Die zehn gesündesten Kräuter

Kräuter spielten bei der menschlichen Ernährung schon immer eine wichtige Rolle, nicht nur wegen der geschmacklichen Aufwertung der Speisen, sondern vor allem auch wegen der verschiedenen gesundheitlichen Wirkungen von Kräutern, wozu selbstverständlich so manche stimmungsaufhellende Eigenschaft gehört, befördert doch die Entspannung unseres Nervensystems ganz gewiss unser körperliches Wohlbefinden. Ein weiterer Vorzug, der früher nicht so im Vordergrund stand, ist die extreme Kalorienarmut der Kräuter.

Für die gesundheitliche Relevanz von Kräutern und Gewürzen gibt es natürlich Gründe. Einer davon ist ihr zum Teil erheblicher Anteil an Antioxidantien, also reduzierenden organischen Molekülen, die aufgrund von freien Bindungsarmen in der Lage sind, aggressive (freie) Radikale an sich zu binden und damit unschädlich zu machen. Im Ergebnis wirken Kräuter entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, bekämpfen Pilze, unterstützen die Fettverbrennung und kurbeln den Stoffwechsel insgesamt an. Sogar der Blutzuckerspiegel wird mit bestimmten Gewürzen reguliert.

Die folgende Liste enthält zehn wichtige Kräuter, die in Deiner Küche immer parat stehen sollten, da sie so manches Medikament gut und natürlich ersetzen. Die hier gewählte Reihenfolge der Kräuter ist aber unabhängig vom Grad ihrer gesundheitlichen Wirkung.

Knoblauch – Allium sativum

Diese Kräuter bzw. Pflanze gehört der Gattung Lauch (Allium) an und wird schon sehr lange als Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Ursprünglich war sie (nur) in Zentralasien und im nordöstlichen Iran verbreitet. Knoblauch bereichert jedes Gericht um einen recht deftigen Geschmack und verbessert zugleich die Durchblutung. Darüber hinaus regt es die Verdauung an, stärkt das Immunsystem und senkt den Cholesterinspiegel. Diese positiven Wirkungen sowie der eigentümliche Geruch, den nicht jeder zu lieben vermag, gehen im Wesentlichen auf die Schwefelverbindung Allicin zurück. Aber erst dann, wenn die Knoblauchzehe durch Schälen, Hacken oder Schneiden verletzt wird, wird das Enzym Alliinase freigesetzt, das unter Luftsauerstoff mit der in der Knolle enthaltenen Vorstufe Alliin zu Allicin reagiert. Die daraus im Darm entstehenden Schwefelverbindungen verfügen über keimtötende Eigenschaften, greifen aber nicht Deine nützlichen Darmbakterien an. Insofern wurde und wird Knoblauch zurecht schon lange als „natürliches Antibiotikum“ verwendet. Achte beim Kochen darauf, das Gewürz nicht zu stark zu erhitzen, denn dadurch entwickelt sich ein ziemlich bitterer Geschmack. Knoblauch kannst Du wie andere Kräuter selbst auf dem Balkon oder im Garten anpflanzen. Nebenwirkungen können in Einzelfällen bei hoher Dosierung auftreten. Dabei handelt es sich meistens um Magen- und Darmverstimmungen. In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass der aufgeblähte Magen auf die Herzspitze drückt und dadurch eine beängstigende (aber harmlose) Unruhe ausgelöst wird. Wer dazu neigt, sollte auf sehr späte Knoblauchgerichte verzichten, da unsere Verdauungsaktivitäten während der Nacht nur noch eingeschränkt ablaufen. Wer Medikamente einnimmt, die die Blutgerinnung herabsetzen, sollte daran denken, dass Knoblauch ebenfalls eine Blut verdünnende Wirkung beisteuert, die sich ungünstig auswirken kann, falls Du unter zu niedrigem Blutdruck leidest. Der Knoblauchkonsum ist auch dann einzuschränken, wenn eine Störung der Funktion der Bauchspeicheldrüse oder der Nieren vorliegt.

