Knoblauch – alles über die Wunderknolle

Knoblauch ist eine Pflanze, die zur Pflanzenfamilie der Liliengewächse gehört. Insgesamt gehören dieser Pflanzenfamilie 3500 Arten an. Unter anderem gehören reine Zierpflanzen wie zum Beispiel Lilien, Tulpen, Maiglöckchen aber auch wichtige Nahrungs- und Gewürzpflanzen, wie zum Beispiel Spargel, Schnittlauch, Zwiebeln und eben Knoblauch dazu.

Knoblauch kam ursprünglich aus Zentralasien, fand aber recht schnell weitere Verbreitung durch den Menschen. So ist bereits aus dem alten Ägypten bekannt, dass die Arbeiter, welche die Pyramiden und andere historische Bauwerke dort erbauten, große Mengen davon konsumierten. Sie schützten sich so gegen ansteckende Krankheiten, Seuchen und Durchfälle und wurden sogar mit Knoblauch bezahlt. Als die Lieferungen der gesunden Knolle einmal ausblieben, ist es hier zum ersten dokumentierten Streik in der Geschichte der Menschheit gekommen. Ebenfalls wurde der Knoblauch bei den olympischen Spielen im antiken Griechenland als Dopingmittel eingesetzt und gehörte im römischen Reich zur Militärverpflegung. Auch in Indien wird er bereits in alten Schriften erwähnt.

Weiter wird Knoblauch von der mittelalterlichen Äbtissin, Naturwissenschaftlerin und Ärztin Hildegard von Bingen erwähnt, welche ihn gegen Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall und chronische Verstopfung anwendete sowie auch zur allgemeinen Stärkung und Vitalisierung im Alter. Aufgrund seiner nachweislich beobachteten heilenden Kräfte wurde er seitdem sehr oft als Hausmittel sowie später auch in der Medizin eingesetzt. Ein ziemlich offensichtlicher Nachweis dieser Heilkräfte wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts in London erbracht, als dort eine gefährliche Fieberepedemie herrschte. Die Kranken wurden damals sowohl von englischen als auch von französischen Geistlichen betreut. Während es bei den englischen Geistlichen eine ebenso hohe Todesrate wie bei den weltlichen Opfern gab, steckten sich die französischen Geistlichen nicht an. Der einzige Unterschied in der Lebensweise war der, dass die Franzosen Knoblauch konsumierten.

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Aber auch nach Beginn der Industrialisierung ging der Siegeszug des Knoblauchs ungebrochen weiter. Er folgte dem Menschen überallhin, sogar bis in die neue Welt. Und während unter allen Gattungen dieser Welt lediglich die Spezies Mensch Hauptstädte kennt, besitzt er mittlerweile sogar so etwas wie eine Welthauptstadt. Mit dieser ist die kalifornische Kleinstadt Gilroy gemeint, wo in einem Umkreis von 145 Kilometern um diese Stadt auf einer Fläche von über 5600 Hektar Knoblauch angebaut wird.

Die Pflanze Knoblauch

Die Knoblauchpflanze selbst besteht aus der Knoblauchzwiebel, welche sich in die Knoblauchzehen unterteilt. Aus einer einzelnen Knoblauchzehe kann wieder eine komplette neue Knoblauchzwiebel gezüchtet werden. Weiter bilden sich dunkelgrünblaue Knoblauchblätter, welche, wie die Knoblauchzehen sowie die sie umgebenden Häute bei frischem Knoblauch, sehr gesund und essbar sind. Aus der Mitte einer Knoblauchzwiebel ragt ein runder grüner Blütenstengel an deren Ende sich, je nach Unterart, weiße, rosa, rote, blaue oder violette Blüten bilden, deren Samen für den Fortbestand des Knoblauchs sorgen können. Zusätzlich zu dieser geschlechtlichen Vermehrung infolge von Bestäubung durch Insekten bilden sich aber auch oft weitere Brutzwiebeln am Stengel in sogenannten Dolden, die ebenfalls zur Zucht verwendet werden können.

Neben der Tatsache, dass Knoblauch gesund ist, gedeiht dieser an sehr vielen Orten und kann somit auch im Garten und auf dem Balkon gezüchtet werden. Es reicht schon, eine einzelne Knoblauchzehe in gut gedüngter Erde zu vergraben und dann das Wachstum der neuen Knoblauchpflanze abzuwarten. Soll die Ernte gesteigert werden, kann sich der bekennende Hobbygärtner und Knoblauchfan heutzutage aber noch jede Menge Tipps und Anweisungen aus dem Internet oder aus Büchern beschaffen.

