Oxidativer Stress: Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung

Die Zellalterung gehört zu den normalen biologischen Vorgängen im Körper. Eine wichtige Rolle spielen dabei freie Radikale, die oxidativen Stress auslösen können. Für den Alterungsprozess sind freie Radikale mitverantwortlich, denn sie greifen die Körperzellen an und schädigen diese. Dadurch entsteht oxidativer Stress, der nicht nur im Organismus, sondern auch in der Natur unterschiedliche Reaktionen auslöst. Durch oxidativen Stress verwelken Blumen, Öl wird ranzig und frisches Obst unansehnlich. Den negativen Auswirkungen von oxidativem Stress kann jedoch mit einfachen Maßnahmen vorgebeugt werden.

Was ist oxidativer Stress?

Wissenschaftlich betrachtet ist oxidativer Stress ein überschießende Bildung von reaktiven Sauerstoffverbindungen. Diese Sauerstoff-Radikalen sind allerdings nicht so harmlos, denn sie können ein beschleunigtes Altern begünstigen oder bleibende Schäden im Organismus verursachen. Sobald ein Ungleichgewicht zwischen schützenden Antioxidantien und aggressiven Sauerstoffverbindungen vorliegt, entsteht oxidativer Stress. Die sogenannten freien Radikalen sind Sauerstoffverbindungen, die ein Elektron zu wenig haben und sich dadurch in einem dauerhaft instabilen Zustand befinden. Wenn sich diese Moleküle im Organismus mit anderen Sauerstoffradikalen verbinden, wird diesen das fehlende Teilchen entrissen. Dieser Vorgang wird auch als Oxidation bezeichnet. Bei der Immunreaktion und der Zellatmung werden ständig freie Radikale im menschlichen Organismus gebildet. Diese Reaktion zählt zu den normalen Prozessen, die im Körper ablaufen, ohne dass du etwas davon spürst. Neben ihrer Eigenschaft als aggressive, alt machende Substanzen haben freie Radikale noch eine andere Seite, denn sie können vor bestimmten Krankheitserregern schützen.

Zum gesundheitlichen Problem werden sie erst bei einer zu hohen Konzentration. Wenn dein Organismus über einen längeren Zeitraum zu vielen freien Radikalen ausgesetzt ist, steigt dein Risiko für bestimmte Krankheiten. Zu den Erkrankungen, an denen freie Radikale ursächlich beteiligt sind, zählen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Schlaganfall, Alzheimer und Parkinson. Oxidativer Stress steht im Verdacht, dem zentralen Nervensystem zu schaden. Außerdem beeinflusst oxidativer Stress die Zellerneuerung negativ, denn freie Radikale greifen in die Zellteilung ein. Übermäßige Aktivitäten schädigender Sauerstoffmoleküle können Funktionsstörungen beim Decodieren der DNA verursachen und dadurch langfristig die DNA schädigen. Bisher sind die genauen Zusammenhänge wissenschaftlich allerdings noch nicht eindeutig geklärt.

Freie Radikale, oxidativer Stress und die Folgen für die Gesundheit

Freie Radikale sind überall im Körper vorhanden. Sie werden nicht nur durch komplexe Stoffwechselprozesse gebildet, sondern können durch unterschiedliche andere Umstände entstehen. Intensive Sonnenbestrahlung beim Sonnenbaden, ein Aufenthalt am Meer oder in der Natur fördern die Bildung freier Radikaler. Die Moleküle, die aus ungepaarten Elektronen bestehen, sind besonders reaktionsfreudig. Für die Zellen in unserem Körper stellen freie Radikale deshalb eine potenzielle Gefahr dar. Zum Schutz der Zellen vor freien Sauerstoffradikalen hat der Körper sehr komplexe Schutzmechanismen entwickelt. Allerdings reicht die schützende Wirkung des körpereigenen Abwehrsystems nicht aus, wenn der Organismus einem Überangebot freier Radikale ausgesetzt ist. Das natürliche Gleichgewicht gerät durch die schädigende Wirkung der Sauerstoffradikalen ins Wanken. Oxidativer Stress ist eine Folge eines lang anhaltenden Ungleichgewichts. Die Entstehung freier Radikaler kann jedoch nicht verhindert werden. Im gesunden Zustand ist der Körper normalerweise in der Lage das vermehrte Auftreten von Radikalen gut abzufangen. Wenn das Immunsystem jedoch durch eine andere Krankheit bereits geschwächt oder mit der Vernichtung von Viren und Bakterien beschäftigt ist, steigt das Risiko für oxidativen Stress.

