Darmreinigung – Anleitung, Wirkung und Häufigkeit

Unser Körper nimmt tagtäglich viele Schadstoffe auf – sei es über die Ernährung oder über äußere Einflüsse. Diese Schadstoffe schaden auf Dauer unserem Organismus. Jedes Organ ist betroffen und unsere Gesundheit leidet. Aber es gibt Wege, um Schadstoffe auf gesunde Art aus dem Körper zu befördern, bevor sie Schaden anrichten können oder weiteren Schäden vorzubeugen. Eine dieser Möglichkeiten ist die Darmreinigung. Aber was genau ist das? Ist die Methode für dich geeignet und wie funktioniert sie am besten? All das und viele andere Fragen sollen im folgenden Ratgeber genauer erläutert werden.

Was ist eine Darmreinigung?

Bei der Reinigung des Darms wird im ganzen Körper ordentlich aufgeräumt und sauber gemacht. Das klingt jetzt vielleicht etwas banal, kommt der Sache aber am nächsten. Giftstoffe, Schadstoffe und Nahrungsreste werden aus dem Darm entfernt und die Darmflora kommt langsam aber sicher wieder ins Gleichgewicht. In deinem Darm leben unzählige verschiedene Mikroben, Bakterien und Pilze. Davon sind viele gut, aber einige eben auch schlecht. Nach einer Darmreinigung sind die schlechten Stoffe aus dem Darm entfernt worden, die guten siedeln sich wieder an und sorgen für ein natürliches Gleichgewicht. Eine Reinigung des Darms hat aber nicht nur den Zweck, Gift- und Schadstoffe aus dem Körper zu befördern. Sie unterstützt dich auch bei Verdauungsstörungen aller Art und bringt den Darm wieder in Balance, wenn du zuvor eine Pilzinfektion hattest oder Antibiotika einnehmen musstest. Viele Menschen berichten, dass sie sich nach der Darmreinigung wieder gesünder und aktiver gefühlt haben.

Für wen ist eine Darmreinigung geeignet?

Die Reinigung des Darms ist, wie bereits erwähnt, für viele Zwecke geeignet. In erster Linie ist die Methode für Menschen geeignet, die etwas Gutes für ihren gesamten Körper tun möchten. Schlacken werden abgebaut, Schadstoffe ausgeschieden und die Organe erlangen ihre eigentliche, natürliche Funktionsfähigkeit zurück. Vor allem die Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus werden durch die Reinigung des Darms wieder aktiviert. Wenn du einer oder mehreren der folgenden Aussagen zustimmen kannst, hast du ebenfalls alle Gründe, eine Darmreinigung anzuwenden:

  • Du hast Verdauungsbeschwerden. Dazu gehören neben Verstopfungen und Durchfall auch Mundgeruch und Blähungen.
  • Du hattest mehrere Antibiotika-Therapien.
  • Du leidest oft unter verschiedenen Pilzinfektionen, zum Beispiel im Darm, im Mund- und Rachenraum, in der Scheide oder bei der Haut.
  • Du möchtest zukünftig eine gesündere Lebens- und Ernährungsweise führen.
  • Du fühlst dich oft müde, energielos und schlapp.
  • Du leidest unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder bist generell anfällig für Allergien jeglicher Art.
  • Du hast häufig Erkältungen, Bronchitis, Angina oder andere Infektionen der Atemwege.
  • Du fühlst dich oft ängstlich, traurig und/oder depressiv, ohne dass es dafür Gründe gibt.
  • Du bist in den Wechseljahren.
  • Du möchtest nicht nur vitaler werden, sondern auch so aussehen. Deine unreine Haut, Augenringe, lichter werdendes Haar und ein schlaffes Bindegewebe machen dir zu schaffen und du möchtest dich wieder attraktiver fühlen.
  • Du möchtest dauerhaft schlank werden.

Für eine Reinigung des Darms gibt es viele Gründe. Und sie ist für viele Menschen geeignet, die etwas verändern und sich selbst etwas Gutes tun möchten. Am Ende fühlt sich fast jeder leistungsfähiger, gesünder, aktiver und auch attraktiver. Aber woran liegt das?