Welche Inhaltsstoffe stecken im Knoblauch?

So viele, dass Du Dir diese gar nicht alle merken kannst. So unter anderem Adenosin, Ajoen, Allicin, Antioxidantien, Diallyldisulfid, Eisen, Eiweißstoffe, Flavonoide, Fructane, Garlicin, Germanium, Jod, Kalium, Kalzium, Methylallyltrisulfid, Nicotinamid, Phenolsäure, Phosphor, Quercetin, Saponine, Schwefelverbindungen, Scordinine, Selen, Zink, Molybdän, Steroid- und Triterpensaponine, Terpene und Vinylthinine. Ebenfalls die Vitamine A, B1-5 und B7, C und E. Weiter noch diverse Eiweißstoffe, Enzyme und Fette.

Aber keine Angst vor dieser Aufzählung, denn Du musst sie ja nicht auswendig lernen. Dass Knoblauch gesund ist, wird sich vor allem im Rahmen des Verzehrs bemerkbar machen. Zumal er neben dem direkten Verzehr auch als Gewürz sehr beliebt ist, da er als solches bei sehr vielen Gelegenheiten angewendet werden kann und den Geschmack der so präparierten Speisen noch verbessert.

Gesundheitsfördernde Eigenschaften von Knoblauch – im medizinischen und im kosmetischen Bereich

Es ist nicht nur generell so, dass Knoblauch gesund ist. Er kann auch vieles mehr bewirken als andere Heilmittel. Ebenfalls zeigt Knoblauch Wirkung, indem er die Fliesseigenschaften des Blutes verbessert, verstärkend auf das Immunsystem sowie kraftsteigernd und verjüngend wirkt.

Neben der medizinisch erwiesenen Tatsache, dass Knoblauch gesund ist und gegen vieles hilft, wird er aber auch im Bereich der Körperpflege und der Schönheitspflege eingesetzt. Mit den richtigen Anleitungen ist es Dir sogar möglich, Deine eigenen Cremes und Makeups herzustellen und das ohne den sonst störenden Knoblauchgeruch. Da ist es fast schon überflüssig zu erwähnen, dass derartige Körperpflege- und Schönheitsprodukte in vieler Hinsicht auch gesundheitsfördernd wirken.

Als Hausmittel gegen kleine Weh-Wehchen

Neben der Körper- und Schönheitspflege kannst Du Dir aber auch Knoblauchbrei herstellen, indem Du die Knoblauchzehen durch eine Knoblauchpresse drückst. Dieser Knoblauchbrei hilft, auf die entsprechenden Stellen aufgetragen, bei Kopf- und Ohrenschmerzen, Fußpilz, Insektenstichen und Warzen.

Wird der zerdrückte Knoblauchbrei in Pflanzenöl gegeben und lässt Du dieses in einer verschließbaren Flasche im Dunklen zwei Wochen lang ziehen, so musst Du nur noch die Knoblauchreste aus dem Öl herausfiltern und hast dann gutes Knoblauchöl. Dieses hilft ebenfalls gegen Fußpilz und anderen Pilzbefall.

Ebenfalls können zerriebene Zehen mit Milch oder Zitronen kombiniert Knoblauchmilch oder Knoblauch-Zitronen-Tinktur ergeben, welche hauptsächlich bei Schmerzen des Bewegungsapparates (Knoblauch-Milch) oder bei Problemen des Verdauungstraktes (beide Varianten) zur Anwendung kommen.

Nebenwirkungen und Überdosierung

Die Tatsache, dass Knoblauch gesund ist, schließt allerdings Nebenwirkungen nicht aus. Eine dieser Nebenwirkungen ist der ziemlich penetrante Knoblauchgeruch. Diesen Knoblauchgeruch kannst Du teilweise mit Milch oder mit Petersilie reduzieren, was bei großen Verzehrmengen und insbesondere bei rohem Verzehr aber nicht immer die erwünschte Wirkung zeigt. Mittlerweile existieren zwar geruchsneutrale Knoblauchpräparate, welchen jedoch auch die mit eben diesem Geruch verbundenen, oft gesundheitsfördernden, Inhaltsstoffe fehlen.

Ansonsten sind Nebenwirkungen beim normalen Verzehr grundsätzlich nicht zu befürchten. Beim Verzehr sehr grosser Mengen könnte es bei empfindlichen Menschen eventuell zu Magen- und Darmverstimmungen kommen. Ansonsten macht, wie bei vielen anderen Dingen auch, die Dosis das Gift.