Reaktive Sauerstoffverbindungen wie die freien Radikalen werden rund um die Uhr gebildet. Sie entstehen bereits durch die erhöhte Fettverbrennung beim Sport und werden beim Krafttraining besonders in den Muskeln gebildet. Nach sportlichem Training und anderen körperlichen Anstrengungen ist die Gefahr von oxidativem Stress erhöht. Dies ist besonders bei Übungen mit intensiven oder ungewohnten Bewegungen der Fall. Der gesteigerte Energieumsatz bewirkt eine Flut freier Radikaler im Körper. Das antioxidative Abwehrsystem kann durch eine langsame Steigerung der Trainingsintensität aktiviert werden. Für Sportler ist ein gut funktionierendes Schutzsystem gegen oxidativen Stress besonders wichtig. Wenn du regelmäßig Sport treibst, solltest du auf eine ausreichende Zufuhr von Antioxidantien (Vitamin C und Zink) achten und bei Bedarf ein Nahrungsergänzungsmittel, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt, verwenden. Beim Abbau von Stresshormonen werden auch schädliche Sauerstoffverbindungen freigesetzt. Wenn du rauchst, bildet dein Körper innerhalb kurzer Zeit viele freie Radikale. Die Bildung von Sauerstoffradikalen ist ebenfalls erhöht, wenn du mit chemischen Substanzen hantierst, die zu den Umweltgiften gezählt werden. Dazu gehören beispielsweise Reinigungsmittel im Haushalt sowie alle Produkte mit chemischen Inhaltsstoffen wie Dioxine, Pestizide, Ozon, Methan, Lösungsmittel und Schwermetalle. Röntgenstrahlen können ebenfalls die Bildung freier Radikaler ankurbeln.

Grundsätzlich besteht bei allen Körperprozessen, die mit Entzündungen verbunden sind, ein erhöhtes Risiko für die Bildung vieler Sauerstoffradikaler. Oxidativer Stress ist in unserem Leben allgegenwärtig. Wenn der Organismus mit dem Umweltstress nicht mehr klar kommt, entsteht eine dauerhafte Störung, die zu einem Ungleichgewicht zwischen schützenden Stoffen und aggressiven freien Radikalen führt. Entzündliche Prozesse werden in Verbindung mit oxidativem Stress heutzutage als wesentliche Faktoren betrachtet, die zu Krebserkrankungen führen können. Die Unfähigkeit zu einer normalen Körperregulation, die durch einen Überschuss freier Radikaler bedingt ist, fördert das Zellwachstum und begünstigt dadurch indirekt die Entstehung von Krebs. Metalle wie Kupfer und Eisen wirken im Organismus wie ein Beschleuniger bei der Radikalenbildung. Die meisten Menschen fühlen sich nur dann richtig gesund, wenn im Organismus ein Gleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien besteht. Oxidativer Stress wirkt auch schädigend auf kollagene Strukturen und beeinflusst dadurch die Hautalterung. Unsere industrielle Lebensweise stört die Abwehrkraft des Organismus und schwächt das natürliche Abwehrsystem. Ein ungesunder Lebensstil hat eine erheblich gesteigerte Radikalenbildung zur Folge. Der Oxidationsschutz des Körpers wird dauerhaft beeinträchtigt, wenn du dich häufig von Fast Food ernährst, rauchst und regelmäßig Alkohol trinkst.

Die Bildung freier Radikaler wird auch durch Industrie- und Autoabgase gefördert. Ozon und Feinstaub sind weitere Faktoren, die im Organismus einen Alarmzustand auslösen und dadurch die vermehrte Bildung freier Radikaler fördern. Pestizide in der Nahrung sind besonders kontraproduktiv für die Gesundheit, denn sie schädigen die Zellen und das Wohlbefinden, während gleichzeitig die Entstehung schädlicher Sauerstoffverbindungen unterstützt wird. Die oxidative Belastung wird durch einen umfangreichen Medikamentenkonsum zusätzlich gesteigert. Technische Fortschritte und die durch die Verwendung moderner Geräte wie Smartphones, Tablets, Computer und Fernsehgeräte höhere elektromagnetische Strahlung haben zu einer massiv gesteigerten Produktion freier Radikaler geführt.