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Ingwer – Zingiber officinale

Dieses Gewürz findest Du auch unter den Bezeichnungen: Imber, Ingber, Immerwurzel oder Ingwerwurzel. Die Pflanze gehört der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) an. Als Gewürz wird ihr unterirdischer Hauptspross, das Ingwer-Rhizom (Ingwerwurzelstock), verwendet. Ingwer wächst in den tropischen Regionen Vietnams, Indiens, Chinas, Japans und Australiens. Für ein Getränk schneidest Du den Ingwer in Scheiben, gibst etwas frische Zitrone und Honig dazu und gießt alles mit kochendem Wasser auf. Nach kurzem Ziehenlassen steht Dir ein hilfreiches Getränk zur Verfügung. Es ist vor allem der Scharfstoff Gingerol. Wenn Du die Knollen in Zeitungspapier einwickelst, kannst Du sie bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Als geschmacksbereicherndes Gewürz eignet sich Ingwer für fast alle Suppen, klein geschnitten kannst Du ihn auch in Deinen Grünen Tee geben. Hinsichtlich der Frage nach Nebenwirkungen lässt sich feststellen, dass der tägliche Verzehr von fünf Gramm Ingwerpulver oder 50 Gramm Ingwer als völlig unbedenklich gilt. Wenn Du mehr davon willst, kann es zu Sodbrennen, Blähungen oder Durchfall kommen. Der enthaltene Scharfmacher löst eine erhöhte Produktion von Magensäure aus, was bei Menschen mit Magenproblemen sehr unangenehm sein kann. Wer zu Gallensteinen neigt, sollte ebenfalls beim Ingwer weniger beherzt zugreifen.

Kurkuma – Curcuma longa

Diese tropische Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) stammt ursprünglich aus Südasien und trägt noch viele andere Namen, zum Beispiel: – Kurkume – Curcuma – Gelber Ingwer – Safranwurz oder Safranwurzel – Gelbwurz oder Gelbwurzel – Gilbwurz oder Gilbwurzel – Gewürz des Lebens – Zauberknolle Während diese Knolle in der ayurvedischen Medizin bereits seit Jahrtausenden als wirksames Heilmittel bekannt ist, wird sie in Deutschland fast ausschließlich als Gewürz verwendet. Sie ist der Hauptbestandteil des Currypulvers, was zugleich dessen typische Färbung eben durch den Farbstoff Kurkumin (Curcumin) erklärt. Als Gewürz eignet sich Kurkuma besonders gut für Kartoffel-, Reis- und Gemüsegerichte. Da das darin enthaltene Kurkumin nicht wasserlöslich ist, wird es vom Körper kaum aufgenommen. Weil es darüber hinaus auch nur kurzzeitig in der Blutbahn verbleibt, spricht man von einer schlechten Bioverfügbarkeit. Verstärken kannst Du die Wirkung des Kurkumins, wenn Du es zusammen mit Piperin, das ist ein Wirkstoff aus dem schwarzen Pfeffer, einnimmst. Auf jeden Fall solltest Du Kurkuma mit Oliven- oder dem hitzebeständigen Kokosöl beziehungsweise mit anderen Fetten kombinieren, um seine Bioverfügbarkeit zu verbessern. Wenn Du frische Kurkuma-Knollen verwendest, enthalten diese bereits natürliche Öle, die die Resorption unterstützen. Als Nebenwirkungen gelten Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Brechreiz und Durchfall. Auf Kurkuma lieber verzichten sollten Menschen mit einer akuten Leber- oder Gallenentzündung, auch Gallensteine sind so ein Indikator. Außerdem ist das Gewürz nicht so gut für Kleinkinder sowie für schwangere oder stillende Frauen. Mit entzündungshemmenden Medikamenten können Wechselwirkungen auftreten. Bei Diabetes oder nicht normgerechten Cholesterinwerten solltest Du Deinen Arzt dazu befragen.

