Spinat macht nicht so stark wie Popeye – ist aber ein gesundes Gemüse

Die Bezeichnung „Spinat“ kommt nicht aus der Botanik, sondern aus der Küche. „Spinat“ wird gerne von Kochbüchern und Rezepten verwendet. Unter „Spinatgemüse“, was im englischen als „spinach vegetable“ bezeichnet wird, werden essbare Arten von Blattgemüse verstanden, welche nicht zum Kohl, zum Lauch oder den Blattsalaten zählen. Spinat gehört ebenfalls nicht zu den Wildsalaten. Spinatgemüse wird einjährig kultiviert. Er kann jedoch aufgrund seiner guten Verträglichkeit vor Frost auch überwintern und als zweijähriges Gemüse angebaut werden. Interessant sind die dunkelgrünen, gestiefelten Blätter der etwa 30 – 40 cm hohen Pflanzen.

Diese sind, je nach Spinatsorte, mehr oder weniger stark gekraust. Spinatgemüse ist äußerst schmackhaft und wird in der Küche roh aber auch gekocht als Gemüse zubereitet und gegessen. Der glattblättrige Salat ist etwas milder und zarter. Die krausen, dickfleischigen Sorten behalten auch nach dem Kochen ihren Biss. Daneben gibt es verschiedene asiatische Sorten, die sich vom einheimischen Spinat durch ihre dunklen Blätter und längere Stiele unterscheiden. Grundsätzlich wird beim Spinat nach der Anbauzeit unterschieden. Es erfolgt eine Unterteilung in Frühjahrs-, Sommer-, Herbst sowie Winterspinat. Bekannte Spinatsorten sind Bella, Butterfly, Columbia, Emilia, Lazio, Monopa, Napoli, Palco und Rico.

Inhaltsstoffe von Spinat

Das Gemüse besitzt unzählige gesunde Inhaltsstoffe. So eignet es sich als Lieferant zahlreicher Nährstoffe, wie Folsäure und der Vitamin C, Vitamin E und Vitamin K. Alle Spinatarten sind in Bezug auf ihre Inhaltsstoffe ähnlich. Entgegen der allgemeinen Behauptung enthält das Gemüse aber nur eine durchschnittliche Menge an Eisen, während Fleisch, Getreide, Hirse- oder Rottenvollkorn, Hülsenfrüchte, Linsen, Bohnen und Erbsen deutlich mehr Eisen enthalten. Spinatgemüse verfügt zudem über Ballaststoffe, Carotin und Mineralien, wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium und Phosphor. Spinatgemüse enthält zudem Oxalsäure und Sapoine, welche den Pflanzen einen etwas bitteren Geschmack verleihen. Die Oxalsäure vermindert die Aufnahme von Calcium, indem diese Calciumoxalat bildet, welches von Körper schlecht aufgenommen wird. Um ein Defizit an Calcium zu verhindern, sollten zum Spinat noch Käse, Sahne Milch oder andere Milchprodukte gegessen werden. Allerdings kann die Oxalsäure ab einer Menge von etwa 600 Milligramm gesundheitsschädlich sein, weil sie die Aufnahme von Calcium oder Eisen im Körper vermindert oder möglicherweise ganz hemmt. Oxalsäure wird nachgesagt, dass diese die Bildung von Nierensteinen fördert. Menschen, die Nierenleiden haben, sollten sich daher zuvor bei einem Arzt über die Menge und Häufigkeit des Verzehrs erkundigen.

 

Gesundheitliche Auswirkungen – ist Spinat gesund?

Schon mit einer Schale mit Spinatgemüse kann der Tagesbedarf von Vitamin K und Beta-Carotin sowie der Bedarf an Ballaststoffen und etwa die Hälfte des Bedarfs an Magnesium gedeckt werden. Die enthaltenen Vitamine schützen vor verschiedenen Krebserkrankungen und tragen zu einem gesunden Herz- und Kreislaufsystem bei. Sogar der Blutdruck wird reguliert und selbst das Gedächtnis kann durch Spinatgemüse gefördert werden. Gemüse mit dunklen Blättern, wozu auch Spinatgemüse gehört, schützt das Gedächtnis vor einer vorzeitigen Alterung. Allerdings muss das Spinatgemüse regelmäßig gegessen werden, wobei eins bis zwei Portionen pro Woche ausreichend sind. Man kann also zu Recht sagen, dass Spinat gesund ist, und das sogar in vielerlei Hinsicht.