Welche Symptome verursacht oxidativer Stress?

Die Symptome, die durch oxidativen Stress verursacht werden, sind vielfältig, unspezifisch und treten meist nicht gleichzeitig auf. Sichere Anzeichen, die auf eine erhöhte Belastung durch freie Radikale zurückzuführen sind, werden deshalb häufig nicht erkannt oder mit Beschwerden anderer Krankheiten verwechselt. Falten, Furchen und eine vorzeitige Hautalterung entstehen, wenn kollagene Strukturen durch freie Radikale geschädigt sind. Um Hautschäden durch oxidativen Stress vorzubeugen, solltest du auf eine ausgewogene Ernährung achten. Von Bedeutung ist auch die Versorgung mit wichtigen Antioxidantien, vor allem Vitamin C. Die Haut kann sich nur dann regenerieren und ihre Zellstrukturen vor dem Einfluss freier Radikaler schützen, wenn sie optimal mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen versorgt ist. Zu den typischen Symptomen von oxidativem Stress zählen Müdigkeit, Erschöpfung, chronische Infektionen und Leistungsabfall. Darüber hinaus sind auch gesteigerte Infektanfälligkeit, Energiemangel, verschlechterte Wundheilung und Bluthochdruck Anzeichen, die auf oxidativen Stress hindeuten.

Vermeide Sonnenbaden in der Mittagszeit, Rauchen und Stress, wenn du die Bildung freier Radikaler eindämmen und deine Haut vor Schäden schützen willst. Der Verlust von Kollagenfasern sorgt in Verbindung mit dem sinkenden Hyaluronsäure-Gehalt der Haut für unerwünschte Faltenbildung. Häufig sind beim oxidativen Stress jedoch keine eindeutigen Symptome feststellbar. Zum Arzt gehen solltest du auf jeden Fall, wenn du Anzeichen einer Stoffwechselstörung bemerkst. Der Hausarzt oder Facharzt veranlasst entsprechende Untersuchungen, um herauszufinden, ob Mangelerscheinungen, Hautveränderungen oder Herz-Kreislaufbeschwerden durch oxidativen Stress verursacht wurden. Die individuelle Radikalenbelastung kann mit einem Soforttest, bei dem ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe entnommen wird, gemessen werden. Anhand von Blut- und Urinuntersuchungen wird das Verhältnis zwischen Antioxidantien und freien Radikalen im Organismus bestimmt. Dabei kann auch nachgewiesen werden, ob es dem Organismus gelingt, freie Radikale unschädlich zu machen.

Mit modernen diagnostischen Methoden wird eine Entgleisung des Gleichgewichts zwischen gesunden Antioxidantien und schädlichen Sauerstoffverbindungen frühzeitig erkannt. Der Antioxidantien-Test ermöglicht eine zuverlässige Einschätzung über das Ausmaß der oxidativen Belastung. Der Arzt kann anschließend die richtige Therapie verordnen, um oxidativen Stress einzudämmen und weiteren Schäden durch freie Radikale vorzubeugen. Um dich vor schwerwiegende Folgen zu schützen, solltest du schon beim Auftreten erster Symptome zum Arzt gehen.

Die Behandlung von oxidativem Stress

Zur Vermeidung von oxidativem Stress gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Mit einer sinnvollen Präventivmaßnahme kannst du vorzeitiger Alterung und dem Risiko für einige schwere Krankheiten vorbeugen. Die gezielte Einnahme von Antioxidantien ist ebenfalls eine Alternative zur aktiven Unterstützung der Gesundheit gegen den schädlichen Einfluss freier Radikaler. Gesunde Ernährung stellt in Verbindung mit einer ausreichenden Versorgung mit Antioxidantien die beste Lösung dar, um oxidativem Stress langfristig vorzubeugen. Die Ernährung besitzt bei der Vorbeugung von Zellschäden eine zentrale Rolle. Ein gesunder Lebensstil und eine vitaminreiche Ernährung sorgen für einen ausreichenden Oxidationsschutz. Viele Lebensmittel werden allerdings heute industriell verarbeitet und enthalten nicht genügend antioxidative Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Auch die wichtigen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind weder in Obst noch in den meisten im Supermarkt erhältlichen Gemüsesorten enthalten. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe bestehen aus mehr als viertausend Stoffen, die zusammen eine antioxidative und gesundheitsfördernde Wirkung entfalten.

