Acai – kleine Beere ganz Groß

Christoph Kolumbus machte sich auf, um Indien zu entdecken. Er nahm Härten auf sich, stach in See und fand ein wahres Juwel im Pazifik. Jetzt magst du dich vielleicht fragen, was das mit der Acai-Beere zu tun hat. Forscher suchen ebenfalls immer nach neuen Lebensmitteln, die unserem Organismus helfen. Genauso ein Juwel wurde in den Acai-Beeren entdeckt, die mittlerweile zum Superstar unter den kleinen Früchtchen avanciert sind. Was steckt hinter dem Hype? Wie wirkt Acai auf unseren Körper? Können negative Folgen beim Verzehr auftreten? Dies und vieles mehr wird in diesem Artikel erläutert.

Was ist Acai?

Die Acai-Beere (wird ass-a-i ausgesprochen) ist die Frucht einer Kohlpalme. Weil die Früchte rund und nicht sehr groß sind, werden sie als Beeren bezeichnet, obwohl sie im eigentlichen Sinne nicht zur Familie der Beeren gehören. Diese Palme wächst im Amazonasgebiet von Südamerika, besonders häufig in Brasilien. Um gut zu gedeihen braucht sie einen Boden, der feucht und reich an Humus ist. Daher findest du die Palme oft am Wasser, wie z. B. am Flussufer oder nah am Meer.

Das Aussehen der Palme ist nicht sehr außergewöhnlich. Sie hat mehrere graue Stämme, kann eine Höhe von ca. 25 Metern erreichen und lässt ihre bis zum 1,50 Meter langen Blätter aus der Stammkrone wachsen. Besonders ist allerdings, dass auf jeder Seite bis nahezu 80 Blätter ausgebildet werden können.

Die Blüten haben gelb bis rötliche Färbungen. Der Blütenstand wächst zwischen den Blättern heraus. Daraus entstehen dann die Früchte. Die Reife zeigt sich an der bläulich-schwarzen Färbung. Außerdem ist die natürliche Frucht von einer grauen Schicht überdeckt. Im Innern der Frucht ist ein Stein enthalten, der nicht mit verzehrt werden sollte.

Eine Kultivierung dieser Palme in unserem mitteleuropäischen Klima ist jedoch fast unmöglich. Solltest du dennoch die Möglichkeit haben, an frische Acai-Beeren heranzukommen, dann musst du sie möglichst zügig verbrauchen, da sie schnell verderben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sie zu entsteinen, zu trocknen und zu Pulver zu verarbeiten.

Die Ureinwohner Südamerikas schätzen die Acai-Beere bereits seit langer Zeit als Nahrungsmittel. Sie verarbeiten die Frucht außerdem zu Öl oder bereiten Aufgüsse daraus. Damit behandeln sie ebenfalls Krankheiten, wie Fieber oder Geschwüre.

Die Wirkungen von Acai im Körper

In den letzten Monaten ist Acai als Wundermittel für Diäten durch die Schlagzeilen gegangen. Was macht die Frucht jedoch eigentlich aus? Wie du vielleicht schon gehört oder gelesen hast, enthält Acai Antioxidantien. Diese Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die schädliche Reaktionen in unserem Körper stoppen oder zumindest verlangsamen können. Da unser Körper diese Antioxidantien gut aufnehmen kann, tut der Verzehr von Acai unserem Organismus also sehr gut. Besonders bei Personen, die unter Diabetes, Bluthochdruck, Arthritis oder einem zu hohen Cholesterinspiegel leiden, soll sich Acai stabilisierend auf die jeweilige Krankheit auswirken. Außerdem können Störungen im Immunsystem oder im Herz-Kreislauf-System ausgeglichen werden. Unsere Zellen freuen sich daher über die kleinen Fitmacher, da sie die benötigten Wirkstoffe eigentlich an jede Problemstelle im Körper weiterleiten können.

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Mittlerweile beschäftigen sich auch große Konzerne mit der Wirkungsweise der Acai-Beeren, um Krankheiten einzudämmen. Gemäß einer Studie aus Florida wurde berichtet, dass durch die Verabreichung der Acai-Beere in über dreiviertel aller Tests Leukämizellen sich selbst zerstörten. In der weiteren Forschung wird dieses Ergebnis nunmehr einfließen. Es wurde natürlich ebenfalls darauf verwiesen, dass sich die Leukämie dadurch nicht heilen oder verhindern lässt. Aber die grundsätzliche positive Auswirkung auf den Organismus wurde deutlich dargestellt.

