So gelingt das Leerkapseln befüllen – eine Anleitung

Wenn du dich gesund und ausgewogen ernähren willst, kommst du manchmal nicht umhin, dich auch mit Nahrungsergänzungsmitteln auseinanderzusetzen. Oder vielleicht bist du schwanger, und dir wird sogar empfohlen, zum Beispiel Folsäure zusätzlich einzunehmen. Beim Blick in das Regal einer Drogerie wird schnell klar: Das Angebot ist riesig! Die Preise dabei doch recht unterschiedlich, und die Zusammensetzung lässt hier und da Fragen aufkommen, ob denn wirklich alle aufgelisteten Inhaltsstoffe notwendig sind. Die Dosierung der einzelnen Wirkstoffe ist dann aber oft noch eher niedrig im Vergleich zu entsprechenden Produkten aus der Apotheke, die aber wiederum meist hochpreisig sind. Vielleicht musst du aber regelmäßig Medikamente nehmen, und kannst die Tabletten einfach nicht mehr schlucken. Oder du hast Verwandte mit Schluckbeschwerden, Kinder die sich weigern, die bittere Pille überhaupt erst in den Mund zu nehmen. Bei allen Aspekten sind Leerkapseln befüllen eine gute Lösung: Nahrungsergänzungsmittel kannst du dir bequem und kostengünstiger selbst zusammen stellen, (zu große) Tabletten kannst du einfach im Mörser fein zerstoßen, leere Kapseln befüllen und somit die Einnahme erheblich erleichtern.

Was sind Leerkapseln?

Leerkapseln sind, wie es der Name schon erahnen lässt, leere, meist geruchs- und geschmacksneutrale Kapselhüllen, deren Inhalt du selbst bestimmen kannst. Sie werden zur besseren Dosierung des Füllstoffes in verschiedenen Größen angeboten und bestehen aus zwei Teilen, die du ineinander stecken kannst. Ein Teil ist etwas dünner und länger als der andere und ist der zu befüllende Teil, das Gegenstück dient quasi als Deckel, eine seitliche Prägung verschließt die beiden Teile durch ineinander stecken sicher miteinander.

Welche Stoffe können in die Kapseln?

Vor allem mit pulverisierten Nahrungsergänzungsmittel, Pflanzenextrakten oder Tabletten, die sich nur schwer in Wasser lösen oder die du so nicht schlucken kannst, kannst du Leerkapseln befüllen. Falls du etwa den Geschmack bestimmter Superfoods nicht magst oder dich dagegen sträubst, diese in dein Essen zu mischen, ist das eine echte Alternative. Auch Kindern kann man so etwas Gutes tun, ohne dass sie einen Grünkohl-Smoothie trinken müssen.

Du kannst die Kapseln aber auch mit Pellets, Mikrokapseln, Minitabletten, Granulaten oder nicht-wässrige Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Ölen oder Pasten, befüllen.

Welche Arten von Leerkapseln gibt es?

Hierbei hast du die Wahl zwischen Hart- und Weichkapseln. Beide sind frei von Allergenen und Konservierungsstoffen. Hartkapseln bestehen meist aus Schweine-, oder Rinder-, seltener Fisch-Gelatine. Natürlich hast du auch bei vegetarischer oder veganer Ernährung eine Wahl: mit Kapseln, die aus Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC) oder Pullulan bestehen. Der Vorteil gegenüber den Hartkapseln ist der, dass sich diese sehr gut für wasserempfindliche oder hygroskopische Füllstoffe (Stoffe, die bei Kontakt mit Flüssigkeit aufquellen) eignen. Weichkapseln werden zusätzlich Weichmacher wie Sorbitol oder Glyzerol hinzugefügt.

Leerkapseln befüllen – Füllungsmethoden

Beim Leerkapseln befüllen hast du natürlich die Möglichkeit, die Kapseln einzeln zum Beispiel mit einem kleinen Spatel zu füllen. Allerdings wirst du dafür eher länger brauchen, und dein Füllergebnis wird sich unter Umständen immer ein wenig unterscheiden. Dosierst du Nahrungsergänzungsmittel mag das vielleicht nicht so dramatisch sein, bei Medikamenten ist es aber wichtig, immer genau auf die Mengen zu achten.

Daher bietet der Markt verschiedene Kapselgeräte an, mit denen du Kapseln befüllen kannst. Und je nachdem, wie oft du vor hast, dir deine eigenen Kapseln herzustellen, ist es vielleicht ratsam, dir ein solches anzuschaffen. Du ersparst dir damit Zeit und du erleichterst dir den Vorgang enorm.

Ein Kauf sollte dennoch gut überlegt sein. Wie viele Kapseln möchtest du gleichzeitig füllen können? Und Welche Größe haben deine Kapseln, die du planst, zu verwenden? Welche Menge an Kapseln möchtest du gleichzeitig fertig stellen können? Welches Material bevorzugst du, wie möchtest du dein Gerät reinigen können? Sollte es spülmaschinengeeignet sein, und stört dich ein Abwasch per Hand nicht?