Die Pflanzeninhaltsstoffe, zu den auch die Flavonoide gehören, sind darüber hinaus für Aussehen und Geschmack der Pflanzen verantwortlich. Reichlich gesunde Flavonoide sind in naturbelassenen Fruchtsäften und Kräuter-Tees und enthalten. Flavonoide können die Wirkung von oxidiertem Vitamin C und E um ein Vielfaches steigern. Mit der täglichen Ernährung wird häufig zu wenig Selen, Mangan und Kupfer aufgenommen. Die meisten Menschen haben aufgrund der technisierten Nahrungsmittelerzeugung ein Defizit an Zink. Ungesunde Ernährungsgewohnheiten und die tägliche Verwendung industriell gefertigter Lebensmittel fördern ebenfalls oxidativen Stress. Industriellen Nahrungsprodukten fehlen größtenteils lebenswichtige Mikronährstoffe. Der notwendige Oxidationsschutz des Organismus kann dadurch nicht mehr sichergestellt werden.

Die besten Maßnahmen zur Vorbeugung vor oxidativem Stress

Einseitige Diäten schädigen die antioxidative Abwehrkraft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine medizinisch notwendige Reduktionsdiät oder eine einseitige Körnerdiät handelt. Ernährungsrichtlinien, die auf eine Einschränkung bestimmter Lebensmittel abzielen, bedeuten für den Organismus immer oxidativen Stress. Der Körper ist auf die Zufuhr mehrfach ungesättigter Fettsäuren angewiesen, um sich vor den schädlichen Einflüssen freier Radikaler zu schützen. Eine Diät führt zwangsläufig zu einer Vitamin-Unterversorgung. Maßnahmen zur Senkung des Cholesterinspiegels tragen dazu bei, dass das Cholesterin selbst oxidationsanfällig wird. Dadurch erhöht sich das Risiko für oxidativen Stress. Eine Diät sollte deshalb nur so lange dauern, wie unbedingt notwendig. Wenn du eine Diät machen musst, kannst du den dadurch entstehenden Vitamin- und Mineralstoffmangel mit einem Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen. Dadurch beugst du gleichzeitig oxidativem Stress vor und dein Körper bekommt alle wichtigen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe.

Zu einer gesunden Ernährung gehören Obst und Gemüsesorten, die viele Nährstoffe (Antioxidantien) enthalten. Viel Vitamin C haben Zitrusfrüchte, Kiwi, Kraut, und Grünkohl. Reich an Vitamin A sind Karotten, Kürbis, Grünkohl und Süßkartoffeln. Gute Vitamin-E-Quellen sind pflanzliche Öle, grünes Blattgemüse, Nüsse und Sojabohnen. Vitamin E kann den Organismus vor oxidativem Stress schützen. Der Körper nutzt die ihm zugeführten Vitamine und Mineralstoffe, um einen wirksamen Schutz gegen freie Radikale aufzubauen. Die wichtigsten Radikalfänger befinden sich in frischem Obst und Gemüse. Hochwertige Pflanzenöle sind ebenfalls ausgezeichnete Lieferanten von Vitaminen und Spurenelementen. Neben den Vitaminen C und E können vor allem die Spurenelemente Kupfer, Mangan, Selen und Zink die Zellen vor den schädigenden Effekten freier Radikaler bewahren. Bioflavonoide, die Begleitstoffe von Vitamin C, verbessern die Aufnahme des Vitamins im Organismus. Der antioxidative Zellschutz wird durch die regelmäßige Zufuhr von Vitamin B2 (Riboflavin) zusätzlich verstärkt. Als Gegenspieler freier Radikale sorgen Antioxidantien dafür, dass der Körper mit freien Radikalen besser fertig wird. Zum Schutz vor anhaltendem oxidativem Stress ist die längerfristige Verwendung eines Nahrungsergänzungsmittels mit Antioxidantien wie den Vitaminen A, C, E und dem Mineralstoff Zink sinnvoll. Auch Spurenelemente greifen auf unterschiedliche Art in den Stoffwechsel ein und haben eine wichtige Funktion zum Schutz vor oxidativem Stress.