Dein Darm ist in seiner Funktion eng mit den anderen Organen in deinem Körper verbunden. Seine Funktionsfähigkeit und sein Zustand wirken sich auf die Funktionsfähigkeit und die Gesundheit aller anderen Organe aus. Selbiges gilt auch für andere wichtige Bestandteile deines Körpers, wie das Gewebe und die Körperflüssigkeiten. Wenn du durch eine Darmreinigung dem Körper die Möglichkeit gibst, sich von allem Ballast zu befreien, kommt er wieder ins Gleichgewicht und die Selbstheilungskräfte des gesamten Körpers setzen wieder ein. Altlasten sind dann abgebaut, es ist wieder Platz für Gesundheit, der Körper ist belebt, gereinigt, saniert und entgiftet.

Wie lange und wie oft solltest du eine Darmreinigung durchführen?

Du kannst die Methode in regelmäßigen Abständen ein bis zwei Mal im Jahr durchführen. Auf diese Weise können sich Gift- und Schadstoffe im Körper gar nicht erst dauerhaft ablagern und dein Organismus wird regelmäßig sauber und in Schuss gehalten. Wenn du eine Reinigung des Darms durchführst, kannst du selbst entscheiden, wie intensiv du dies machst. Sie dauert in der Regel 10 Tage mindestens und bis zu drei Monate maximal. Die jeweilige Dosis kannst du individuell für dich abstimmen und anpassen. Je stärker die Dosis, desto intensiver ist auch der Reinigungseffekt. Und wenn du dich während der Darmreinigung auch noch vitalstoffreich, basisch oder basenüberschüssig ernährst, wirkt die Methode noch intensiver, als wenn du dich währenddessen normal ernährst. Bei einer normalen Ernährung kommt es zu einer immer neuen Bildung von Gift- und Schadstoffen und der Reinigungseffekt wirkt langsamer und schwächer.

Anleitung einer Darmreinigung

Um den Darm zu reinigen, gibt es verschiedene Methoden und Mittel. Am gängigsten ist die Methode mit drei Basis-Komponenten und individuellen Zusatzkomponenten. Die drei Basiskomponenten sind Flohsamenschalenpulver, Mineralerde und Probiotikum. Flohsamenschalenpulver wird auch Psyllium genannt und soll Ablagerungen im Verdauungssystem lockern. Stoffwechselabfallprodukte und Giftstoffe sollen gelöst werden. Zu den Mineralerden gehören Bentonit oder Zeolith. Sie binden die eben erwähnten gelösten Ablagerungen und Giftstoffe sowie schädliche Bakterien. Dadurch können diese ungewollten Stoffe mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Bentonit und Zeolith gibt es in Kapselform oder als Pulver. Bentonit gibt es auch in flüssiger Form. Die dritte Komponente, das Probiotikum, soll die guten, nützlichen Darmbakterien einbringen und eine gesunde Darmflora aufbauen. Je nachdem wie hoch du diese drei Komponenten dosierst und wie oft du sie einnimmst, kannst du den Effekt der Darmreinigung sehr gut steuern und auf deine Bedürfnisse anpassen.

Die Zusatzkomponenten sind dazu da, die Darmreinigung zu unterstützen und zu beschleunigen. Diese Komponenten sind in der Regel bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, die nach Bedarf gewählt werden können. Folgende Nahrungsergänzungsmittel sind sehr gut für die Darmreinigung geeignet:

  • Sango Meereskorallen: Die Koralle liefert alle wichtigen Spurenelemente und Mineralstoffe, die der Körper braucht. Der Stoff kann Übersäuerungen reduzieren und die körpereigenen Mineralstoff- und Spurenelementdepots wieder auffüllen.
  • Chlorella-Algen: Die Alge ist dafür bekannt, Giftstoffe und Schwermetalle an sich binden zu können. Diese werden dann ganz einfach über den Darm ausgeschieden.
  • Grapefruitextrakte: Grapefruitextrakte sollen besonders gut sein, wenn man sein Gewicht reduzieren möchte. Zudem ist es ein bewährtes Mittel bei Pilzinfektionen und Bakterienbefall.
  • Gerstengras: Gerstengras ist besonders gut für das Verdauungssystem. Es ist in der Lage, eine gesunde Darmflora zu fördern und es reguliert den Wassergehalt des Stuhls. Dadurch wird die Darmschleimhaut regeneriert. Zudem wirkt Gerstengras entzündungshemmend.
  • Natürliche Mittel zur Parasitenbekämpfung: Hierfür eignen sich vor allem verschiedene Heilpflanzen wie Olivenbaumblätter, die ätherischen Öle des Oregano, Kräuter sowie die Schale der Schwarzwalnuss.

