Eiweissmangel – Ursachen, Symptome und Folgen

Eiweissmangel ist eine häufig vorkommende und oftmals unterschätzte Mangelerscheinung. Ein Mangel an lebenswichtigem Eiweiss kann verschiedene Ursachen haben und macht sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar. Eine falsche Ernährungsweise ist nicht der einzige Grund, der zu einer Unterversorgung mit Eiweiss führt. Zahlreiche Krankheiten können einen Eiweissmangel begünstigen. Die Folgen für die Gesundheit sind zum Teil gravierend. Der Proteinmangel ist nicht harmlos und erfordert in vielen Fällen eine ärztliche Behandlung. Wenn der Organismus durch die tägliche Ernährung nicht genügend Eiweiss bekommt, holt er sich die benötigten Proteine aus der Muskulatur. Zu den Folgen eines Eiweissmangels zählt deshalb der Abbau von Muskelmasse. Dadurch kommt es zu einer Muskelschwäche, von der auch der Herzmuskel betroffen sein kann.

Eiweisse sind lebensnotwendig und an der Heilung von Wunden maßgeblich beteiligt. Ein Proteinmangel führt zu Wundheilungsstörungen. Haarausfall und Wasseransammlungen im Gewebe sind weitere gesundheitliche Störungen, die bei einer Mangelversorgung mit Eiweiss auftreten. Viele gesundheitsbewusste Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, leiden an einer Protein-Unterversorgung. Neben körperlichen Einschränkungen entstehen durch den Mangel auch psychische Störungen. Zu wenig hochwertiges Eiweiss stresst sowohl den Körper und die Seele.

Was ist Eiweiss?

Der Organismus benötigt jeden Tag eine genügende Menge an Eiweiss, um zu funktionieren. Als unentbehrliche Bausteine sind Proteine an vielen Körperprozessen beteiligt. Unter einer Mangelerscheinung leiden Knochen und Muskeln ebenso wie das Immunsystem und die Verdauung. Das Hormonsystem gerät aus dem Gleichgewicht, wenn du zu wenig Eiweiss zu dir nimmst. Durch den Abbau von Muskelmasse kann es zu Gewichtsproblemen kommen. In der Ernährung spielt Eiweiss eine wichtige Rolle. Proteine stärken das Immunsystem, kräftigen die Muskeln und leisten einen wichtigen Beitrag zur körperlichen, geistigen und psychischen Energieversorgung. Für die Muskelbildung hat Protein eine besonders große Bedeutung. Idealerweise sollten 10 bis 15 Prozent deiner täglichen Nahrung aus eiweißhaltigen Lebensmitteln bestehen. Da der Organismus Muskeln vor allem in der Nacht aufbaut, ist es wichtig, Proteine am Abend zu verzehren. Eiweiss ist aus natürlichen Aminosäuren aufgebaut. Unser Körper kann pflanzliche Eiweisse leichter verstoffwechseln als Proteine tierischer Herkunft.

Natürliches Eiweiss erfüllt im Körper vielfältige Aufgaben. Proteine werden für den Zellaufbau von Knochen, Muskeln, Haut und Haaren ebenso benötigt wie für den Aufbau von Hormonen und Enzymen. Bei der Übertragung von Nervenimpulsen nehmen Proteine eine Schlüsselrolle ein. Beteiligt ist Eiweiss ebenfalls am Transport von Fetten und Sauerstoff im Organismus. Der Aufbau von Antikörpern und Kollagen wäre ohne Eiweiss nicht möglich. Für die Funktion des Proteinstoffwechsels muss das Verhältnis zwischen den einzelnen Aminosäuren ausgeglichen sein. Falls eine wichtige Aminosäure, wie das Eiweiss, fehlt, ist der gesamte Verwertungsprozess gestört. Eine tägliche Zufuhr von hochwertigem Eiweiss ist für die Gesundheit deshalb sehr wichtig, damit kein Proteinmangel entsteht. Zwar stellt zuviel Eiweiss ebenfalls eine Belastung für den Organismus dar, dennoch kommt es wesentlich häufiger zu einer Mangelerscheinung als zu einem Überangebot an Eiweiss.

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Was sind die Ursachen von Eiweissmangel?