Cayennepfeffer

Die Basis dieses Gewürzes sind getrocknete, gemahlene Chilis, die ursprünglich nur in Lateinamerika zu finden waren. Bereits vor mehr als 7.000 Jahren wurden dort diese Pflanzen kultiviert, das belegen prähistorische peruanische Grabstätten in Huaca Pieta und Ancón. Die im 15. Jahrhundert dort eintreffenden Spanier verwendeten die getrockneten Schoten gern als Ersatz für schwarzen Pfeffer. Die zwei wichtigsten „scharfmachenden“ Inhaltsstoffe sind Dihydrocapsaicin und Capsaicin. Sie regen die Wärme- und Schmerzrezeptoren der Haut beziehungsweise der Schleimhäute und somit auch die Durchblutung an. Dieser Effekt wird beispielsweise bei Wärmepflastern zur äußerlichen Behandlung von Muskelverspannungen ausgenutzt. Bei der „italienischen Packung“ (Munari) wird Cayennepfeffer mit Wasser, Tonerde (Kaolin) und Senföl kombiniert und oftmals einmassiert. Cayennepfeffer wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und kann die Entstehung von Blutgerinnseln verhindern. Cayennepfeffer eignet sich sehr gut zum Würzen der folgenden Fleischsorten: – Hammel – Huhn – Kaninchen – Lamm – Meeresfrüchte – Pute – Wild Außerdem gewinnen Marinaden und Beizen, Reis-, Eier- und Fischgerichte, Suppen, Aufläufe und Ragouts dadurch viel an Geschmack. Bestimmt kennst Du die Würzsoßen Sambal Ulek und Tabasco, ihre Schärfe basiert auf Cayennepfeffer. Gleiches gilt für Salami, Chorizo und Chili. Übrigens kannst Du mit der Schärfe des Cayennepfeffers sogar Desserts und Süßigkeiten aufwerten. Mancher Gourmet streut etwas Cayennepfeffer in seinen Kakao oder Kaffee und macht auch vor einem Smoothie oder Cocktails damit nicht Halt. Wissenschaftlich belegt ist die Tatsache, dass die starke Schärfe zur Ausschüttung körpereigener Glückshormone (Endorphine) führen kann, was durchaus ein Suchtpotenzial in sich birgt. Cayennepfeffer ist mehr als 20-mal schärfer als Paprika. Falls Du einmal zu viel davon abbekommst, verwende auf keinen Fall Wasser, sondern Milch oder Joghurt zum Nachspülen. Auch ein Stück Käse wird Dir dann helfen. Klinische Studien belegen als Nebenwirkungen unter anderem Hautirritationen. Bei intensiver Anwendung von Pflastern oder luftundurchlässigen Verbänden entwickeln sich Pusteln, Blasen und sogar Geschwüre. Seltener treten Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen auf. Im Falle einer Paprika-Allergie ist besondere Vorsicht geboten.

Gewürznelken – Syzygium aromaticum

Diese Kräuter gehören der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) an und waren in Europa schon im frühen Mittelalter bekannt. Heute werden Gewürznelken auf der ganzen Welt angebaut, haben aber in den Tropen und Subtropen besonders gute Wachstumsbedingungen. Ihr berühmtes Hauptanbaugebiet ist die Insel Pemba, die zu Sansibar (Ostafrika) gehört. Gute Qualität weisen auch die Gewürznelken der Molukken (westlich Neu Guinea) und jene aus Madagaskar auf. Ihr typischer Geruch, Geschmack sowie ihre Wirkung basieren auf dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen (hauptsächlich Eugenol), die bis zu 15 Gewichtsprozent ausmachen. Gewürznelken wirken antiseptisch und keimtötend und verfügen über einen hohen Antioxidantienspiegel. Wenn Du einmal Zahnschmerzen hast, schiebe ein oder zwei Gewürznelken an jene Stelle und lasse sie dort in Ruhe ihre betäubende Wirkung entfalten. Gut geeignet sind sie beispielsweise zum Würzen von: – Fisch – Fleisch – Fonds – Lebkuchen – Marinaden – Punch – Rotkohl – Soßen – Suppen – Weihnachtsgebäck (im Mörser zermahlen) – Wurst Sie sind im Übrigen auch ein wichtiger Bestandteil im Currypulver. Zum Essen eignet sich aber nur der Nelkenkopf, der Stängel ist sehr bitter. Nebenwirkungen sind fast ausschließlich bei Gewürznelkenöl bekannt geworden. Dass es meistens die Öle sind, die den Körper belasten können, gilt übrigens für viele Kräuter. Sowohl bei äußerlicher als auch bei innerlicher Anwendung kann das Öl eine allergische Reaktion wie Dermatitis auslösen.

