Was ist eine Darmsanierung? Aus welchen Gründen und zu welchem Zeitpunkt wird sie nötig?

Eine Darmsanierung wird entweder vor Operationen oder zu Beginn von Fastenkuren, Ernährungsumstellungen sowie Detox-Kuren durchgeführt. Die Entleerung des Darms wird dabei künstlich hervorgerufen, damit alle Giftstoffe mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden und der Körper sich von innen reinigen kann.

Die Gründe für eine Darmsanierung sind vielfältig – spätestens wenn du Schmerzen und Probleme mit deinem Darm hast, solltest du ihn reinigen. Im Idealfall machst du eine Darmkur ein- bis zweimal pro Jahr. So können sich im Darm festgesetzte Schlacken lösen und die Verdauungssäfte können wieder regulär arbeiten.

Welche Arten von Darmkuren gibt es? Was sollte man beachten?

Darmsanierung können auf vielfältige Weise durchgeführt werden. Sehr beliebt und zugleich schonend ist die Kur mit Shakes, die über mehrere Tage bis hin zu Wochen eingenommen werden und von innen entschlacken. Eine andere Variante bildet das Ölziehen. Fastenkuren eignen sich außerdem perfekt zur Entgiftung, verbieten jedoch den Verzehr von fester Nahrung, was nicht jedermanns Sache ist. Detoxkuren aller Art werden inzwischen sogar häufig durch Reiseveranstalter aufgegriffen und sind im Zusammenhang mit Wellnessangeboten sehr beliebt. Auf diese Art und Weise tust du deinem Körper nicht nur von außen, sondern auch von innen etwas Gutes, das zudem noch langanhaltende Wirkung hat.

Im Rahmen einer Darmsanierung gilt es einige Dinge zu beachten, welche den ganzen Prozess positiv beeinflussen und auch beschleunigen können. Unbedingt erforderlich für den Erfolg einer Darmkur ist ausreichend Bewegung. Täglich ein längerer, zügiger Spaziergang oder direkter Sport sind ideal. Weiterhin von Bedeutung ist, viel und vor allem das Richtige zu trinken. Perfekt eignen sich frisch ausgepresste Säfte von Gemüse sowie Basendrinks, beispielsweise angerührt aus Weizengraspulver oder dem Pulver aus Löwenzahn, Petersilienblättern oder Brennnesselblättern. Da bei einer Darmreinigung auch immer die Leber mit gesäubert wird, sollte diese mit Bitterstoffen bei der Entgiftung unterstützt werden. Am Natürlichsten funktioniert dies mit Artischocken, Chicoree oder Endiviensalat. Zusätzlich gilt zu beachten, dass Lymphmassagen die Ausleitung der Schlacken günstig beeinflussen und Einläufe den Stuhlgang noch mehr in Schwung bringen.

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Wie man eine Darmreinigung durchführen sollte (auch mit Probiotika)?

Bevor die Darmsanierung gemacht wird, muss der Darm zunächst einmal gereinigt werden. Dies kann mit Hilfe von Einläufen oder Abführmitteln geschehen oder etwas schonender durch die Einnahme von Flohsamenschalen. Diese werden mit ausreichend Wasser eingenommen, quellen im Darm auf und haben die Funktion, Kotreste an sich zu binden. Ebenso werden mit ihnen Fäulnisprodukte beim Stuhlgang ausgeschieden. Eine Reinigung des Darms sollte als Kur über zwei bis vier Wochen gemacht werden, damit es für den Körper möglichst schonend ist. Gleichermaßen natürlich wie Flohsamenschalen ist Heilerde, die unterstützend beim Reinigungsprozess zugeführt werden kann. Sie bindet Giftstoffe sowie Stoffwechselprodukte und ist gleichzeitig entgiftend.

Im Anschluss an die Reinigung kann die Darmsanierung erfolgen, bei der die Darmflora gestärkt wird. Probiotische Lebensmittel und Probiotika als Nahrungsergänzung enthalten kleine Organismen, die sich im Darm ansiedeln. Sie kräftigen die Darmflora und das Immunsystem, gleichen den Cholesterinspiegel aus und sorgen für eine einwandfrei funktionierende Verdauung.