Es wurden weitere Tests in Bezug auf die Hemmung von Allergien vorgenommen. Dazu liegen jedoch ebenfalls keine abschließenden Ergebnisse vor, da weitere Studien dazu erforderlich sind.

Wie wird Acai verwendet?

Wie bereits erwähnt, nutzen Urvölker die Frucht nicht nur zu Nahrungszwecken. Diese Erkenntnis haben sich auch Wissenschaftler zu Nutze gemacht und setzen die Frucht auch in Kosmetika, wie z. B. in Hautcremes ein. Da die Acai-Beeren neben Antioxidantien auch Polyphenolen enthalten, wird das Öl in Cremes verarbeitet, um Feuchtigkeit zu spenden und vor UV-Strahlung zu schützen.

Um unserem Körper von innen heraus Gutes zu tun, wird Acai ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel genutzt. Sie ist als Pulver, als Kapsel, als Saft oder Mus erhältlich. Das Pulver kann sehr schonend aus dem Fruchtfleisch der Frucht gewonnen werden. Die gesunden Wirkstoffe bleiben darin enthalten. Es enthält keine Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe. Auf diese Weise kann auf eine gesunde und bewusste Ernährung geachtet werden. Wer das Pulver täglich am Morgen oder ca. 1 Stunde vor sportlicher Betätigung einnimmt, gibt seinem Körper mit dieser Nahrungsergänzung viel Gutes zurück.

Es wird empfohlen täglich ca. 2 Teelöffel Pulver zu sich zu nehmen. Das geschieht, indem man es in Flüssigkeit auflöst. Beim Geschmack scheiden sich allerdings die Geister. Für die einen schmeckt es angenehm und lecker, für andere ist es einfach nur ekelhaft. Daher sollte das Pulver in Saft, Sirup oder Tee aufgelöst und dann getrunken werden. Dabei ist es egal, ob die Flüssigkeit lauwarm oder doch eher kühl ist, hier kommt es einfach auf den eigenen Geschmack an.

Da Acaibeeren-Pulver meist Maltodextrin enthält, kann es auch in Joghurt oder im Müsli verrührt werden. Maltodextrin ist ein Kohlenhydrat, was leicht süßt und die Löslichkeit verbessert. So bleibt das Pulver für jeden eine gute Variante, sich etwas Gutes zu tun, auch wenn einer der Geschmack an sich nicht vom Hocker reißt.

Außer als Pulver ist die Frucht auch in Form von Kapseln, Tee oder Mus erhältlich. Wer den Saft der Frucht bevorzugt, sollte 3 bis 5x täglich ein Schnapsglas davon trinken. Der Saft wird aus dem Mus der Beere gewonnen und ist daher oft recht teuer.

Wer Acai als Kapsel zu sich nimmt, hat kein Problem wegen dem evtl. unschönen Geschmack. Kapseln sind neutral und werden wie ein Medikament eingenommen. Wie viel und wann du diese täglich einnehmen solltest, musst du dem Beipackzettel entnehmen, da die Dosierung variieren kann.

Als Teeliebhaber erhältst du leider den geringsten Fruchtanteil. Als purer Tee wird die Beere nicht verkauft und ist daher nur in Mischtees, wie z. B. mit Hibiskus erhältlich. Somit solltest du dir keine allzu große gesundheitliche Wirkung erwarten.

Inhaltsstoffe

Die bedeutendsten Inhaltsstoffe der Beere sind Cyanid-3-glucosid-Cumarat und Cyanid-3-glucosid. Diese wasserlöslichen Pflanzenstoffe sorgen dafür, dass in unserem Körper befindliche freie Radikale bekämpft werden. Freie Radikale sind Verbindungen, die durch Schadstoffe, Chemikalien oder UV-Belastung begünstigt werden. Sie schaden unserem Organismus. Die Folge davon sind Zellschäden, Zellalterung und eine begünstigte Entstehung verschiedener Krankheiten.