Stark durch Spinat!?

Wer kennt ihn nicht, Popeye, der immerhin schon seit 1933 regelmäßig Spinatgemüse zu sich nimmt und dadurch alle möglichen finsteren Gestalten vermöbelt. Sein Seemannsgarn soll den Spinatkonsum in den USA erheblich gesteigert haben. Natürlich vertreibt das Gemüse keine Superkräfte. Popeye trug jedoch zur Ansicht bei, dass Spinat gesund ist.

Allerdings ist die Meinung, dass er viel Eisen halte und aktiv zum Muskelaufbau beitrage, nicht zutreffend. 1890 führte der Schweizer Wissenschaftler Gustav von Bunge eine der ersten Laboranalysen von Spinatgemüse durch. Dabei soll er einen Eisengehalt von 35 Milligramm je 100 Gramm Spinat festgestellt haben. Anschließend wurde dieser Wert von zahlreichen Ernährungsratgebern übernommen, wodurch Spinatgemüse zum Eisenlieferant Nummer eins erklärt wurde. Dabei wurde jedoch übersehen, dass sich die Analyse auf Spinatpulver bezog. Frischer Spinat besteht hingegen zu 90 Prozent aus Wasser, sodass der Eisengehalt bei etwa 3,5 Milligramm bezogen auf 100 Gramm Spinatgemüse, liegt. Der Anteil von Eisen liegt somit bei etwa einem Zehntel des 1890 ermittelten Wertes. Eine andere Version besagt, dass bei der Untersuchung von Spinatgemüse das Komma versehentlich um eine Stelle nach rechts verschoben wurde.

Kauf und Lagerung

Spinatgemüse kann in jedem Supermarkt in unterschiedlichen Formen gekauft werden. Käufer haben die Auswahl zwischen Frühlings- und Sommerspinat und dem kräftigen Herbst- und Winterspinat. Während Blattspinat aus großen Blättern besteht, ist Babyspinat sehr zart. Wurzelspinat kann mit Wurzeln gekauft werden. Rahmspinat wurde mit Sahne verfeinert. Käufer sollten darauf achten, dass die Blätter nicht welk, sondern grün und knackig sind. Frisches Spinatgemüse kann im Gemüsefach des Kühlschrankes zwei bis fünf Tage gelagert werden. Die Blätter können, um nicht auszutrocknen, mit einem feuchten Küchentuch eingewickelt werden. Spinatgemüse kann zudem aufgewärmt und wieder eingefroren werden. Handelt es sich um Tiefkühlspinat, sollte dieser nicht erneut eingefroren werden.

Zubereitung von frischem Spinatgemüse und Spinat Rezepte

Zu den Spinat Rezepten zählt die Zubereitung von frischem Spinatgemüse. Dieses sollte vor seiner Zubereitung gründlich gewaschen werden. Es darf jedoch nicht lange im Wasser liegen bleiben, damit die Nährstoffe nicht herausgeschwemmt werden. Anschließend wird das Gemüse blanchiert, also für etwa eine Minute in kochendes Wasser gelegt. Damit es die grüne Farbe behält, kann das Spinatgemüse sofort in Eiswasser getaucht werden. Gefrorener Spinat kann sofort in einem Kochtopf erwärmt werden. Spinat kann zum Beispiel mit Lachs, mit Salzkartoffeln, aber auch mit Spaghetti oder einer Hackfleischsoße serviert werden.

Es gibt viele weitere Spinat Rezepte. Eines davon ist Lasagne mit Spinatgemüse. Für vier Personen werden 4 Lasagneplatten, Salz, zwei Esslöffel Olivenöl, 200 Gramm Blattspinat, 3 Schalotten, 250 Gramm Kirschtomaten, 250 Gramm Ricotta, ein Eigelb, 30 Gramm Parmesan und Muskatnuss benötigt. Die Lasagneplatten werden bissfest gegart und auf einen Teller gelegt. Spinatgemüse und Schalotten werden in einem Topf mit Öl erhitzt. Anschließend werden die Tomaten hinzugegeben und kurz angebraten. Das Spinatgemüse wird in einen Topf gegeben und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Anschließend wird Ricotta mit Eigelb und Parmesan glatt gerührt und dann mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt. Nachdem die Lasagneplatten auf vier ofenfeste Teller gegeben wurde, werden diese belegt und anschließend bei 200 Grad 10 – 15 Minuten überbacken.


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