Vorteile einer eigenen Kapselfüllmaschine:

Du musst Geld ausgeben, um Geld zu sparen – das mag sich jetzt zwar komisch anhören, aber es stimmt. Bei einem Umstieg von zum Beispiel in der Drogerie gekauften Vitamintabletten zu selbst hergestellten hast du zu aller erst die Anschaffungskosten, die natürlich anfallen für den Kauf der Leerkapseln, den entsprechenden Füllgütern und der Füllmaschine. Allerdings wird es sich schnell rechnen, wenn du überschlägst, was du am Ende für die fertige Kapsel bezahlst – die Ausgaben hast du also schnell wieder drin. Du kannst selber genau bestimmen, was du in welcher Dosis zu dir nimmst, und sparst am Ende nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Verpackungsmüll – deine Umwelt wird es dir danken! In Zeiten des Klimawandels ist Nachhaltigkeit ein Thema, dass immer relevanter wird, und jeder kann seinen Beitrag dazu leisten – und sei es, in dem du auf Blisterverpackungen verzichtest.

Beim Bestellen der Leerkapseln ist es vielleicht noch erwähnenswert, dass man die Kapseln getrennt voneinander bestellen kann, was etwas teurer ist, oder man kauft welche, bei denen man das Oberteil noch von dem Unterteil trennen muss. Einfach mal durchprobieren, was dir persönlich am besten gefällt.

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Was ist eine Kapselfüllmaschine?

Man unterscheidet manuelle, semiautomatische und vollautomatische Kapselfüller. Semiautomatische oder vollautomatische Kapselfüllmaschinen kommen vor allem in Apotheken, Labors oder Industrien zum Einsatz, um schnell möglichst viel Produkt zu erhalten. Im Hausgebrauch kommen also die manuellen Maschinen zum Einsatz, und mit etwas Übung wird dir das Kapseln befüllen schnell von der Hand gehen!

Geliefert wird eine solche Maschine mit verschiedenen Platten, alle natürlich gekennzeichnet, die systematisch gestapelt und befüllt werden; und einem Schaber, der das gleichmäßige Verteilen der Füllstoffe erleichtert.

Die Bodenplatte besteht aus zwei Teilen: Aus einer Grundplatte, die auf deinem Tisch aufliegt – diese ist an jeder Ecke mit vier Federn, die sich leicht nach unten drücken lassen, mit einer weiteren Platte für die Kapselunterhälften verbunden. Diese hat nun die Löcher für die Kapselunterhälften. Keine Sorge, du musst diese nicht mühselig einzeln einsortieren, auch hier machen es einem die einzelnen Hersteller leicht: Eine weitere mitgelieferte Platte, versehen mit einem Rand, hat die gleiche Lochung: Diese wird nun auf die Grundplatte gelegt, und die Unterhälften werden bequem eingeschüttelt, ein Zuviel an Kapseln kann durch eine Öffnung am Rand ohne viel Aufwand zurück geschüttet werden. Die Öffnung hält man einfach während des Schüttelns mit der Hand zu. Klingt in der Theorie vielleicht kompliziert, aber in der Praxis ist das schnell gemacht – und ein Drittel ist sogar schon geschafft!

Als nächstes wird die Platte mit den oberen Hälften vorbereitet, gleiches Spiel: Auf die entsprechend gekennzeichnete Platte wird wieder die Platte mit dem Rand gelegt, die Kapseloberteile werden eingeschüttelt, Überschüssige entfernt.

Jetzt geht es schon an das Leerkapseln befüllen: auf die Grundplatte wird nun dein Füllstoff gegeben, am besten nimmst du einen (Dosier-)Löffel zu Hand, mit dem du etwas von deinem Pulver etc. auf die Platte gibst, mit dem Schaber verteilst du nun gleichmäßig das Pulver, indem du diesen Schaber hin- und her bewegst. Um nun optimal deine Kapseln befüllen zu können, wird dein Füllstoff verdichtet, indem du ein weiteres „Gerät“ benutzt: Diese Platte hatte einen Griff und auf der gegenüberliegenden Seite lauter kleine Stäbe, die passgenau die Kapselunterhälften gedrückt werden können. Nun noch mal Füllstoff verteilen, um jede Kapselunterhälfte perfekt zu befüllen. Überschüssiges Pulver einfach herunter streichen, auf einem Teller oder ähnlichem auffangen, damit auch nichts verschwendet wird, kannst du es beim nächsten Mal einfach wiederverwenden. Nun wird mit einer weiteren Platte die Platte mit den Kapseloberteilen gesichert, sodass diese beim Wenden nicht herausfallen, denn mit der Öffnung nach unten werden die Platten nun auf die gefüllte Grundplatte gelegt – und nun werden die Kapselhälften ineinander gesteckt, indem du ruhig mit etwas Kraft auf die obere Platte drückst, durch die Federn an der Seite stellt das keine allzu große Schwierigkeit dar. Kleine Kinderhände helfen dir hierbei auch sehr gerne! Nun die Platten voneinander trennen, und die befüllten Kapseln können einfach ausgekippt werden – und fertig sind deine Kapseln!

Übung macht den Meister, und nach ein, zwei Mal Befüllen wird dir die ganze Prozedur wie ein Kinderspiel vorkommen. Einfach die Lieblingsserie anstellen und dann ran an das Kapsel befüllen! Bei richtiger Lagerung (lichtgeschützt, trocken, konstante Temperatur) wirst du lange Freude an deinen eigenen Kapseln haben.

Um deine Kapselfüllmaschine lange nutzen zu können, ist es ratsam, sie laut Bedienungsanleitung zu reinigen, auch vermeidest du so, dass sich verschiedene Füllstoffe miteinander vermischen – achte darauf besonders, wenn du verschreibungspflichtige Medikamente in deine Leerkapseln gibst.

Gutes Befüllen!

Videoanleitung zur Bedienung des Kapselfüllers: