Die Kartoffel – eines unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel

Die Kartoffel, auch Erdapfel genannt, landet hierzulande früher oder später auf nahezu jedem Teller, sei es in Form von Kartoffelsuppe, Kartoffelbrei, Kartoffelchips, Pommes frites oder einfach als Pellkartoffeln. Durch die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten ist sie eines unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel.

Historisches zur Kartoffel

Von wo genau sie nach Europa kam, ist schwer nachvollziehbar. Sicher scheint jedoch zu sein, dass sie ihren Ursprung in Süd- und Mittelamerika hat. Die Anden-Bewohner kultivieren sie bereits seit mehreren Jahrhunderten. Viele Feste der Inka richteten sich nach den Pflanz- und Erntezeitpunkten der Erdäpfel aus. Nach Europa kam sie durch die Spanier, die im 16. Jahrhundert das Inkareich eroberten. Nur kurze Zeit später tauchte sie –unabhängig vom Weg über Spanien- auch in Großbritannien und Irland auf. Über diese Wege startete sie Ihren Siegeszug durch Europa, zunächst als kostbares Gut in den Gärten wohlhabender Herren. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurden sie im größeren Stil angebaut, schließlich warten sie im Vergleich zu Getreide mit dem Vorteil auf, dass sie lediglich geerntet und zubereitet werden muss. Getreide dagegen macht einfach mehr Arbeit: ernten, dreschen, zu Mehl malen und backen – all das entfällt bei der Kartoffel. Bereits im Jahr 1621 erschien in Linz das erste Kochbuch mit Kartoffel Rezepten.

Die Kartoffel heute

Heute ist die Kartoffel aus den meisten Speiseplänen kaum wegzudenken. Über 5.000 Sorten gibt es weltweit, gezüchtet für verschiedene Verwendungszwecke und angepasst an unterschiedliche Klimazonen. Deutschland liegt bei einer jährlichen Anbaumenge von rund 10 Millionen Tonnen hinter China, Indien, Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten auf Platz 6 der größten Anbauländer weltweit. Durch viele verschiedene Kartoffel Rezepte ist es möglich, sie regelmäßig und doch immer wieder anders auf den Tisch zu bringen. Zudem punktet sie mit ihrer Fülle an Nährwerten.

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Nährwerte der Kartoffel

Mit 297 kJ / 70 kcal pro 100 Gramm gehört die Kartoffel zu den „leichten“ Sattmachern – sofern sie nicht in Fett gebraten, frittiert oder mit Sahne und Käse überbacken ist.

Sie besteht zum Großteil aus Wasser und enthält kaum Fett (Angaben auch je 100 Gramm):

  • Wasser: 78 g
  • Kohlenhydrate: 16 g, davon weniger als 1 Gramm Zucker (Saccharose, Fructose, Glucose)
  • Ballaststoffe: 2,1 g
  • Eiweiße: 2,0 g
  • Mineralstoffe: 1,5 g
  • Fette: 0,1 g

Durch ihren Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen ist sie eines der gesündesten Grundnahrungsmittel:

Mineralstoffe

Vitamine

  • Vitamin C: 17 mg
  • Vitamin B3: 1,2 mg
  • Vitamin B5: 400 µg
  • Vitamin B6: 305 µg
  • Vitamin B1: 110 µg
  • Vitamin E: 55 µg
  • Vitamin B2: 45 µg
  • Folsäure: 20 µg
  • Vitamin A1: 0,9 µg

Diese Angaben sind Durchschnittswerte, die je nach Sorte schwanken können.

Welche Kartoffelsorten gibt es?

Kartoffeln werden nach verschiedenen Kriterien unterschieden. Früh- oder Spätkartoffeln haben ihren Namen davon, wann im Jahr sie geerntet werden.

Wichtiger für den Haushalt ist jedoch meist die Unterscheidung nach dem Verwendungszweck:

Festkochend eignen sie sich für Gerichte, bei denen die Scheiben heil bleiben und möglichst wenig zerfallen sollten, beispielsweise Bratkartoffeln, Kartoffelsalat oder Gratins.

Bei mehlig kochenden Sorten ist die Erwartungshaltung nicht, dass sie beim Kochen und Verarbeiten ihre Form behalten. Sie sollen weich werden und springen bereits beim Kochen leicht auf. Eine typische Anwendung für diese Kartoffeln ist Kartoffelbrei.

Kocheigenschaften zwischen den beiden bereits genannten Typen haben die sogenannten „vorwiegend festkochenden Kartoffeln“. Sie landen oft relativ unverarbeitet als Salz- oder Pellkartoffeln auf dem Tisch, eignen sich aber auch für Bratkartoffeln oder Suppen.