Werden diese Verbindungen also durch die guten Stoffe der Acai-Beeren bekämpft, wirkt das entzündungshemmend und bietet einen guten Schutz für unsere Zellen. Unser Herz-Kreislauf-System wird entlastet, die Sehkraft gestärkt und das Altern verlangsamt.

Ein weiterer gesunder Inhaltsstoff der Acai ist Kalzium. Wir benötigen Kalzium, um unsere Knochen gesund und stark zu erhalten. Außerdem unterstützt es den Stoffwechsel. Fast 40% der Beere sind Ballaststoffe. Diese sorgen ebenfalls für einen guten Stoffwechsel und helfen uns bei der Verdauung.

Wie der Text bisher zeigt, ist die Acai wirklich eine kleine Powerfrucht. Es geht aber noch weiter, denn die Beere hat noch viele weitere gesunde Inhaltsstoffe. Dazu gehören u. a. diverse Vitamine, wie Vitamin B1, B2, B3, Vitamin C, D und E, Omega-3 und Omega-9-Fettsäuren und Mineralstoffe, wie Magnesium und Zink. Das alles zeigt, dass die Inhaltsstoffe wirklich von hoher Bedeutung für unseren Körper sind. Sie unterstützen unsere Gesundheit und wirken positiv zusammen.

Warum der Hype?

Vor einiger Zeit wurde die Acai-Beere als das Schlankheitswundermittel in den USA propagiert. Unzählige Talkshows thematisierten sie und Hollywood-Stars warben für die Superfrucht. Was ist aber wirklich dran an der Beere? Zählt sie wirklich zum Superfood oder ist das lediglich eine neue Masche, den Verkauf anzukurbeln?

Übergewicht

Einige Anwender der Acai-Beere berichten über fulminante Erfolge bei ihren Diäten. Sie hätten mehr Energie, haben weniger Appetit und nehmen so kinderleicht ab. Die Frucht soll aufgrund ihrer Unverdaulichkeit dafür sorgen, dass ein schnelleres Sättigungsgefühl eintritt, ohne dass der zugeführte Energiegehalt steigt.

Wie bereits angeklungen, unterstützen die Wirkstoffe den Stoffwechsel von uns Menschen. Dies mag auch alles stimmen. Dennoch wurde in keiner seriösen Studie belegt, dass die Acai-Beere ein wirkliches Enzym enthält, dass überflüssiges Fett „wegzaubern“ wird. Unterstützend mögen wir unserem Körper durch die benannten Inhaltsstoffe durchaus etwas Gutes tun. Dennoch ist es aber nötig Sport zu treiben, für genügend Ruhe und Schlaf zu sorgen und sich auch ansonsten gesund zu ernähren.

Wer seine Essgewohnheiten gerade umstellt oder sie umstellen möchte, hat in der Acai sicher einen guten Begleiter. Sie ist ein hervorragendes Nahrungsergänzungsmittel, was beim Gewichtsverlust hilfreich ist, aber sie ersetzt nicht Bewegung und gesundes Essen. Wir müssen oftmals lediglich unsere Gewohnheiten umstellen, wie z. B. nicht mit Hunger einkaufen, nicht zu viel Süßes, mehr Obst und Gemüse essen usw. Das beginnt jedoch bereits in unserem Kopf und nicht mit der Einnahme von irgendeiner Kapsel oder Pulver. Diverse Werbeslogan, die hohen Gewichtsverlust innerhalb kürzester Zeit versprechen, sind daher falsch und zudem noch völlig ungesund!

Jungbrunnen

Auch bei diesem Thema hat uns die Werbung fest im Griff. Sie verspricht durch tägliches Cremen oder Einnehmen von Acai-Produkten plötzlich keine Falten mehr zu haben, eine geschmeidige Haut zu bekommen, Abwehrkräfte zu stärken, die Durchblutung zu fördern und vieles mehr. Die Lebensqualität soll also enorm gesteigert werden. Was ist dran an den Versprechen?

Bei diesem Punkt ist ebenfalls zu sagen, dass keine seriösen Studien diese Versprechen bestätigen.

