

Bei der Hashimoto-Behandlung werden etwa 15 Gramm Nüsse täglich zum Verzehr empfohlen. Wenn Du Dich einmal nicht genau an die Dosis hältst, ist dies kein großes Problem, denn Dein Körper scheidet den Überschuss an Selen über den Urin wieder aus.

Mit Paranüssen den Testosteron Spiegel erhöhen

Das Sexualhormon Testosteron übernimmt wichtige Aufgaben im Körper und ist unter anderem für den Muskelaufbau und den Fettabbau zuständig. Männer und Frauen benötigen Testosteron gleichsam, für die Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen wie Gedächtnisleistung, Konzentration oder die Bildung der roten Blutkörperchen.

Paranüsse besitzen einen hohen Anteil an Magnesium und Zink, was nachweislich die Produktion von Testosteron anregt. Der regelmäßige Verzehr dieser Nüsse kann daher auch für die Anregung der Testosteron-Produktion empfohlen werden.

Einnahme und Nebenwirkungen

Über die empfohlene Einnahme von Paranüssen liegen unterschiedliche Angaben vor. Während häufig die Meinung vertreten wird, eine Hand voll Nüsse täglich wäre die empfohlene Dosis, haben Studien in Neuseeland bestätigt, dass bereits zwei Nüsse täglich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben können und den Selenspiegel anheben.

Willst Du allgemein Deine Gesundheit positiv beeinflussen, reichen 3,5 Gramm Paranüsse täglich aus. Liegt eine Hashimoto-Erkrankung vor, empfehlen Ärzte die Einnahme etwa der dreifachen Menge an Nüssen.

Kommt es zu einem Überschuss an Selen im Körper, kann dies der Organismus meist selbst regeln und das Selen über den Urin ausscheiden. Würdest Du über Jahre hinweg täglich eine Handvoll Paranüsse und mehr konsumieren, besitzt Du wahrscheinlich irgendwann ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Ein Überschuss an Selen im Körper kann sich in Form verschiedener Beschwerden äußern. So kommt es zu Verdauungsbeschwerden, allgemeiner Reizbarkeit oder Veränderungen an den Nägeln.

Wenn Du Dir unschlüssig bist, ob Dein Körper Selen benötigt, bietet es sich an, den Selen-Spiegel im Blut kontrollieren zu lassen.

Gute Nachrichten für Allergiker, denn Paranüsse führen seltener zu Allergien, als andere Nussarten. Kommt es dennoch zu Beschwerden und Du bemerkst nach dem Konsum der Nüsse Hautausschläge oder ein Brennen oder Kratzen im Mund, dann solltest Du zunächst keine Paranüsse mehr zu Dir nehmen und dies im Rahmen eines Allergietestes abklären lassen.

Paranüsse sind nur begrenzt haltbar und sollten daher möglichst schnell aufgebraucht werden. Bei zu feuchter oder zu warmer Lagerung kann es auf den Nüssen zur Bildung von Schimmelpilzen kommen. Diese Aflatoxine sind giftig und befallene Nüsse sollten nicht mehr verzehrt werden. Beißt Du in eine ranzige Paranuss, wirst Du dies sofort am unangenehmen Geschmack bemerken. Diese Nüsse sollten nicht verzehrt werden. Besser, Du entsorgst die Nüsse sofort, denn auch bei der Weiterverarbeitung bleiben die Giftstoffe erhalten.

Paranüsse und Radioaktivität – was ist dran?

Es wird von einem übermäßigen Verzehr der Nüsse abgeraten, da eine radioaktive Belastung nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Dabei scheint die aus Südamerika stammende Paranuss kein typischer Vertreter für radioaktive Belastung zu sein, denn die Nüsse wachsen schließlich nicht in der Nähe von Kernkraftwerken oder ähnlichen Störfeldern.

Die mögliche Radioaktivität hat ihre Ursache nicht in einem Kernkraftwerk, sondern besitzt einen ganz natürlichen Ursprung. Die natürliche Radioaktivität wurde von Henri Becquerel Ende des 19. Jahrhunderts in Uran nachgewiesen. Bis zum heutigen Tag können wir Spuren der bei der Erdentstehung freigesetzten Radioaktivität finden.

Doch kein Grund zur Panik, Wissenschaftler haben sich mit dieser Behauptung beschäftigt und festgestellt, dass Du getrost täglich einige Nüsse verzehren kannst, ohne das radioaktive Strahlung zum Thema wird. Bei zwei Nüssen täglich besteht keine Gefahr einer möglichen radioaktiven Strahlung.

Lagerung und Verwendung

Die Nüsse können gehackt, gerieben, gemahlen oder gehobelt für vielerlei Gebäckspezialitäten und Süßspeisen verwendet werden. Auch als Knabberspaß zwischendurch ist die Nuss allgemein beliebt. Dabei wird sie ungeschält in ihrem Naturzustand verzehrt oder geröstet und gesalzen gegessen. Aus den Nüssen wird auch Öl hergestellt, welches nicht zuletzt als Zusatz in der Kosmetikindustrie Verwendung findet.

Beim Einkauf ist in geschälte und ungeschälte Nüsse zu unterscheiden. Wie bereits erwähnt, kommen die Nüsse meist ungeschält in den Handel. Frische und hochwertige Nüsse lassen sich ein einer hellen Farbe erkennen. Die Nüsse sollten keine Flecken aufweisen und eine glatte Haut besitzen. Mit Schale wiegen die Nüsse etwa das Doppelte. Wer als ein Kilogramm Nüsse kauft, wird letztlich nur 500 Gramm Kerne erhalten.

Die recht robust wirkende Nuss ist eigentlich ziemlich empfindlich. Besonders Feuchtigkeit und Wärme tragen zum schnellen Verderb der Nüsse bei. Ungeschält sollten die Kerne immer trocken und kühl gelagert werden. Dann kannst Du die Nüsse bis zu drei Monate ohne Probleme lagern und nach und nach aufbrauchen, was besonders praktisch ist, wenn Du unseren Empfehlungen folgen möchtest und täglich zwei Nüsse verzehren willst. Geschälte Paranüsse nimmst Du am besten aus der Verpackung und bewahrst sie in einem Gefäß im Kühlschrank auf. Die Haltbarkeit ungeschälter Nüsse ist allerdings begrenzt.