Wirkungen als Haus- und Heilmittel

Kartoffeln sind zwar in erster Linie ein Nahrungsmittel, aber sie eignen sich auch hervorragend als Helferlein im Haushalt, bei kleinen Wehwehchen oder als Schönheits-Booster. Einige Tipps und Tricks finden Sie hier:

– Wasser, in dem zuvor geschälte Kartoffeln gekocht wurden, hilft gegen verstopfte Abflussrohre. Dazu einfach das noch kochende Wasser in den Abfluss kippen.

– Das Baden rauer Hände im noch lauwarmen Kartoffel-Kochwasser macht die Hände geschmeidiger. Das Gesicht mit solchem Wasser zu waschen, hilft gegen Hautunreinheiten.

– Ist die Suppe (ein wenig) versalzen, hilft es, ein paar rohe Kartoffelstücke dazuzugeben. Diese saugen überschüssiges Salz auf.

– Ebenso binden sie die Magensäure und helfen so gegen Sodbrennen.

– Einige rohe Kartoffelscheiben im Brotkasten halten das Brot länger frisch.

– Ein Umschlag mit weich gekochten noch heißen Kartoffeln auf dem Bauch hilft gegen Magenverstimmung, um den Hals gegen Halsschmerzen.

– Rohe Kartoffelscheiben, auf Stirn und Nacken gelegt, können Kopfschmerzen lindern.

– Geriebene und roh sind sie eine feuchtigkeitsspendende Gesichtsmaske, die nicht fettet. Dazu die Masse einfach auftragen und 20 Minuten einwirken lassen.

Was ist zu beachten?

Kartoffelschalen und grüne Kartoffeln haben einen relativ hohen Gehalt an Solanin, einer leicht giftigen chemischen Verbindung. Anzeichen für eine Vergiftung sind Übelkeit, Benommenheit, Berührungsüberempfindlichkeit und erschwerte Atemtätigkeit. Vergiftungen kommen heute aber nur noch selten vor, da der Solanin-Gehalt bei modernen Sorten sehr gering ist. Dennoch sollten Sie sie lieber im Dunkeln lagern, da die Grünfärbung durch Lagerung im Licht auftritt und auf den Verzehr im rohen oder grünen Zustand verzichten.

Kartoffel Rezepte

Neben „Erdäpfeln pur“ in Form von Salzkartoffeln (geschält in Salzwasser kochen) oder Pellkartoffeln (ungeschält im Wasser kochen und nach dem Kochen geschält), gibt es eine Reihe häufig verwendeter Rezepte. Zu den beliebtesten gehören Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer und Kartoffelgratin.

Kartoffelsuppe Rezept:

Zutaten für vier Personen:

  • 1 kg Kartoffeln
  • 3 Karotten
  • 1 Bund Suppengemüse
  • 1 Esslöffel Gemüsebrühe (instant oder selbst gemacht)
  • Salz, Pfeffer
  • Nach Belieben Wiener Würstchen und Petersilie


Zubereitung:

Das Gemüse schälen und putzen. Alles grob zerkleinern und in einen großen Topf geben. Wasser dazu gießen, bis das Gemüse bedeckt ist. Gemüsebrühe dazugeben und kochen, bis das Gemüse weich ist. Anschließend mit dem Pürierstab pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ist die Masse zu fest, noch etwas Wasser dazugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Vor dem Servieren nach Geschmack gehackte Petersilie und/oder Wiener Würstchen, in Scheiben geschnitten, dazugeben.

Kartoffelpuffer Rezept:

Zutaten für 4 Personen:

  • 1,2 kg Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 Eier
  • 1 ½ TL Salz
  • 2 EL Mehl
  • Öl zum Anbraten


Zubereitung:

Das Gemüse schälen und fein reiben. Die Eier in die Masse geben, mit Salz würzen und mit dem Mehl verrühren. Öl in der Pfanne erhitzen und Puffer mit einem Durchmesser von etwa 10 cm hineingeben, Oberseite glatt streichen. Von beiden Seiten braten, bis die Puffer eine goldbraune Farbe haben. Dazu passt Apfelmus.

Kartoffelgratin Rezept:

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 kg Kartoffeln
  • ¼ Liter Milch
  • ¼ Liter Sahne
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz und Pfeffer
  • Nach Belieben Muskat oder Rosmarin
  • Butter für die Form
  • 100 Gramm Käse zum Bestreuen


Zubereitung:

Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Milch und Sahne mischen, Knoblauch pressen zur Milchmischung geben. Mit Salz, Pfeffer und nach Belieben Muskat oder Rosmarin würzen. Die Milchmischung zusammen mit den Kartoffelscheiben in einen Topf geben erhitzen und ca. 10 Minuten kochen. Dabei immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Die Masse anschließend in eine gebutterte Auflaufform geben, mit geriebenem Käse bestreuen und bei 200° Celsius ca. 20 Minuten überbacken, bis der Käse goldbraun ist.