Das Darmreinigungsprogramm mit den drei vorgestellten Hauptkomponenten und den Zusatzkomponenten gibt es in verschiedenen Variationen. Welche Zusatzkomponenten du wählst, ist abhängig davon, wie lange du die Reinigung des Darms machen möchtest und welche Ziele du damit verfolgst. Die Zutaten können jeweils ganz individuell dosiert, kombiniert und nach deinen Bedürfnissen angepasst werden.

Probiotikum während des Darmreinigungsprogramms

Probiotikum enthält nützliche Darmbakterien, die dem Darmaufbau und der Darmflora dienen. Ein beliebtes Probiotikum ist das Milchsäurebakterium. Dieses kann als Nahrungsmittel oder als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Zu den Nahrungsmitteln mit Milchsäurebakterien gehören zum Beispiel Streichfette mit speziellen Fettsäuren, fermentierte Lebensmittel und als probiotisch beworbene Lebensmittel wie Joghurt, Eis, Käse und auch Wurst. Bei einer Reinigung des Darms ist der Darm oft anfangs empfindlich und reizbar. Mit Probiotikum kommen nützliche Darmbakterien in den Darm, die dort für das Gleichgewicht der Darmflora sorgen und das Immunsystem stärken können.

Die gängigste Einnahmeart ist der Shake. Dafür werden die drei Hauptkomponenten jeweils vor ihrer Einnahme mit Wasser gemischt. Das beste Mischverhältnis liegt bei 1:1. Grade Flohsamenschalenpulver hat eine hohe Quellfähigkeit. Daher sollten solche Shakes nach dem Mischen mit Wasser sofort getrunken werden, damit die Flüssigkeit nicht zu Wackelpudding wird. Es empfiehlt sich, nach der Einnahme der Shakes ein Glas stilles Wasser zu trinken. Am besten nimmst du die Shakes eine halbe bis eine Stunde vor den Mahlzeiten ein. Morgens ist das am besten auf leeren Magen. Du kannst die Shakes aber auch zwei bis drei Stunden nach den Mahlzeiten zu dir nehmen. Du kannst die drei Hauptkomponenten einzeln verzehren, es gibt aber auch Kombi-Präparate mit allen drei Hauptkomponenten. Normal sind zwei Shakes pro Tag, am besten morgens und abends. Aber du kannst die Einnahme nach deinem Befinden und deinem Tagesablauf richten. Bei vielen Darmreinigungsprogrammen gibt es auch Einnahmeempfehlungen, nach denen du dich am Anfang richten kannst, bis du den Dreh raus hast. Wer nicht so auf Shakes steht, kann auch zu Kapseln greifen.

Wie kannst du die Zusatzkomponenten am besten in das Darmreinigungsprogramm integrieren? Auch die Zusatzkomponenten kannst du jeweils zu oder nach den Mahlzeiten einnehmen. Auch hier kannst du dich anfangs an den Einnahmeempfehlungen richten, wenn du unsicher bist. Das Probiotikum kann kurz vor den Mahlzeiten oder währenddessen eingenommen werden. Grapefruitextrakte gibt es in Kapselform oder es wird mit Wasser gemischt und getrunken. Die Chlorella-Algen werden ebenfalls am besten zu den Mahlzeiten eingenommen und können aber auch individuell dosiert werden. Gerstengraspulver macht sich am besten in Wasser, Säften, Suppen, Salatdressings oder in Smoothies eingerührt.

Wenn du Medikamente einnehmen musst, und dazu zählt auch die Antibabypille, solltest du zwischen Shake/Kapsel und Medikament drei Stunden Abstand nehmen. Die Wirkung der Medikamente könnte eventuell durch den Shake eingeschränkt oder ganz aufgehoben werden. Schließlich sind die meisten Medikamente auch Schadstoffe, die vom Körper dann ausgeleitet werden.

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Mögliche Nebenwirkungen

Eine Reinigung des Darms läuft bei jedem Menschen anders ab, daher ist nicht immer abzusehen, wie die Methode funktioniert und ob es Begleiterscheinungen gibt. Manchmal kann es zu sogenannten Entgiftungskrisen kommen. Dazu zählen zum Beispiel anfängliche Verdauungsprobleme, eine Verstärkung der aktuellen Gesundheitsbeschwerden, Kopfschmerzen und auch unreine Haut. Kommt es zu solchen Vorfällen, kannst du die Dosis der Komponenten erst einmal reduzieren und die Ausleitung somit mäßigen. Bei Darmreinigungsprogrammen mit Kapseln werden die Nebenwirkungen beziehungsweise Begleiterscheinungen eher selten beobachtet, als wenn man Shakes zu sich nimmt.