Wie ernährt man sich während der Darmreinigung? Sind Nahrungsergänzungen sinnvoll? Wenn ja, welche?

Während der Darmreinigung solltest du auf industriell hergestellte und verarbeitete Getränke und Lebensmittel sowie saure Dinge verzichten. Außerdem belasten folgende Nahrungsmittel deinen Darm während du ihn sanierst:

  • jegliche Art von Zucker, egal ob in Essen oder in Getränken
  • koffeinhaltige Getränke; wenn du auf Kaffee nicht verzichten kannst, solltest du maximal ein bis zwei Tassen pro Tag trinken oder entkoffeinierten wählen
  • Alkohol, da er die Leber an der Entgiftung hindert
  • sämtliche Produkte aus und mit Milch, da sie Schleim bilden und dadurch die Reinigung behindern
  • Wurst solltest du gänzlich meiden und den Genuss von Fleisch einschränken

Die richtige Ernährung während der Darmkur besteht aus allen Arten von Gemüse, Salaten und Früchten, glutenfreiem Getreide und jeglichen Nüssen und Samen. Weiterhin kannst du deinen Salat bedenkenlos mit naturbelassenen Ölen verfeinern. Als Getränk während einer Darmkur hat sich reines und stilles Quellwasser kombiniert mit basischen Kräutertees am meisten bewährt, um die größten Erfolge zu erzielen.

Nahrungsergänzungen sind sinnvoll, um dem Körper alle wichtigen Nährstoffe zu liefern. Hierfür eignen sich in erster Linie Probiotika, die am besten zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Außerdem helfen Calcium oder kombinierte Mineralstoffkomplexe, Gerstengraspulver und Grapefruchtkernextrakt. Du solltest niemals alle Ergänzungen nehmen und sie nur nach deinem eigenen Bedarf auswählen – in diesem Fall ist weniger oft mehr.

Bestandteile einer Darmsanierung?

Eine gründliche Darmsanierung besteht aus drei Hauptbestandteilen sowie fünf empfehlenswerten Zusatzbestandteilen. Die Hauptbestandteile sind Flohsamenschalen, Bentonit bzw. Zeolith sowie Probiotika. Mit den Flohsamenschalen werden die Ablagerungen und Nahrungsreste aus dem Darm befördert und gleichzeitig alle festhängenden Giftstoffe abgelöst. Mit den Mineralerden Bentonit oder Zeolith können die durch die Flohsamenschalen gelösten Gifte, Schadstoffe und Bakterien gebunden werden. Beide Mineralerden sollten für die Nutzung bei der Darmsanierung für die innere Anwendung geeignet und als medizinisches Produkt gelistet sein. Das außerdem notwendige Probiotikum ist wichtig für den Aufbau einer gesunden Darmflora mit all ihren Abwehrkräften.

Die fünf Zusatzbestandteile bei der Darmsanierung bestehen aus Nahrungsergänzungen wie Mineralstoffen, Chlorella-Algen, Gerstengras, Grapefruchtkernextrakt und diversen Präparaten zur Bekämpfung von Parasiten.

Wie lange dauert eine Darmsanierung? Gibt es Nebenwirkungen?

Eine ordentliche, sinnvolle und anhaltende Darmsanierung sollte etwa zwei bis vier Wochen andauern. Radikale Schnellkuren bringen zwar auch kurzfristig Erfolg, welcher jedoch nicht von Dauer ist. Zudem sind ruckartige und schnelle Darmsanierungen nicht gesund, sondern eher schädlich für den Körper.

Ob und in welcher Art du Nebenwirkungen haben wirst, lässt sich pauschal nicht eindeutig sagen. Jeder Mensch reagiert anders auf die Entleerung des Darms verbunden mit der Ausscheidung aller über die Jahre angesammelten Giftstoffe und Stoffwechselprodukte. Sogenannte Entgiftungskrisen können sich als Kopfschmerzen, Schwindel, unreine Haut oder kurzzeitigen Problemen mit der Verdauung äußern. Um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten, ist die schonende Vorgehensweise der Reinigung und Sanierung von großer Bedeutung.