Basilikum – Ocimum basilicum

Auch für diese Kräuter aus der Familie der Lippenblütler kursieren noch weitere Namen wie Basilie, Basilien- oder Königskraut. Basilikum gedeiht vor allem in den tropischen Regionen Asiens und Afrikas. Die Zusammensetzung und der Gehalt an ätherischen Ölen sind je nach Herkunft, Erntezeitpunkt und Sorte recht unterschiedlich. Die wesentlichen Bestandteile der ätherischen Öle sind: – Estragol (bis zu 90 Prozent) – Linalool (bis zu 85 Prozent) – Eugenol (bis zu 20 Prozent) Darüber hinaus sind Äsculosid, Flavonoide, Gerbstoffe und Kaffeesäure enthalten. Insbesondere im mediterranen Raum galt und gilt Basilikum in der Volksmedizin als bewährtes Mittel bei Appetitlosigkeit (Stomachikum) sowie bei Blähungen und Völlegefühl (Karminativum), weil es in der Lage ist, Bakterien wie Staphylokokken, Listerien oder E coli zu bekämpfen. Das ätherische Öl hat darüber hinaus entwurmende (anthelmintische) und entzündungshemmende (antiphlogistische) Eigenschaften, was im Ergebnis vor Magengeschwüren schützt. Selbst Allergiker haben äußerst selten Probleme mit Basilikum. Besonders aus der italienischen Küche ist Basilikum nicht wegzudenken, denn sein Aroma harmoniert hervorragend mit Tomaten. Allerdings verliert das Kraut beim Trocknungsprozess etwas von seinem Aroma. Einige Kräuterliköre enthalten Basilikummazerat beziehungsweise Basilikumdestillat. Das im Basilikum enthaltene Methyleugenol gilt nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung allerdings als krebserregend. Ähnliches wird auch dem darin enthaltenen Estragol unterstellt. Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, Basilikum möglichst nicht in größeren Mengen über einen längeren Zeitraum zu essen.

Oregano – Origanum vulgare

Die Pflanze der Gattung Dost, ebenfalls aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), wird zuweilen auch als „Wilder Majoran“ bezeichnet. Ursprünglich vornehmlich im Mittelmeerraum beheimatet kommt die Pflanze heute weltweit in allen gemäßigt warmen Gebieten vor. Es sind vor allem ihre Gerb- und Bitterstoffe sowie die darin enthaltenen ätherischen Öle – Borneol, – Carvacrol, – Cymol, – Thymol für ihre Heilwirkung im gesamten Verdauungstrakt (Galle, Magen, Darm und Leber) verantwortlich. Aber auch Menschen mit Atemwegserkrankungen können von dieser Heilpflanze profitieren. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum kommt ebenfalls Oregano zum Einsatz, da er ein natürliches Antibiotikum darstellt, das zudem noch Blut verdünnend wirkt. Einen besonders intensiven Geschmack entfaltet der griechische Oregano. Verwende diesen ganz mediterran zum Beispiel in Tomatensoße, auf der Pizza, im Salat oder auf gedünstetem Fisch. Oregano passt außerdem gut zu Chili con Carne, Grillfleisch, Bratkartoffeln und Rührei. Lass dieses Gewürz bewusst lange mitgaren, denn erst dann entfaltet es so richtig seinen angenehm herben Geschmack. Auch in diesem Fall sind Nebenwirkungen eher bei extensiver Verwendung von Oreganoöl zu erwarten, was aber nur selten geschieht.

Rosmarin – Rosmarinus officinalis

Die Gattung Rosmarinus aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) umfasst nur zwei Arten, eine davon ist der immergrüne Halbstrauch Rosmarin. Sein Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum von Portugal bis zum Schwarzen Meer. Rosmarin gilt aufgrund seiner vielen Inhaltsstoffe geradezu als Pflanzendroge, der folgende Wirkungen zugeschrieben werden: – anregend – antibakteriell – antiseptisch – ausgleichend – durchblutungsfördernd – entkrampfend – entzündungshemmend – heilsam – schmerzstillend – tonisierend – zusammenziehend Als Arznei wird Rosmarin daher bei vielen unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt: – niedriger Blutdruck (Hypotonie), Kreislaufschwäche oder chronischer Schwächezustand – Durchblutungsstörungen – Gicht oder rheumatische Beschwerden (Rosmarinbäder) – Wundheilung (desinfizierender Aufguss oder Badezusatz) – Verdauungsstörungen wie Appetitlosigkeit, Blähungen oder Magen-Darm-Krämpfen Rosmarin ist ein wichtiger Bestandteil der „Kräuter der Provence“, eine beliebte Kräutermischung, die zum Beispiel gern zum Würzen von Grillgerichten verwendet wird. Er harmoniert außerdem gut mit Kartoffeln und Teigwaren, Zucchini, Geflügel und Lammfleisch. Die grünlichen Partikel in der Kräuterbutter sind oftmals Rosmarin. Sogar als Bitterstoff für Bier wird zuweilen Rosmarin verwendet. Bei wirklich sehr hoher Dosierung von Rosmarin kann es zu einem rauschähnlichen Zustand oder zu Krämpfen kommen. Die empfohlenen Tages-Obergrenzen liegen daher bei: – 6 Gramm Blätter für den Teeaufguss – 50 Gramm Blätter für das Bad (sehr anregend) – 20 Tropfen des ätherischen Öls Wer eine bekannte Allergie gegen Lippenblütler hat, sollte bei der Verwendung von Rosmarin sehr vorsichtig sein.