Ein Mangel an lebenswichtigem Eiweiss kann gravierende Folgen haben. Die Ursachen eines Proteinmangels sind vielfältig. Bestimmte Krankheiten wie Zölliakie, Sprue oder Schilddrüsenerkrankungen können ebenso wie eine unzureichende Ernährung oder ein Enzymmangel zu einer Eiweiss-Unterversorgung führen. Ein Eiweißmangel betrifft zunächst die sogenannten Albumine. Diese Proteine sorgen in den Zellen für den notwendigen Druck. Albumine sind für 80 Prozent des Drucks im Kreislauf verantwortlich. Ein Eiweissmangel führt dazu, dass der Druck automatisch sinkt und sich Wasseransammlungen im Gewebe bilden. Bei einem stark ausgeprägten oder länger anhaltenden Eiweissmangel besteht deshalb Lebensgefahr. Die häufigste Ursache für eine Eiweiss-Mangelerscheinung liegt in einer zu geringen Eiweiss-Zufuhr durch die Nahrung. Eiweißmangel kann auch als Symptom bei Krankheiten der Leber, Niere, Herz oder Haut auftreten. Die Primärkrankheit verhindert in diesem Fall die Aufnahme von Eiweiss. Ein bereits geschädigtes Lebergewebe ist nicht mehr in der Lage, ausreichende Mengen an Eiweiss zu produzieren. Bestimmte Erbkrankheiten können langfristig ebenfalls zu einem Mangel an Eiweiss im Körper führen.

Die Mangelerscheinung kann in jedem Lebensalter auftreten und betrifft sowohl Männer, Frauen und Kinder. Einen besonders hohen Eiweissbedarf haben Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase, schwangere Frauen, ältere Menschen und vor allem Kraftsportler. Sportler benötigen mehr Eiweiss als Menschen, die wenig Sport treiben. Der durchschnittliche Eiweissbedarf beträgt circa 0.8 bis 1 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Bei einer Größe von 1,70 Metern sollten deshalb täglich 70 Gramm Eiweiss mit der Nahrung aufgenommen werden. Bei Sportarten wie dem Krafttraining ist der Bedarf an Eiweiss wesentlich höher. Kraftsportlern wird aus diesem Grund empfohlen, 2 Gramm Eiweiss pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Der Eiweissbedarf steigt auch bei harter körperlicher Arbeit.

Typische Symptome des Eiweissmangels

Über einen kurzen Zeitraum kann der Organismus den Mangel an Proteinen ausgleichen, bevor er die körperlichen Reserven angreift. Zu den ersten Anzeichen eines Mangels zählen Symptome wie Haarausfall, Augenränder, verfrühte Faltenbildung und Gewichtsverlust. Wird der Mangel nicht umgehend behoben, kommt es zur Muskelschwäche und zu einer Verringerung der Muskelmasse. Ein langfristiger Proteinmangel führt zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Wenn du trotz täglichem Training im Fitnessstudio keine Leistungsverbesserung feststellst oder sogar einen Leistungsrückgang bemerkst, solltest du deine Eiweissversorgung überprüfen. Ein Verlust von Muskelmasse könnte hinter dem Leistungsabfall stecken. Auch psychisch macht sich ein Proteinmangel bemerkbar. Müdigkeit, seelische und geistige Erschöpfung, schlechte Stimmung und erhöhte Empfindlichkeit sind Anzeichen einer reduzierten psychischen Kraft. Die Ursache dafür ist Eiweissmangel. Verdauungsstörungen wie Blähungen und Durchfall sind unangenehm und können auftreten, wenn du bestimmte Nahrungsmittel nicht verträgst. Häufig deuten Verdauungsbeschwerden aber auch auf einen Man7gel an Eiweiss hin.

Kleinkinder und Kinder, die zu wenig Eiweiss erhalten, leiden oft unter Wachstums- und Gedeihstörungen. Erhöhte Cholesterinwerte und Blutarmut sind ebenfalls Symptome, die bei einem Proteinmangel auftreten können. Da ein Eiweißmangel auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen kann, solltest du beim Auftreten erster Symptome zum Arzt gehen. Die Diagnose wird anhand einer Blutuntersuchung gestellt. Um auszuschließen, dass eine schwere Krankheit die Ursache für den Eiweissmangel ist, wird dein Hausarzt weitere Untersuchungen durchführen. Wenn der Eiweißmangel nicht rechtzeitig behandelt wird, kommt es zu einem schrittweisen Abbau wichtiger Körperfunktionen. Ohne Behandlung muss bei fortgeschrittenem Proteinmangel mit schweren Komplikationen gerechnet werden. Eingefallene Wangen und hervorstehende Knochen sind deutlich sichtbare Anzeichen für einen Mangel an Proteinen. Spätestens, wenn du diese Symptome bemerkst, solltest du deine Proteinzufuhr erhöhen und einen Arzt aufsuchen. Bei einer länger andauernden Unterversorgung kommt es unweigerlich zu einer starken Verringerung der Muskelmasse. Durch fehlendes Eiweiss entsteht eine Muskelschwäche, die wiederum eine eingeschränkte Mobilität zur Folge haben kann. Wenn der Eiweissmangel nicht behandelt wird, kann es zum Kreislaufzusammenbruch und am Ende zum Tod des Patienten kommen. Bei Verdacht auf Eiweißmangel solltest du dich schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben. Damit es erst gar nicht soweit kommt, ist es sinnvoll, die Eiweissversorgung zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen.

Ist ein Eiweissmangel gefährlich?

Da Eiweiss eine lebenswichtige Substanz ist, die im Körper an vielen Prozessen beteiligt ist, kann ein Mangel gefährliche Folgen haben. Werden bei der ärztlichen Untersuchung andere Krankheiten ausgeschlossen, kann einem weiteren Mangel mit der richtigen Ernährung vorgebeugt werden. Proteinhaltige Lebensmittel helfen dabei, eine Mangelerscheinung zu beseitigen und sollten deshalb täglich auf deinem Speiseplan stehen. Die Ernährung spielt für die Eiweissversorgung eine wichtige Rolle. Viel Protein ist in Lebensmitteln wie Lachs, Putenfleisch, Eier, Bergkäse oder Quark enthalten. Mit eiweißhaltigen Nahrungsmitteln kannst du deinen Körper mit natürlichem Protein versorgen und einer Mangelerscheinung vorbeugen. Als Veganer oder Vegetarier musst du keinesfalls auf Eiweiss verzichten. Eine Menge hochwertige Proteine ist in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Als gute Eiweisslieferanten gelten Hülsenfrüchte, die außerdem viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten.

Welche eiweissreichen Nahrungsmittel eignen sich, um einen Eiweissmangel zu beheben?

Mit der richtigen Ernährung kannst du deinen Eiweisshaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen. Bohnen, Kichererbsen, Linsen und Sojasprossen sind kalorienarm und leisten einen wichtigen Beitrag zur Eiweissversorgung. Hochwertige Proteine sind auch in Nüssen und Ingwer enthalten. Falls du aktiv Sport treibst, solltest du deine Eiweißzufuhr vor dem Training erhöhen, um einem Proteinmangel vorzubeugen. Zusätzlich zu einer eiweißreichen Ernährung kann die Verwendung von Eiweiss-Präparaten sinnvoll sein, um den Eiweißhaushalt zu regulieren und einen Mangel zukünftig zu verhindern. Bei Eiweißmangel helfen auch Produkte, die das sogenannte Whey Protein enthalten. Der englische Begriff „Whey“ bedeutet auf Deutsch Molke. Beim Whey Protein handelt es sich demnach um das Molkenprotein, das in Milch enthalten ist. Dieses Protein zeichnet sich durch seine hohe biologische Wertigkeit aus. Es ist leicht verdaulich und wird dadurch vom Körper schnell aufgenommen und verdaut. Viele Sportler nehmen Whey Proteine in Form von Eiweißpulver nach dem Training ein, um die Eiweissversorgung sicherzustellen und den Aufbau von Muskelmasse zu unterstützen.

Im Rahmen einer proteinreichen Ernährung ist Whey-Eiweisspulver eine wichtige Unterstützung. Eine zusätzliche Eiweisszufuhr ist nicht nur für Sportler sinnvoll, sondern auch für gesundheitsbewusste Menschen und alle, die einem Proteinmangel vorbeugen wollen. Whey Proteine enthalten wenig Zucker und fördern dadurch den Verdauungsprozess. Nach dem Training unterstützt Whey Protein nicht nur den Muskelaufbau, sondern auch die Regeneration. Zahlreiche Frauen verwenden Whey-Produkte, um den Stoffwechsel anzukurbeln, wenn sie ein paar überflüssige Pfunde verlieren wollen. Die Straffung des Gewebes ist dabei ein positiver Nebeneffekt. Bei einem Eiweißmangel steht die Behandlung der Ursache im Mittelpunkt. In den meisten Fällen ist die Ernährung der Hauptgrund für den Mangel an lebenswichtigem Eiweiss. Für eine ausreichende Proteinzufuhr sorgst du, indem du deine Ernährungsgewohnheiten überprüft und mehr eiweißreiche Lebensmittel zu dir nimmst. Wenn du dich eiweißreich ernährst, wirst du auch schneller satt und nimmst nicht zu. Im Gegenteil: wenn der Körper genügend Eiweiss bekommt, wird Fett abgebaut, während gleichzeitig Muskeln aufgebaut werden.

