Augenvitamine: Sehkraftunterstützung über die Ernährung

Das Auge isst mit – und das ist nicht ästhetisch gemeint: Wie jedes Organ unseres Körpers benötigen auch unsere Augen eine optimale Nährstoffversorgung, um optimale Leistung zu bringen. Aber welche Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtig – und in welchen Obst- und Gemüsesorten stecken besonders viele dieser „Augenvitamine“?

Häufiger Grund für Sehschwäche: Makuladegeneration

Rund 62 Prozent aller deutschen Erwachsenen benötigen heute bereits eine Sehhilfe. Der Grund hierfür ist häufig eine Degeneration der „Makula“ – jener Stelle der Netzhaut, auf die das meiste Licht trifft. Bei Menschen, die unter Makuladegeneration leiden, lässt das Scharfsehen nach und bestimmte Bereiche werden zunächst unscharf und verschwommen, später dann gar nicht mehr (sog. „blinde Flecken“) wahrgenommen. Während man früher davon ausging, dass diese Art der Sehschwäche altersbedingt sei, da sich die Makula im Laufe der Jahre von Natur aus immer weiter abbaue, weiß man heute, dass diesem Leiden vorgebeugt werden kann: Wer sich richtig ernährt, verlangsamt den Prozess der Degeneration und kann sogar eine genetische Vorbelastung ausgleichen.

Optimale Sehkraft: Vorbeugende Maßnahmen

Wer unter einer leichten Sehschwäche leidet, muss nicht sofort zur Brille greifen oder beim Optiker seines Vertrauens neue Kontaktlinsen bestellen: Der erste Gang sollte in die Küche führen! Es ist nämlich bewiesen, dass der Körper für ein gesundes Auge spezielle Vitamine und Spurenelemente benötigt, die die meisten Menschen nicht in ausreichender Menge über die Nahrung aufnehmen. So konnte in einer großangelegten Langzeitstudie beispielsweise gezeigt werden, dass die regelmäßige Zufuhr von Vitamin C u. E, Zink und Carotinoiden die Makuladegeneration nicht nur verlangsamen, sondern bei rechtzeitiger Intervention sogar aufhalten kann. Weitere wichtige Spurenelemente und Vitamine für eine optimale Sehkraft sind u.a.:

  • Vitamin A (Beta-Carotin) sorgt dafür, dass das Auge auch geringe Lichtmengen wahrnehmen und selbst bei schlechter Beleuchtung etwas sehen kann. Ein Mangel an Vitamin A macht sich u.a. durch Nachtblindheit bemerkbar.
  • Vitamin B2, C und E schützen vor Zellschäden und freien Radikalen, die z.B. durch das Sonnenlicht oder Umweltgifte ins Auge gelangen.
  • Die Spurenelemente Selen und Zink wirken ebenfalls antioxidantiv, d.h. sie binden freie Radikale. Zink sorgt außerdem dafür, dass das Vitamin A gut aufgenommen werden kann.
  • Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin filtern die blauen Anteile aus dem Tageslicht. Das Blaulicht ist der größte Risikofaktor für die Makula.
  • Omega-3-Fettsäuren unterstützen den Zellaufbau in der Netzhaut.

Anzeige

Richtig essen: In diesen Nahrungsmitteln stecken „Augenvitamine“

Wer auf eine ausgewogene Mischkost achtet, deckt bereits viele Lebensmittel für eine optimale Sehkraft ab. Es kann allerdings nicht schaden, die Ernährung zu optimieren – insbesondere dann, wenn bereits eine Sehschwäche vorliegt oder die Makuladegeneration genetisch angelegt ist. Folgende Nahrungsmittel enthalten besonders hohe Anteile der wichtigen Augenvitamine:

  • Spinat, Feldsalat, Rucola, Brokkoli, Grünkohl (Lutein und Zeaxanthin)
  • Karotten (Beta-Carotin bzw. Vitamin A)
  • Hochwertiges Pflanzenöl, Eigelb, Nüsse (Vitamin E)
  • Paprika, Zitrusfrüchte, Goji-Beeren (Vitamin C)
  • Vollkornprodukte (Zink)
  • Fettreicher Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering (Omega-3-Fettsäuren)
  • Linsen, Sojabohnen, Naturreis (Selen)
  • Milchprodukte, Haferflocken (Vitamin B2)

Lebenswandel: Das beschleunigt die Makuladegeneration

Während eine hochwertige Ernährung den Prozess verlangsamen oder sogar aufhalten kann, gibt es bestimmte Angewohnheiten, die spätestens bei einer beginnenden Sehschwäche aufgegeben werden sollten. Folgende Faktoren begünstigen die Makuladegeneration:

  • Künstliches Licht: Unser Auge braucht natürliches Licht und muss „schweifen“ können, um optimal zu funktionieren.
  • Arbeit am Bildschirm: Die Arbeit am Bildschirm oder stundenlanges Videospielen strengt die Augenmuskulatur an und sorgt häufig für ein vorzeitiges Nachlassen der Sehschärfe.
  • Rauchen: Durch den Zigarettenrauch gelangen freie Radikale ins Augeninnere, wo sie die Makuladegeneration vorantreiben und weitere Zellen schädigen können.