Die richtige Ernährung während des Darmreinigungsprogramms

Der Erfolg und Effekt hängt immer auch davon ab, wie du dich währenddessen ernährst. Wichtig ist, dass du viel stilles Wasser trinkst. Je weniger und basischer die Ernährung ist, desto schneller und effektiver funktioniert die Entgiftung. Wenn du zum Beispiel vier Shakes am Tag trinkst, passt dazu eine Fastenkur, in der du ausschließlich Wasser, Brühe oder Saft trinkst. Bei drei Shakes am Tag könntest du auf eine der drei Hauptmahlzeiten am Tag verzichten und diese durch einen Shake ersetzen. Bei zwei Shakes am Tag kannst du die drei Hauptmahlzeiten ganz normal zu dir nehmen.

Während der Entgiftung solltest du auf alle Nahrungsmittel verzichten, die dir schaden. Dazu gehören industriell verarbeitete Nahrungsmittel (Fertigprodukte), zuckerhaltige Getränke sowie säurebildende Nahrungsmittel und Getränke, Weißmehlprodukte und raffinierte Zuckerprodukte. Auf Wurst solltest du weitestgehend verzichten und den Verzehr von Sojaprodukten, Fleisch und Fisch reduzieren. Milchprodukte sind ebenfalls kontraproduktiv, da sie schleimbildend sind und den Reinigungsprozess behindern könnten. Alkoholkonsum belastet die Leber und deren Entgiftungsfunktion. Kaffee gehört zu den säurebildenden Getränken. Am besten verzichtest du ganz darauf oder du reduzierst deinen Kaffeekonsum auf maximal zwei Tassen am Tag.

Die folgenden Lebensmittel sind sehr förderlich für ein Darmreinigungsprogramm:

  • Gemüse, vor allem Blatt- und Knollengemüse
  • Kräuter
  • Salate
  • Früchte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse, Mandeln und Samen, wie Leinsaat, Sonnenblumenkerne oder Kürbiskern
  • Esskastanien (Maronen)
  • Glutenfreies Getreide und Pseudogetreide, vor allem Quinoa, Hirse, Buchweizen, Amaranth
  • Trockenfrüchte
  • Zuckerfreie Fruchtriegel (Bio)
  • Naturbelassene Öle (Bio)
  • Stilles Wasser
  • Basische Kräutertees

Was du noch tun kannst, um deinen Körper bei der Reinigung zu unterstützen

Ganz wichtig ist viel Bewegung. Wenn du beruflich viel eingespannt bist, genügt auch ein täglicher Spaziergang oder du legst dir ein Zimmertrampolin oder ähnliches zu. Zwar nicht beliebt, aber sehr wirksam sind auch Einläufe. Diese kannst du Zuhause mit sogenannten Einlaufsets selbst durchführen. Durch einen Einlauf werden Giftstoffe und Ablagerungen schneller aus dem Körper befördert. Zudem ist ein Einlauf wie eine Massage für den Darm von Innen. Apropos Massagen: Eine leichte Bürstenmassage der Lymphen oder einfache Bauchmassagen fördern die Entschlackung und Entgiftung. Wenn du mal etwas anderes als Wasser trinken möchtest, kannst du ab und zu frisch gepresste Gemüsesäfte zu dir nehmen. Mit Bitterstoffen kannst du zudem das wichtigste Entgiftungsorgan, die Leber, unterstützen. Diese Stoffe findest du in Salaten und Gemüse, zum Beispiel in Chicoree, Artischocken oder Endiviensalat. Rizinusöl gilt als eines der bekanntesten natürlichen Abführmittel. Das Volumen des Stuhls wird dadurch vergrößert, die Darmtätigkeit wird angeregt und der Stuhl verflüssigt sich schneller. Auch Glaubersalze und Bittersalze sind solche natürlichen Abführmittel.

Fazit

Eine Darmreinigung ist eine sehr effektive und wirkungsvolle Gesundheitsmaßnahme, die sowohl Beschwerden lindern als auch vorbeugend wirken kann. Sie wirkt sich auf den gesamten Organismus positiv aus wie kaum eine andere Methode zur Entgiftung des Körpers. Und das Gute ist: Du kannst sie ganz individuell und auf deine Bedürfnisse hin ausrichten und gestalten.