Um gesund und leistungsfähig zu bleiben, braucht der Körper täglich Eiweiße, Kohlenhydrate und Fett. Ein Überschuss wird vom Organismus wieder abgebaut. Eiweißhaltige Lebensmittel machen schneller satt, weil Kalorien aus Eiweiss für die Verdauung verwendet werden, während Kalorien aus Fetten oder Kohlenhydraten vom Körper als Energiereserven eingelagert werden. Fett- und kohlenhydratreiche Mahlzeiten setzen deshalb schneller an und führen langfristig zu Übergewicht. Mit eiweissreichen Nahrungsmitteln behältst du deine schlanke Linie. Zu den Top 10 der Lebensmittel, die viel hochwertiges Eiweiss enthalten, zählen Magerquark, Harzer Käse, Thunfisch, Schweinefleisch und Putenfleisch sowie Mandeln, Tofu, Rote Linsen und Erdbeeren. Weitere gute Eiweisslieferanten sind Lachsschinken, Räucherschinken, Hähnchenfilet, Joghurt und Käse. Viele Milchprodukte sind eiweißhaltig und kalorienarm. Schon beim Frühstück kannst du deine Eiweisszufuhr mit Joghurt, Quark oder einem Glas Milch unterstützen. Harzer Käse besitzt wie die meisten Käsesorten viel Eiweiss. Im Gegensatz zu anderem Käse hat Harzer Käse kaum Fett. Schweinefleisch ist ebenfalls ein guter Eiweiss-Spender, vorausgesetzt, du verwendest ein mageres Stück Fleisch. Putenfleisch ist von Natur aus mager und enthält viel Eiweiss.

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Als idealer Fleischersatz wird Tofu vor allem in der veganen und vegetarischen Küche verwendet. Der Sojaquark, der aus Sojabohnen, Wasser und Mineralsalz besteht, ist außerdem reich an hochwertigem Eiweiss, Mineralstoffen wie Magnesium und Kalzium sowie B-Vitaminen. Er besitzt nur wenig Fett und eignet sich deshalb gut für eine gesundheitsbewusste Ernährung und zur Versorgung mit Eiweiss. Das leicht verdauliche Sojaprodukt schmeckt gebraten, gegrillt, frittiert oder gedämpft. Tofu kannst du auch in Füllungen oder Veggie-Burgern verarbeiten. Der vielseitige Sojaquark schmeckt ebenfalls als Dessert oder als Brotaufstrich. Mandeln sind die Früchte des Steinobstbaumes. Die Nüsse sind vollgepackt mit Vitaminen und Mineralstoffen und enthalten auch viel Eiweiss. Als kleiner Snack für Zwischendurch ist eine Handvoll Mandeln ideal. Mandeln sind dafür bekannt, dass sie die Knochen stärken. Die Mandel ist als eiweißreichste Nuss ein ausgezeichneter Energielieferant. Rote Linsen besitzen den praktischen Vorteil, dass sie schneller gar sind als andere Linsensorten. Verwendet werden rote Linsen vor allem in der orientalischen Küche. Mit ihrem aromatisch-nussigen Geschmack eignen sich die gesunden Linsen für Suppen, Puffer, Bratlinge, als Basis würziger Pürees und für orientalische Gerichte. Sie liefern leicht verdauliches und hochwertiges Pflanzeneiweiß und benötigen nur eine geringe Kochzeit. Grund genug, um rote Linsen zu einem festen Bestandteil einer eiweissreichen Ernährung zu machen.

Zu den besten Proteinquellen für pflanzliche Eiweisse gehören getrocknete Weizenkeime, Kleieflocken, Amaranth, Haferflocken und Quinoa. Auch Popcorn besitzt viel Eiweiss und schmeckt nicht nur im Kino oder beim Fernsehen. Zu einer gesunden, eiweissreichen Ernährung gehören mehrere Mahlzeiten am Tag. Wenn du einen Eiweissmangel durch die Umstellung einiger Ernährungsgewohnheiten ausgleichen willst, solltest du deine Eiweisszufuhr auf mehrere Portionen verteilen. Da der Organismus Eiweiss nicht speichern kann, ist eine gleichmässige Eiweisszufuhr notwendig. Idealerweise solltest du circa alle 4 bis 6 Stunden eine eiweisshaltige Mahlzeit zu dir nehmen. Zu einer vollwertigen Mahlzeit gehören neben Gemüse auch Fleisch, Hülsenfrüchte. Außerdem solltest du regelmäßig Obst und Milchprodukte essen.