Echter Thymian – Thymus vulgaris

Andere Namen dafür sind: Kuttelkraut, Römischer Quendel oder Gartenthymian. Auch diese Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und war ursprünglich nur im westlichen, europäischen Mittelmeerraum verbreitet. Sein ätherisches Öl zeichnet sich durch einen besonders hohen Thymol- und Carvacrolgehalt aus. Beide Öle gehören chemisch den Monoterpenen an. Thymian wird wegen seiner keimtötenden Eigenschaften zur Bekämpfung von Bakterien und Schimmel- und Hefepilzen eingesetzt. Thymol zerstört zum einen die Hüllen der Krankheitserreger und deaktiviert jene Enzyme und Erbsubstanzen, die die Vermehrung der Erreger steuern. Darüber hinaus wirkt Echter Thymian schleimlösend, schmerzstillend, blutstillend und krampflösend. Den Geschmack dieses Gewürzes kennst Du möglicherweise von Hustenbonbons oder von Deinem Mundwasser. Seine Inhaltsstoffe helfen bei Halsschmerzen, Bronchitis und Asthma. Das Gewürz passt sehr gut zu diesen

Fleischsorten: Rind – Lamm – Geflügel – Fisch – Meeresfrüchte

vegetarischen Gerichten: Kartoffeln – Tomaten – Zucchini – Auberginen – Oliven – Ziegenkäse

Obstsorten: Orangen – Zitronen – Äpfel – Pfirsiche – Feigen

Bei sehr lang anhaltendem, hohem Konsum können Übelkeit und Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall auftreten. Darüber hinaus kommt es seltener zu Mund-, Rachen- und Gesichtsschwellungen, auch Nesselsucht oder Atemnot wird bei überempfindlichen Personen beobachtet. Es wird vermutet, dass Thymol die Schilddrüse belastet und zur Kropfbildung führen kann. Säuglinge und Kleinkinder sowie schwangere und stillende Frauen sollten möglichst wenig Thymian zu sich nehmen.

Zimt – Cinnamomi cortex

Die Rinde des Ceylon-Zimtbaumes enthält die medizinisch relevanten ätherischen Öle Eugenol (riecht nach Gewürznelken) und Zimtaldehyd, den Gerbstoff Catechin, Kaffeesäurederivate, Cumarine und Schleimstoffe. Der beziehungsweise die Gerbstoffe der Kräuter binden Proteine in der Haut oder in den Schleimhäuten, was als adstringierende Wirkung zusammengefasst wird. Im Ergebnis lassen sich so kleine oberflächliche Wunden abdichten bei gleichzeitiger Bekämpfung von Bakterien. Die ätherischen Öle haben entzündungshemmende, durchblutungsfördernde und beruhigende (sedative) Wirkungen. Zudem sorgen die Cumarine für die zusätzliche krampflösende (spasmolytische) Wirkung. Die Schleimstoffe lindern Schmerzen und fördern die Wundheilung. Sie werden vielfach bei Bronchitis und entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. Als Gewürz wird Zimt besonders häufig für Gebäck und Süßspeisen verwendet. Daher findest Du Zimt zum Beispiel in: – Apfelmus – Auflauf – Kompotte – Milchreis – Obstsalat – Pudding – Quarkspeise – Tee. Die mexikanische Küche bietet die berühmte „Chorizo“, die ebenfalls mit Zimt gewürzt wird. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Allerdings können bei extremer Überdosierung in Verbindung mit schneller Atemtätigkeit ein beschleunigter Puls (Tachykardie) und Herzrasen eintreten. Dies ist dann oft mit (kaltem) Schweißausbruch und erhöhter Darmperistaltik sowie Durchfall verbunden. Danach überkommt den Betroffenen eine extreme Müdigkeit. Auch allergische Reaktionen der Haut und Schleimhäute können durch das ätherische Öl Zimtaldehyd ausgelöst werden.

Fazit: Mithilfe verschiedener Kräuter kannst Du Deine Speisen und Getränke abwechslungsreich gestalten. In kleinen Mengen zu Gerichten beigefügt ersparen sie eine zu hohe Zugabe von Salz. Wie auch jedes andere Lebensmittel sollten Kräuter und Gewürze in Maßen genossen werden. Nur so können sie ihre gesunde Wirkung voll entfalten.