Natürlich helfen die enthaltenen Inhaltsstoffe der Acai-Beeren unserem Körper und du kannst dir durchaus eine belebende Wirkung erhoffen. Es ist jedoch interessant, dass z. B. auch in Heidelbeeren die hoch gelobten Antioxidantien enthalten sind und zwar noch in höherer Konzentration als in der Acai. Um eine Heidelbeere wird jedoch „kein so großes Aufheben“ gemacht. Wir sollten uns daher fragen, ob nicht auch einfach der Wirtschaft daran gelegen ist, die Acai als Superfood zu vermarkten?

Überdosierung und Nebenwirkungen

Bisher liegen keine Berichte darüber vor, ob bei zu hohem Verzehr der Frucht gesundheitliche Beschwerden aufgetreten sind. Da die natürliche Frucht reich an Vitaminen und anderen wasserlöslichen Inhaltsstoffen ist, können diese bei einer Überdosierung von unserem Körper schlichtweg nicht verwertet werden. Sie werden einfach über den Urin ausgeschieden.

Ebenfalls sind bisher keine Nebenwirkungen der Frucht bekannt. Höchst selten kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Solltest du daher zu Allergien neigen, solltest du beim Verzehr auf evtl. Anzeichen einer Reaktion achten. Ist dies der Fall, sollte der Verzehr vermieden werden.

Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?

Wie bereits beschrieben, ist die Frucht leicht verderblich. Wird sie nicht innerhalb von einem Tag verarbeitet, kann sie nicht mehr verzehrt werden. Daher wird jeder wohl nur im unmittelbaren Anbaugebiet des Amazonas in den Genuss wirklich frischer Beeren kommen. Damit aber auch wir in Mitteleuropa etwas von dem kleinen Früchtchen abhaben können, wird sie gefriergetrocknet. Die pulverisierte Beere kann so überall hin verschickt werden und landet auf diese Art und Weise in Supermärkten, Apotheken oder wird über das Internet angeboten. Außer als Pulver ist sie auch als Kapsel oder Tablette erhältlich.

Beim Kauf solltest du immer auf eine qualitativ hochwertige Verarbeitung der Frucht Wert legen. Es sollte auf der Verpackung vermerkt sein, dass der Anbau 100 % ökologisch erfolgte, d. h. ohne Verwendung von Pestiziden und, dass der Inhalt aus 100 % Frucht ohne Zusatzstoffe, wie Füll- oder Konservierungsstoffen besteht. Ebenfalls sollte die Gefriertrocknung vermerkt sein, denn nur so können alle wichtigen Wirkstoffe erhalten bleiben.

Weiterhin darfst du dich nicht von einem zu günstigen Angebot verlocken lassen. Ist der Preis zu niedrig, stimmt meist auch die Qualität nicht bzw. die Verarbeitung ist schlecht. Ungefiltertes ist pasteurisiertem Pulver vorzuziehen, da der Anteil der Antioxidantien höher ist. Damit im Zusammenhang steht auch die Angabe des ORAC- Wertes. Dieser Wert zeigt an, wie hoch die antioxidantische Wirkung ist. Je höher, desto besser. Ebenso solltest du – wenn möglich – eine Verpackung aus Glas wählen. So wird das enthaltene Produkt nicht verunreinigt.

Hinsichtlich der Lagerung gibt es auch einiges beachten. Das Produkt sollte vor Wärme und starker Sonneneinstrahlung geschützt sein. Wird es bei zu hohen Temperaturen gelagert oder wird es feucht, sinkt der Nährstoffgehalt im Produkt. Somit kann nicht mehr mit einer gewünschten belebenden Wirkung auf den Körper gerechnet werden. Die Verpackung muss ebenfalls nach jedem Öffnen sorgsam verschlossen werden.

Diese Abhandlung zeigt ganz deutlich, dass die Acai-Beere eine wirklich sehr gute Nahrungsergänzung darstellt. Ihre Reichhaltigkeit gesunder Wirkstoffe sollte durchaus ernst genommen werden. Dennoch muss deutlich herausgestellt werden, dass allein die Einnahme von Acai-Produkten keine Wunder vollbringt. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein gesunder Lebensstil als Ganzes wirkliche und dauerhafte Veränderungen bringt! Es liegt daher an jedem von uns, unser Bewusstsein dahingehend zu schärfen – Alles Gute!